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Arbeitsfelder und Instrumente

Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen

In einem Krankenhaus in Goma in der Demokratischen Republik Kongo wird eine Frau nach einer Vergewaltigung behandelt.

Gewalt gegen Frauen ist eine der schwerwiegendsten und am weitesten verbreiteten Menschenrechtsverletzungen weltweit. Körperliche und psychische Gewalt, sexueller Missbrauch, Zwangsheirat, Massenvergewaltigungen in Kriegs- und Krisensituationen oder weibliche Genitalverstümmelung – Gewalt gegen Frauen und Mädchen tritt in vielen Formen auf. Weltweit ist jede dritte Frau während ihres Lebens zumindest einmal von körperlicher oder sexueller Gewalt innerhalb oder außerhalb von Partnerschaften betroffen. In manchen Ländern liegt der Anteil sogar bei bis zu 70 Prozent. Viele Frauen leiden unter Mehrfachdiskriminierung und tragen deshalb ein erhöhtes Risiko, Opfer von Gewalt zu werden. Dazu gehören zum Beispiel indigene Frauen, Frauen in ländlichen Gebieten, Frauen mit Behinderung, Frauen auf der Flucht und Migrantinnen.

Die internationale Staatengemeinschaft hat sich mit der Agenda 2030 zum Ziel gesetzt, alle Formen von Gewalt gegen Frauen und Mädchen im öffentlichen und privaten Bereich, einschließlich des Menschenhandels und sexueller und anderer Formen der Ausbeutung, zu beseitigen (Nachhaltigkeitsziel 5.2). Zudem sollen alle schädlichen Praktiken wie Kinderheirat, Früh- und Zwangsverheiratung sowie die Genitalverstümmelung bei Frauen und Mädchen beseitigt werden (Ziel 5.3). Detaillierte Informationen über das deutsche Engagement gegen Genitalverstümmelung finden Sie hier.

Die Bekämpfung und Vorbeugung von Gewalt an Mädchen und Frauen ist ein zentrales Anliegen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Dies ist sowohl im Gleichberechtigungskonzept des BMZ von 2014 als auch im zweiten entwicklungspolitischen Gender-Aktionsplan 2016-2020 (GAP II) festgelegt.

Video: "Gewalt gegen Frauen und Mädchen erfolgreich verhindern"

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Häusliche Gewalt

Häusliche Gewalt gegen Frauen wird überwiegend von Ehemännern/Partnern ausgeübt. Die Gewalt in der Beziehung kann über Jahre hinweg anhalten, wobei die Abstände zwischen den Gewalttaten mit der Zeit immer kürzer werden und deren Intensität zunimmt. Dies bezeichnet man als Gewaltspirale. Der Gewalt liegt ein ungleiches Machtverhältnis zugrunde, welches vom Täter gezielt ausgenutzt und eingesetzt wird, um die eigenen Interessen gegen den Willen der Frau durchzusetzen.

Frauen jeder Herkunft, aus allen sozialen Schichten, mit unterschiedlichem Einkommen und Bildungsstand können Opfer häuslicher Gewalt werden. Die wenigsten Fälle werden angezeigt oder vor Gericht gebracht.

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit unterstützt die nationalen Bemühungen von Partnerländern, Frauen, die von geschlechtsspezifischer Gewalt betroffen sind, einen besseren Zugang zur Justiz und zu qualitativ hochwertigen Dienstleistungen zu verschaffen. Außerdem werden die Partnerländer dabei unterstützt, sich aktiv und kritisch mit gängigen gesellschaftlichen Normen und Geschlechterstereotypen auseinanderzusetzen und gezielt auf den Abbau bestehender struktureller Ungleichheiten hinzuarbeiten. Dabei ist es wichtig, auch die Jungen und Männer in diese Bemühungen einzubeziehen.


Frauen in bewaffneten Konflikten und in Friedensprozessen

Massenvergewaltigungen und andere Gewalttaten gegen Frauen werden immer öfter als Kriegstaktik eingesetzt. So werden allein in der Demokratischen Republik Kongo jährlich Tausende von Frauen vergewaltigt; in Sierra Leone haben während des Krieges 94 Prozent der weiblichen Flüchtlinge sexuelle Gewalt erlebt.

Deutschland setzt sich international für die Umsetzung der Resolution 1820 des UN-Sicherheitsrats ein, die sexualisierte Gewalt als Kriegsverbrechen definiert. Die Bundesrepublik tritt für die Bestrafung der Täter auf nationaler Ebene oder vor dem Internationalen Strafgerichtshof ein. Zudem unterstützt die Entwicklungszusammenarbeit die Maßnahmen der deutschen Bundesregierung zur Umsetzung der UN-Resolution 1325 ("Frauen, Frieden und Sicherheit"), die Frauen eine wichtige Rolle bei der Beilegung von Konflikten zuweist. Auch Maßnahmen zur Gewaltprävention werden von Deutschland unterstützt.

Dazu werden die spezifischen Belange der Frauen in und nach Konflikten in Maßnahmen der Entwicklungszusammenarbeit integriert.

Insbesondere im Kontext von Friedensförderung und Flucht wird die deutsche Entwicklungszusammenarbeit künftig noch stärker auf die spezifischen Herausforderungen und Bedürfnisse von Frauen und Mädchen eingehen und Maßnahmen zum Schutz vor und zur Prävention von sexueller und geschlechtsspezifischer Gewalt umsetzen. Ein Beispiel ist das Vorhaben "Stärkung der sozialen Teilhabe von palästinensischen Flüchtlingen" in Jordanien. Es fördert die Auseinandersetzung mit diskriminierenden und/oder Gewalt verstärkenden Männlichkeitsbildern und sensibilisiert die jordanische Gesellschaft auf diese Weise für das Thema der Geschlechterdiskriminierung und das hohe Maß an Gewalt gegen Frauen inklusive häuslicher Gewalt.

Eine enge Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen Organisationen und Frauenorganisationen ist dabei unerlässlich.


Frauenhandel, Zwangs- und Kinderprostitution

Ein weiterer Einsatzbereich der internationalen Entwicklungszusammenarbeit ist die Bekämpfung von Frauenhandel, Zwangs- und Kinderprostitution. In Zusammenarbeit mit der internationalen Gemeinschaft fördert die Bundesregierung in diesem Bereich Maßnahmen zur Prävention, zum Opfer- und Zeuginnenschutz und zur Rehabilitation und gesellschaftlichen Wiedereingliederung von Opfern.

Dazu gehört auch, dass Deutsche, die im Ausland Kinder sexuell missbrauchen, in Deutschland strafrechtlich verfolgt werden.


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Weitere Informationen

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