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Arbeitsfelder und Instrumente

Förderung der Gesundheit und Familienplanung

In der Provinz Helmand (Afghanistan) untersucht eine Hebamme eine schwangere Frau.

Jedes Jahr werden Millionen Frauen in Entwicklungsländern ungewollt schwanger – weil sie nicht aufgeklärt wurden oder keinen Zugang zu modernen Verhütungsmitteln haben. Viele von ihnen entscheiden sich in ihrer Not für einen Schwangerschaftsabbruch.

Täglich sterben mehr als 800 Frauen an den Folgen einer ungewollten Schwangerschaft oder durch Komplikationen während der Schwangerschaft oder bei der Geburt – 99 Prozent von ihnen in Entwicklungsländern. Mit der Agenda 2030 hat sich die internationale Staatengemeinschaft zum Ziel gesetzt, den allgemeinen Zugang zu Diensten im Bereich der sexuellen und reproduktiven Gesundheit sicherzustellen, einschließlich Familienplanung, Information und Aufklärung (globale Entwicklungsziele 3.7 und 5.6).

Im Rahmen internationaler Vereinbarungen hat sich Deutschland verpflichtet dazu beizutragen, dass Frauen über ihre Sexualität selbst bestimmen können. Dies erfordert Investitionen in Gesundheit und Bildung, Familienplanung und Aufklärungsarbeit.

Das deutsche Engagement umfasstn ein breites Spektrum an Maßnahmen. Sexualaufklärung und HIV-Prävention, Familienplanung und die Versorgung bei Schwangerschaft und Geburt gehören ebenso dazu wie die Vorbeugung und Behandlung sexuell übertragbarer Krankheiten, die Prävention geschlechtsspezifischer Gewalt und Maßnahmen zur Überwindung von weiblicher Genitalverstümmelung. Übergeordnetes Leitprinzip ist die Orientierung an den Menschenrechten.

Deutsche Förderung deutlich erhöht

Verhütungsmittelberatung in einer Gesundheitsstation in Bujumbura, Burundi

Zur Verbesserung der sexuellen und reproduktiven Gesundheit in Entwicklungsländern hat Deutschland seit der UN-Konferenz über Bevölkerung und Entwicklung in Kairo (1994) insgesamt mehr als eine Milliarde Euro zur Verfügung gestellt. Auf dem G8-Gipfel 2010 in Muskoka hat Deutschland zusätzliche Mittel für die Gesundheit von Müttern und Kindern zugesagt.

Das BMZ hat dazu unter anderem die Initiative "Selbstbestimmte Familienplanung" ins Leben gerufen. Ab 2011 wurden die jährlichen Finanzmittel zur Unterstützung der selbstbestimmten Familienplanung und reproduktiven Gesundheit auf rund 90 Millionen Euro im Jahr verdoppelt. 2015 wurde die Initiative bis mindestens 2019 verlängert und um weitere 10 Millionen Euro auf 100 Millionen Euro jährlich aufgestockt. Damit schreibt das BMZ das kontinuierliche Engagement Deutschlands zur Erfüllung der Ziele der Weltbevölkerungskonferenz von Kairo fort.

Auch die Bildungsarbeit für Familienplanung wird vom BMZ verstärkt gefördert. Die von Deutschland unterstützten Programme richten sich nicht nur an Frauen, sondern zielen auch darauf ab, die Männer stärker in die Verantwortung einzubeziehen.

Darüber hinaus engagiert sich das BMZ in einer Vielzahl von bi- und multilateralen Initiativen. Seit 2006 unterstützt das BMZ die Arbeit der Impfallianz Gavi und hat seitdem bis einschließlich 2015 insgesamt 164 Millionen Euro bereitgestellt. Als Gastgeber der Wiederauffüllungskonferenz im Januar 2015 hat Deutschland seinen Beitrag für Gavi erheblich aufgestockt: Bis 2020 sollen insgesamt 600 Millionen Euro bereitgestellt werden.

Zudem unterstützt das BMZ unter anderem die Internationale Familienplanungsvereinigung (International Planned Parenthood Federation, IPPF), den Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) und die Weltgesundheitsorganisation (WHO).


HIV und Aids

Der Anteil der Frauen und Mädchen unter den HIV-Infizierten ist in den vergangen Jahren stark angestiegen und beträgt heute weltweit etwa 50 Prozent. Mangelnde Gleichberechtigung und fehlende sexuelle Selbstbestimmung tragen dazu bei, dass Frauen häufig nicht genügend über die Infektionsrisiken aufgeklärt sind. Daher sind sie auch nicht in der Lage, sichere Schutzmethoden anzuwenden und einzufordern.

Deutschland unterstützt zahlreiche Vorhaben zur Prävention und Bekämpfung von HIV und Aids – zum Beispiel durch die Beteiligung am Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria. Die Bundesrepublik fördert außerdem Maßnahmen zum Aufbau von Gesundheitsdiensten und Krankenversicherungssystemen.

Umfassende Informationen über das deutsche Engagement für sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte finden Sie ​hier.


Lexikon der Entwicklungspolitik

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