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Fairer Handel

Engagement des BMZ für den Fairen Handel


Sapna Mandloi, eine Arbeiterin der Fairtrade-Baumwollfarm Pratibha in Indien, bei der Baumwollernte

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstützt den Fairen Handel in Deutschland als wichtigen Bestandteil der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit. Die meist ehrenamtlichen Akteure informieren die Bürgerinnen und Bürger über entwicklungspolitische Anliegen und Zusammenhänge des internationalen Handels. Sie zeigen auf, wie jeder Einzelne über sein Konsumverhalten Einfluss auf die Arbeits- und Lebensbedingungen der Menschen in Entwicklungsländern nehmen kann. Dafür stellt das BMZ 2016 Fördermittel in Höhe von über 3,3 Millionen Euro zur Verfügung.

Das Bundesentwicklungsministerium fördert darüber hinaus die Entwicklung eines Fairtrade-Textilstandards. Bislang beschränkt sich der Fairtrade-Ansatz auf den Baumwollanbau. Ziel ist nun, ihn auf die gesamte Wertschöpfungskette von Textilien auszuweiten, um faire Arbeitsbedingungen in den Produktionsbetrieben zu gewährleisten.

Neben der Bildungs­arbeit wurden außerdem Instru­mente entwickelt, um den Fairen Handel direkt in den Ent­wick­lungs­ländern zu fördern. So stellt das BMZ zum Beispiel künftig mehr Mittel für Nicht­regierungs­organisationen zur Ver­fügung, die sich vor Ort entsprechend engagieren.

Außerdem beteiligt sich das BMZ am "Fairtrade Access Fonds" der KfW Entwicklungs­bank. Dieser förderte 2013/2014 18 Fairtrade-Kooperativen in Latein­amerika durch Kredite in Höhe von 16,7 Millionen US-Dollar. Eine Ausweitung der Fonds-Aktivitäten nach Afrika ist in Planung.

Faire Woche

Logo: Faire Woche

Im Mittelpunkt des BMZ-Engage­ments in Deutsch­land steht die all­jährlich stattfindende "Faire Woche" des Forums Fairer Handel. Die größte Veranstaltung dieser Art in Deutsch­land soll das Bewusst­sein der Ver­brauche­rinnen und Ver­braucher für die Belange des Fairen Handels schärfen und sie dazu moti­vieren, häufiger fair gehandelte Produkte einzukaufen.

Die Faire Woche 2017 fand vom 15. bis 29. September unter dem Motto "Fairer Handel schafft Perspektiven" statt. Welt­läden, Aktions- und Jugend­gruppen, Super­märkte, Gastro­nomen, Schulen und Städte sowie viele weitere Akteure luden zu mehr als 2.000 Aktionen und Ver­anstaltungen ein.


Hauptstadt des Fairen Handels

Preisverleihung "Hauptstadt des Fairen Handels" 2013

Die im Auftrag des BMZ handelnde Service­stelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) richtet seit 2003 alle zwei Jahre den Wett­bewerb um die "Haupt­stadt des Fairen Handels" aus. Aus­ge­zeich­net werden vor­bild­liche Akti­vi­täten der Kommunen zur Förderung des Fairen Handels. Dazu gehören zum Beispiel Aktionen des Stadt­marketings, Schul­projekte und gemeinsame Aktivitäten mit der Wirtschaft. Gewürdigt wird auch der Einkauf fair gehandelter Produkte, etwa der Ausschank fair gehandelten Kaffees in Behörden und die Verarbeitung von Fair-Handels-Produkten in den Kantinen kommu­naler Einrichtungen.

Das BMZ lobt den Wett­bewerb aus und stellt die Preis­gelder in Höhe von ins­gesamt 105.000 Euro zur Verfügung. 2015 beteiligten sich 84 Kommunen mit 818 Projekten. Bisherige Gewinner waren Saarbrücken (2015), Rostock (2013), Bremen (2011), Marburg (2009), Düssel­dorf (2007) und Dortmund (2003 und 2005).


Netzwerk Faires Beschaffungswesen

Eine weitere Initiative der Service­stelle Kommunen in der Einen Welt ist das 2007 gegründete bundes­weite Netz­werk Faires Beschaffungs­wesen.

Es setzt sich dafür ein, soziale Standards bei der Vergabe von öffent­lichen Aufträgen ein­zu­halten. Dazu gehören auch der Einkauf fair gehandelter Produkte und der Verzicht auf Güter, die durch Kinder­arbeit oder unter Verletzung sozialer Mindest­stan­dards hergestellt werden. Zu den Produkten, die von Kommunen angeschafft und häufig unter aus­beu­te­rischen Bedingungen hergestellt werden, zählen zum Beispiel Pflaster­steine, Computer, Berufs­bekleidung, Fuß­bälle und Feuer­werks­körper.


Kompass Nachhaltigkeit

Nachhaltige Beschaffung? Wie soll das gehen? Welche Sozial- und Umweltsiegel bieten Orientierung? Und wo kann ich entsprechende Produkte erhalten?

Antworten auf diese Fragen gibt der "Kompass Nachhaltigkeit". Das Online-Portal wurde im Auftrag des BMZ entwickelt und unterstützt für die Beschaffung verantwortliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Kommunen dabei, Kriterien wie Umweltfreundlichkeit und Sozialverträglichkeit bei der Auftragsvergabe zu berücksichtigen. Ob Visitenkarten, Feuerwehruniformen oder Pflastersteine – die Produktsuche liefert Ausschreibungsbeispiele sowie Kontakte zu Experten und Händlern.


Weitere Informationen

Informationen

Siehe auch

Externe Links

Lexikon der Entwicklungspolitik

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