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Frauenrechte

Gleichberechtigung – Grundsatz der deutschen Entwicklungspolitik

Frau aus Mali am Mikrofon bei einer Veranstaltung

"Gleiche Rechte, gleiche Pflichten, gleiche Chancen und gleiche Macht für Frauen und Männer" ist ein Grundsatz der deutschen Entwicklungspolitik. Die Gleichberechtigung der Geschlechter und die Durchsetzung der Frauenrechte sind entscheidende Faktoren für eine menschenrechtsbasierte, sozial gerechte und nachhaltige Entwicklung von Gesellschaften. Die Förderung der Gleichberechtigung ist darum eine übergreifende Aufgabe und Qualitätsmerkmal aller Bereiche der deutschen Entwicklungszusammenarbeit.

Die Bundesrepublik orientiert sich dabei an den internationalen Vereinbarungen für Frauenrechte. Ziel ist, Frauen und Männer gleichberechtigt am Entwicklungsprozess zu beteiligen und langfristig eine Verbesserung der Stellung von Frauen und ihre Machtgleichstellung (Empowerment) zu erreichen.

Gleichberechtigungskonzept

Das BMZ-Konzept zur Gleichberechtigung der Geschlechter in der deutschen Entwicklungspolitik vom Mai 2014 geht vom sozialen Geschlecht (englisch: gender) aus. Das heißt, es setzt bei den gesellschaftlich und traditionell bestimmten Rechten und Pflichten von Frauen und Männern an. Diese Rollen sind – im Gegensatz zum biologischen Geschlecht – veränderbar und unterliegen einem Wandel. Da Rechte und Pflichten von Frauen und Männern stark voneinander abhängen, muss sowohl mit Frauen als auch mit Männern zusammengearbeitet werden, um geschlechterspezifische Benachteiligungen und strukturelle Ungleichheiten zu überwinden.

Die Situation von Frauen kann sich in vielen Fällen nur so weit ändern, wie Männer es zulassen.

Deutschland verfolgt mit seiner Entwicklungszusammenarbeit einen dreigleisigen Ansatz zur Förderung der Gleichberechtigung:

  1. ​"Gender Mainstreaming"
    Der Begriff bedeutet frei übersetzt "durchgängige Gleichstellungsorientierung": Bei allen entwicklungspolitischen Vorhaben werden die unterschiedlichen Lebenssituationen, Interessen und Potenziale von Frauen und Männern berücksichtigt. Durch eine entsprechend ausgestaltete Planung und Umsetzung der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit (Projekte, Programme, Schwerpunktstrategien, Politikdialoge) werden die Belange von Frauen und Mädchen angemessen berücksichtigt.
  2. Frauenspezifische Fördermaßnahmen
    Die Bundesrepublik unterstützt frauenspezifische Projekte, um Benachteiligungen von Frauen gezielt abzubauen und ihnen zu ihren Rechten zu verhelfen.
  3. Frauenrechte im entwicklungspolitischen Politikdialog
    Die Themen Frauenrechte und Gleichberechtigung werden im bi- und multilateralen entwicklungspolitischen Politikdialog systematisch verankert. Die Bundesregierung setzt sich auf hochrangigen Ebenen dafür ein, dass die Rechte von Frauen und Mädchen geachtet, geschützt und gewährleistet werden.

Das Gleichberechtigungskonzept ist eine verbindliche Vorgabe für die Gestaltung der Entwicklungszusammenarbeit durch das BMZ und die Durchführungsorganisationen.


Gender-Aktionsplan und jährliche Road Maps

Mit seinem zweiten "Entwicklungspolitischen Aktionsplan zur Gleichberechtigung der Geschlechter" für den Zeitraum 2016 bis 2020 (GAP II) verstärkt das BMZ sein Engagement zur Förderung der Gleichberechtigung der Geschlechter und zur Durchsetzung von Frauenrechten. Der GAP II zeigt auf, wie das BMZ-Konzept zur Gleichberechtigung der Geschlechter und der dreigleisige Ansatz aus Politikdialog, Empowerment und Gender Mainstreaming in der politischen Steuerung sowie in entwicklungspolitischen Programmen und Projekten umgesetzt werden sollen. Mit dem Aktionsplan trägt das BMZ aktiv und messbar zur Erreichung globaler Ziele wie der Agenda 2030 sowie zur Umsetzung der Verpflichtungen bei, die die G7 auf ihrem Gipfel 2015 in Elmau eingegangen ist.

  • ​Die Maßnahmen des GAP II umfassen neun Themenfelder: Zugang zu Recht und politische Teilhabe, ländliche Entwicklung und Ernährungssicherung, Gewaltprävention, Schutz von Frauen und Mädchen in bewaffneten Konflikten und auf der Flucht, Förderung der beruflichen Bildung, wirtschaftliche Teilhabe, Trinkwasser- und Sanitärversorgung, Klimawandel und nachhaltige Entwicklung.
  • ​Sieben übergreifende Handlungsfelder sollen die Wirkung der Maßnahmen in den einzelnen Themenfeldern verstärken: Zusammenarbeit mit Männern, Überwindung von Mehrfachdiskriminierung, geschlechtergerechte Entwicklungsfinanzierung, Förderung von Gender-Kompetenz und Wissensmanagement, Maßnahmen zur Umsetzung des Gender-Ansatzes, Frauen und Sport sowie die Stärkung von Frauenorganisationen.

Jährliche Umsetzungspläne ("Road Maps", siehe rechte Spalte neben diesem Text) geben einen Überblick über die vorrangigen Maßnahmen und Aktivitäten (Leuchttürme) mit konkret zu erreichenden Wirkungen (Meilensteinen). Die Umsetzung erfolgt partnerschaftlich durch die verschiedenen Abteilungen im BMZ, die Durchführungsorganisationen sowie Organisationen der Zivilgesellschaft.


Menschenrechtskonzept des BMZ

Um die systematische Verankerung der Menschenrechte in der deutschen Entwicklungspolitik weiter zu vertiefen, hat das BMZ im Mai 2011 das Konzept "Menschenrechte in der deutschen Entwicklungspolitik" vorgelegt. Es hebt das Menschenrechtsprinzip der Nichtdiskriminierung hervor und befasst sich in besonderem Maße auch mit den Rechten von Frauen.


Lexikon der Entwicklungspolitik

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