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Arbeitsfelder und Instrumente

Zugang zu Recht und Gerichtsbarkeit für Frauen, politische Beteiligung und Mitbestimmung

Referendum im Südsudan: Zum Zeichen, dass die Stimme abgegeben wurde, wird den Wählerinnen und Wählern eine Fingerspitze mit Tinte eingefärbt.

Traditionelle, oft patriarchalisch geprägte Werte beeinflussen häufig die Einstellungen und Ansichten von Frauen und Männern und ihr Verhältnis zueinander. Diese Werte spiegeln sich in Gesetzen wider, die die Rechte und Ansprüche von Frauen missachten – speziell wenn es um Themen wie Ehe, Scheidung, Vergewaltigung, Gewalt und Erbschaft geht. Die Unterstützung bei der Reform solcher Gesetze ist deshalb ein Arbeitsfeld der Entwicklungszusammenarbeit.

Umfragen zeigen, dass vielen Frauen sogar bei den grundlegendsten Entscheidungen das Mitspracherecht verweigert wird – zum Beispiel, wenn es um Fragen der Gesundheit geht: An Stelle der Frau entscheidet ihr Ehemann oder manchmal auch die Schwiegermutter, wann und in welcher Form medizinische Behandlung in Anspruch genommen wird. Vor allem in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara und in Südasien haben Frauen kaum Mitsprachemöglichkeiten bei solchen Entscheidungen. In Burkina Faso, Nigeria und Mali berichteten nahezu 75 Prozent der Frauen, dass allein die Ehemänner über ihre medizinische Versorgung bestimmen.

Ein Schwerpunkt der deutschen Entwicklungszusammenarbeit ist, die Frauen dabei zu unterstützen, ihre Rechte kennen und anwenden zu lernen sowie ihre politische Teilhabe in der Gesellschaft zu fördern. Hierfür erhalten Fraueninitiativen in vielen Ländern Unterstützung bei ihrer Aufklärungs- und Lobbyarbeit.

Politische Beteiligung

In Dhaka, Bangladesch, nimmt eine Gewerkschafterin an einem Trainingsprogramm teil.

Die gleichberechtigte Beteiligung aller Bevölkerungsgruppen an politischen Prozessen ist eine wesentliche Voraussetzung für gute Regierungsführung und das prägende Element der Demokratie.

Doch die politische Repräsentanz von Frauen entspricht in vielen Ländern noch nicht ihrer tatsächlichen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Rolle: In den vergangenen Jahren ist der Anteil von Frauen in nationalen Parlamenten zwar gewachsen, doch im weltweiten Durchschnitt liegt er weiterhin bei nur 23 Prozent (Juni 2016). Auch in der Europäischen Union ist der Anteil der Parlamentarierinnen nicht wesentlich höher (27 Prozent, 2016). Wenn die Entwicklung so weitergeht, wird es noch sehr lange dauern, bis weltweit eine angemessene Frauenquote in den Parlamenten erreicht sein wird.

Deutschland hat mit mehr als der Hälfte seiner Kooperationsländern die Förderung von Demokratie, Zivilgesellschaft und öffentlicher Verwaltung als Schwerpunkt der gemeinsamen Zusammenarbeit vereinbart. In diesem Arbeitsbereich setzt sich Deutschland intensiv für die politische Gleichberechtigung der Geschlechter ein.

Zur Förderung der Repräsentanz von Frauen in Parlamenten trägt auch das Internationale Institut für Demokratie und Wahlunterstützung (International Institute for Democracy and Electoral Assistance, IDEA) mit Sitz in Stockholm bei. Deutschland ist seit 2002 Mitglied des IDEA.

Bei der Verteilung staatlicher Ausgaben muss berücksichtigt werden, dass Frauen und Männer meist unterschiedliche Verantwortlichkeiten und gesellschaftliche Rollen haben. Um ihren spezifischen Bedürfnissen und Interessen Rechnung zu tragen, ist es wichtig, dass Staaten nicht nur für bessere Zugangsbedingungen von Frauen zu Märkten sorgen, sondern auch verstärkt in zeitsparende Infrastruktur wie Transport, Wasser und Energie sowie in Kinderbetreuung investieren.

Umfassende Informationen über das deutsche Engagement für gute Regierungsführung und Demokratie finden Sie hier.


Lexikon der Entwicklungspolitik

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