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Zusammenarbeit konkret

Kambodscha: Rechtshilfe für Opfer von häuslicher und sexueller Gewalt


Eine junge Frau aus Kambodscha, die Gewalt erlitten hat

Gewalt gegen Frauen ist in Kambodscha ein gravierendes Problem. Zwar ist die Gleichberechtigung der Geschlechter gesetzlich verankert. Doch der Staat gewährt Frauen und Mädchen, die von geschlechtsbezogener Gewalt betroffen sind, nur selten wirksamen Schutz und Rechtshilfe. Angebote der kostenlosen Rechtsberatung und psychosozialen Unterstützung sind kaum vorhanden. Mit den Folgen häuslicher und/oder sexueller Gewalt müssen Frauen und Mädchen daher meist allein zurechtkommen.

Besonders schwierig ist die Situation auf dem Land. Dort werden vergewaltigte Frauen von den Dorfnachbarn häufig ausgegrenzt und geächtet. Um Strafanzeige zu erstatten, fehlt den Frauen meist das nötige Wissen. Gerichtsverfahren sind kompliziert und langwierig. Oft führen Ortsvorsteher, Polizei und andere lokale Behörden stattdessen informelle Verhandlungen mit den Tätern und den Familien der Frauen – ohne dabei die Rechte und die Würde der Frauen zu schützen und sie in die Entscheidungen einzubeziehen.

Deutscher Ansatz

Mit dem Vorhaben "Zugang zu Recht für Frauen" unterstützt Deutschland das kambodschanische Frauenministerium dabei, das Beratungsangebot für Opfer geschlechtsbezogener Gewalt zu verbessern. Die Beamtinnen des Frauenministeriums werden in die Lage versetzt, geeignete Strategien zu entwickeln und umzusetzen, die den Bedürfnissen der betroffenen Frauen gerecht werden. Außerdem werden sie dabei unterstützt, entsprechende Maßnahmen besser zu koordinieren und die Zusammenarbeit zwischen staatlichen und nichtstaatlichen Stellen zu verbessern.

Dazu wird auch die Datenbasis über Fälle von – insbesondere sexueller – Gewalt gegen Frauen verbessert. Alle relevanten Daten sollen künftig systematisch erfasst und ausgewertet werden.

In den ausgewählten Provinzen Kampong Thom und Siem Reap zielt das Vorhaben darauf ab, den Zugang zu Beratungs- und Hilfsangeboten zu verbessern und die Qualität dieser Dienstleistungen zu erhöhen. Dabei arbeitet die GIZ eng mit Nichtregierungsorganisationen (NRO) zusammen, die von Gewalt betroffenen Frauen und Mädchen kostenlose Rechtshilfe und psychosoziale Unterstützung bieten. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf weiblichen Gewaltopfern mit Behinderungen.

Über einen Fonds werden finanzielle Mittel für diese Arbeit bereitgestellt. Begleitend beraten Expertinnen und Experten der GIZ sowohl die NRO als auch staatliche Dienstleister wie Gesundheitsdienste bei der Personalentwicklung.

Das Projekt wird von der australischen Regierung mitfinanziert.


Wirkungen

In den Provinzen Siem Reap und Kampong Thom wurden spezielle Angebote für Frauen entwickelt, die Opfer geschlechtsbezogener Gewalt wurden. Sie können in Frauenhäusern Schutz suchen und erhalten rechtliche und psychologische Beratungen sowie Rechtshilfe. Die Zahl der erstatteten Anzeigen und der Gerichtsverfahren ist gestiegen.

Außerdem gibt es in den beiden Provinzen inzwischen rund 150 vom Frauenministerium ausgebildete und vom Staat ernannte Justizpolizistinnen. Sie beraten von Gewalt betroffene Frauen zu ihren Rechten und Möglichkeiten. Die Datenlage hat sich ebenso verbessert wie die Qualität der Dienstleistungen für die Gewaltopfer.

Auch in seiner Öffentlichkeitsarbeit rückt das Frauenministerium nun häufiger Themen wie Frauenrechte und soziale Inklusion von benachteiligten Gruppen, etwa Frauen mit Behinderungen oder sexuelle Minderheiten, in den Mittelpunkt. Dies geschieht beispielsweise durch Pressemitteilungen und Veranstaltungen zum Thema Gewalt gegen Frauen. Auch ein Nationaler Aktionsplan zu Gewalt gegen Frauen wurde erstellt.


Lexikon der Entwicklungspolitik

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