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Standards

Konvention der Weltläden


Kunden in einem Weltladen

Ein großer Teil der fair gehandelten Produkte wird in Deutsch­land über Fach­geschäfte, die sogenannten Welt­läden, verkauft. Sie haben ihren Ursprung in den Protest­bewegungen politischer und kirch­licher Gruppen in den 1970er Jahren.

Als Grundlage ihrer Arbeit dient den Mit­gliedern des Weltladen-Dach­verbands seit 1998 die "Konvention der Weltläden". Das Grund­satz­papier gilt für Produ­zenten, Importeure und Welt­läden gleicher­maßen. 2010 wurde die Konvention überarbeitet und gibt nun sieben Standards vor, die sich an den Prinzipien der WFTO orientieren:

  1. ​Handelspraktiken: Kooperation aller beteiligten Akteure, Vermeidung unfairen Wettbewerbs, keine Gewinn­maximierung auf Kosten anderer, faire Preise, Re­investition der Über­schüsse, frist­gerechte und professionelle Erfüllung der vertrag­lichen Verpflichtungen
  2. Arbeitsbedingungen: Sozial­verträg­lich­keit im Herstellungs- und Vermarktungs­prozess (Arbeits­zeiten und -bedingungen, Bezahlung, soziale Absicherung), Ausschluss von Diskriminierung, Ausschluss von ausbeuterischer Kinder­arbeit und Zwangs­arbeit, Recht auf Gewerk­schafts­freiheit
  3. ​Transparenz: Produzenten, Import­organisationen und Welt­läden geben ihren Handels­partnern Einsicht in Ziel­setzungen, Organisations­struktur, Entscheidungs­prozesse, Besitz­verhält­nisse, finan­zielle Situation, Handels­wege und Handels­kriterien
  4. Bildungs- und Informationsarbeit: Vermittlung von Informationen über Produkte, Produzenten, Wege des Produkts zum Verbraucher, Rah­men­be­din­gun­gen und Macht­verhältnisse im Welt­handel, Weiter­bildungs­maßnahmen für Mit­arbeite­rinnen und Mitarbeiter
  5. ​Öffentlichkeitsarbeit: Presse­arbeit, politische Kampagnen und Werbung, um die Ziele des Fairen Handels zu vermitteln
  6. Umweltschutz: größtmögliche Umwelt­verträg­lich­keit bei Produktion und Vermarktung (Energie­verbrauch, Müll­entsorgung, Verpackungs­materialien), Wahl der Transport­wege und -mittel nach sozialen und ökologischen Aspekten
  7. Ergänzungsprodukte: möglicher Verkauf von Produkten aus sozial- und umwelt­verträglicher Herstellung, deren Haupt­roh­stoffe nicht von Handels­partnern im Süden stammen (zum Beispiel Recycling­papier oder regionale Bio­produkte), Ergänzungs­produkte und Informations­materialien zur Weltladen-Arbeit nehmen jedoch nicht mehr als 25 Prozent der Regal­fläche ein.

Der Weltladen-Dachverband versucht, mit Hilfe eines Lieferanten­katalogs den Weltläden die Auswahl ihrer Zulieferer zu erleichtern. Firmen und Orga­ni­sa­tio­nen, die in dieses Verzeichnis auf­ge­nommen werden möchten, müssen nach­weisen, dass sie Fairen Handel im Sinne der Welt­läden betreiben und die Regeln der Weltladen-Konvention einhalten.

Der Lieferanten­katalog steht allen Besuchern der Weltladen-Homepage offen. Mitglieder des Dach­verbands haben zudem die Möglich­keit, im internen Bereich der Website die ausführ­lichen Bewertungen zu lesen.

Lexikon der Entwicklungspolitik

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