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Arbeitsfelder und Instrumente

Bildung für Frauen und Mädchen

Schülerin in einer provisorischen Grundschule für syrische Flüchtlinge im Libanon

Investitionen in Bildung für Mädchen sind die wirksamsten Einzel­investitionen, die ein Entwicklungs­land vornehmen kann. Die Aus­bildung von Mädchen wirkt auf alle Dimensionen der Ent­wicklung: geringere Kinder- und Müttersterblichkeit, eine ge­ringere Frucht­bar­keitsrate, höherer Bildungsstand bei Töchtern und Söhnen, höhere Produktivität und besserer Umgang mit der Umwelt.
aus einer Studie der Weltbank

Bildung ist ein grundlegendes Menschenrecht sowie Voraussetzung für eine erfolgreiche Umsetzung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung. Das Recht von Mädchen und jungen Frauen auf Bildung ist im globalen Entwicklungsziel 4 verankert ("Inklusive, gleichberechtigte und hochwertige Bildung gewährleisten und Möglichkeiten lebenslangen Lernens für alle fördern").

Ein gleichberechtigter Zugang zu Schule und Berufsausbildung hilft Frauen dabei, einen Arbeitsplatz außerhalb des eigenen Haushalts zu finden, ein eigenes Einkommen zu erwirtschaften, ihre gesellschaftliche Stellung zu verändern und dadurch politischen Einfluss zu erlangen.

Seit 1990 nähert sich der Bildungsstand von Mädchen und Jungen immer weiter an. Mädchen sind im Zugang zu Bildung dennoch nach wie vor stärker benachteiligt. Weltweit können 14 Prozent der Erwachsenen weder lesen noch schreiben. Zwei Drittel dieser rund 780 Millionen Menschen sind Frauen – ein Anteil, der sich in den letzten 20 Jahren nur geringfügig verändert hat.

2011 kamen in Entwicklungsländern auf 100 Jungen, die zur Grundschule gingen, im Durchschnitt 97 Mädchen. Bereits in der Sekundarstufe nimmt die Ungleichheit jedoch zu, besonders in Afrika südlich der Sahara: Hier kamen in der weiterführenden Schule auf 100 Jungen nur 83 Mädchen. Nach Angaben der Vereinten Nationen hatten 2012 nur vier Prozent aller Entwicklungsländer mit verfügbaren Daten die Geschlechtergleichheit auf allen Bildungsebenen erreicht.

Bildungs- und Motivationskampagnen

Berufsausbildung in Kigali, Ruanda

Die Gründe für den Fortbestand geschlechtsspezifischer Bildungsunterschiede sind vielfältig. Dazu gehören die Pflicht von Mädchen, im elterlichen Haushalt zu helfen, Mangel an Lehrerinnen und anderen weiblichen Vorbildern, frühe Schwangerschaft und Heirat, die Angst der Familie vor sexuellen Belästigungen und Gewalt, ein zu weiter und gefährlicher Schulweg oder auch das Fehlen getrennter sanitärer Anlagen für Mädchen in den Schulen.

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit fördert deshalb gezielt die Grundbildung und den Zugang zu Berufsausbildungen für Mädchen und junge Frauen. Mit Alphabetisierungs- und Motivationskampagnen werden Frauen ermuntert, Grundbildung nachzuholen und sich zu qualifizieren.

Umfassende Informationen über das deutsche Engagement für Bildung finden Sie ​hier.


Lexikon der Entwicklungspolitik

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