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Sonderinitiative EINEWELT ohne Hunger

Programm "Verantwortungsvolle Landpolitik"

Offenes Zauntor in der Nähe des Klosters Amarbayasgalant, Mongolei

Nur wenn der Zugang zu fruchtbarem Boden, zu Wasser und anderen natürlichen Ressourcen gewährleistet ist, kann es Ernährungssicherheit geben. Die Sicherheit, Land auch künftig zu besitzen beziehungsweise nutzen zu können, ist eine wichtige Voraussetzung, um Investitionen zu tätigen und das Land produktiv und nachhaltig zu bewirtschaften. Dann ist Entwicklung möglich.

Hier setzt das Programm "Verantwortungsvolle Landpolitik" der Sonderinitiative "EINEWELT ohne Hunger" an: Es unterstützt die Partnerländer Benin, Peru und Uganda bei der Förderung einer verantwortungsvollen Landpolitik.

Transparenz und Partizipation fördern

Verantwortungsvoll bedeutet: Die Sicherung der Landrechte der lokalen Bevölkerung, insbesondere von indigenen Gruppen und Frauen, hat oberste Priorität. Um Korruption und Vetternwirtschaft zu vermeiden, sind Transparenz und Partizipation im Prozess der Formalisierung der Landrechte von großer Bedeutung. Investitionen sollen sozial und umweltverträglich getätigt werden. Das heißt unter anderem, dass die Bevölkerung in die Planung und Durchführung der Investitionen einbezogen und bei Landverlusten angemessen entschädigt wird. Dabei werden staatliche und nichtstaatliche Akteure eingebunden – zum Beispiel Nichtregierungsorganisationen, die über Landrechte informieren.


Kleinbäuerinnen und -bauern als Zielgruppe

Zielgruppen des Programms sind Kleinbäuerinnen und -bauern sowie Hirten. Sie leben in Regionen mit kaum oder ungesicherten Landnutzungs- oder Landbesitzrechten. Unter ihnen befinden sich benachteiligte Gruppen, wie zum Beispiel indigene Gemeinschaften, Vertriebene, Flüchtlinge oder Jugendliche. Frauen werden besonders berücksichtigt, da sie eine wichtige Rolle für die Ernährungssicherung einnehmen, jedoch häufig beim Zugang zu Land besonders benachteiligt sind.

Grundlage für eine verantwortungsvolle Landpolitik sind die "Freiwilligen Leitlinien für die verantwortungsvolle Verwaltung von Boden- und Landnutzungsrechten, Fischgründen und Wäldern" und die "Prinzipien für verantwortungsvolle Agrarinvestitionen" des UN-Welternährungsausschusses. Sie beinhalten, dass Behörden – bevor sie einem Grundstücksverkauf zustimmen – die Auswirkungen für Einwohner und Natur abschätzen müssen. Außerdem sehen sie vor, dass auch Gewohnheitsrechte geschützt werden, nicht nur Eigentums- und Nutzungsrechte, die formell niedergeschrieben sind.

Für das Programm steht ein Budget von 15,5 Millionen Euro zur Verfügung, das sich in etwa gleichmäßig auf die drei Länder Benin, Peru und Uganda verteilt. Hinzu kommen Beiträge der Partnerregierungen. Geplant ist eine Laufzeit des Projekts bis September 2019.


Lexikon der Entwicklungspolitik

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