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Hintergrund

Weltweite Diskriminierung von Frauen

Ägyptische Frauen bei einer Demonstration

"Frauen tragen die eine Hälfte des Himmels", sagt ein chinesisches Sprichwort. Doch obwohl Frauen weltweit Verantwortung übernehmen, werden ihre Leistungen häufig nicht gewürdigt. Internationale Studien und Schätzungen belegen: Frauen werden fast überall auf der Welt noch immer benachteiligt und ihrer Rechte beraubt.

Die Mehrheit der Armen und der größte Teil aller Analphabeten sind weiblich. Jedes Jahr sterben etwa 300.000 Frauen an Komplikationen während der Schwangerschaft oder der Geburt, 99 Prozent von ihnen in Entwicklungsländern. Gewalt gegen Frauen und schädliche traditionelle Praktiken sind noch immer weit verbreitet.

Weltweit erledigen Frauen den deutlich größeren Teil der Arbeit – sie verdienen aber im Durchschnitt 23 Prozent weniger als Männer. In manchen Regionen produzieren Frauen bis zu 80 Prozent der Lebensmittel – insgesamt gehört ihnen aber nur ein verschwindend kleiner Teil des Landes und des globalen Vermögens.

Auch in Politik und Wirtschaft sind Frauen noch nicht gleichgestellt. Nur etwa 23 Prozent aller Parlamentarier der Welt sind Frauen; nur wenige Frauen bekleiden das Amt einer Staats- oder Regierungschefin.

Das wirtschaftliche Potenzial und die Leistungsfähigkeit von Frauen werden vielerorts unterbewertet und bleiben ungenutzt. Die Erfahrungen von Frauen, ihre Kreativität und ihre Schaffenskraft sind jedoch wesentlich für die weltweite Entwicklung und für jede lebendige Demokratie.

Länder, in denen die Unterschiede zwischen Männern und Frauen bei Erziehung, Beschäftigung und Eigentumsrechten gering sind, haben weniger Probleme mit Unterernährung und Kindersterblichkeit. Die Wirtschaft dieser Länder wächst schneller und sie werden verantwortungsvoller regiert. Verbesserte Bildungs- und Lebenschancen für Frauen tragen außerdem zu einer bewussten Familienplanung und einer Verminderung des Bevölkerungswachstums bei.

Die Gleichberechtigung von Frauen und Männern ist ein Menschenrecht. Gleichberechtigung trägt zu einer umfassenden Verbesserung der Lebensqualität aller Menschen bei: Sie mindert die Armut, verbessert die Bildung, hilft bei der Bekämpfung von Aids und anderen Krankheiten und führt zu Wirtschaftswachstum. Die Förderung der Gleichberechtigung ist darum ein Schwerpunkt der internationalen und der deutschen Entwicklungspolitik.

Lexikon der Entwicklungspolitik

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