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Ernährung sichern

Das Recht auf Nahrung verwirklichen

Mütter und Kinder im Dorf Kabunyata in Uganda

Das Recht auf Nahrung ist ein Menschenrecht. Es ist nicht nur in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte verankert, sondern auch im Internationalen Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte (Sozialpakt) von 1976. Daraus folgt die Verantwortung der Staaten und Regierungen, dieses Recht zu verwirklichen.

Ernährungssicherung ist ein Förderschwerpunkt des Bundesentwicklungsministeriums. Deutschland unterstützt seine Partnerländer dabei, die Ernährungslage der Bevölkerung zu verbessern und zu sichern. Zu diesem Zweck sollen die ländlichen Räume entwickelt und die natürlichen Ressourcen geschützt werden.

Hilfe zur Selbsthilfe

Zur Sicherung der Ernährung sind umfangreiche Reformprozesse notwendig, zum Beispiel in der Regierungsführung, in der Wirtschaft, den Handelsbeziehungen oder auch bei Raumplanung und -entwicklung. Unterstützung von außen reicht dabei nicht aus: Die Verantwortung liegt bei den Entwicklungsländern selbst. Sie benötigen den politischen Willen, das Menschenrecht auf Nahrung zu verwirklichen, sowie eine angemessene institutionelle, finanzielle, technische und personelle Ausstattung. Leitgedanke der deutschen Entwicklungspolitik ist daher die Hilfe zur Selbsthilfe.

Viele Länder haben in den vergangenen Jahren Strategien zur Ernährungssicherung und landwirtschaftliche Investitionspläne entwickelt. Wichtige Empfehlungen dazu geben die 2004 von der Welternährungsorganisation FAO verabschiedeten "Freiwilligen Leitlinien zum Recht auf angemessene Nahrung", die von der Bundesregierung maßgeblich gefördert wurden.


Kenntnisse über Hygiene, Lagerung und Zubereitung von Lebensmitteln vermitteln

Bohnen auf dem Markt in Ouagadougou, Burkina Faso

Eine gesunde Ernährung in den ersten 1.000 Tagen eines Kindes, von der Entstehung im Mutterleib an gerechnet, ist entscheidend für sein ganzes Leben. Aber der Zugang zu ausreichend Kalorien und nährstoffreicher Nahrung reicht nicht aus. Für eine gesunde Ernährung sind auch Kenntnisse über die Verwertung, Lagerung und Zubereitung der Nahrung sowie über Hygienemaßnahmen entscheidend. Von großer Bedeutung ist dabei der Zugang zu sauberem Trinkwasser, zu Gesundheitsversorgung sowie zu sozialer Sicherung.


Menschen gegen Krisen wappnen

Viele von Unterernährung betroffene Menschen leben in Gebieten, die von gewaltsamen Konflikten oder Naturkatastrophen geprägt sind. Faktoren wie der Klimawandel, immer knapper werdende Ressourcen und unklare Landrechte verschärfen die Situation zusätzlich. Meist sind es gerade die Verwundbarsten – häufig Frauen und Kleinkinder –, die von solchen Krisen am härtesten getroffen werden und deren Ernährung dadurch besonders stark gefährdet ist.

Damit diese Gruppen, aber auch alle andere Menschen einer gefährdeten Region, sich ausreichend und gut ernähren können, muss ihre Widerstandsfähigkeit gestärkt werden. "Resilienz" bedeutet hier, Krisen besser abfedern zu können. Böden, Wälder und Gewässer gilt es dabei zu schützen, denn gerade sie werden in Krisenzeiten oft stark übernutzt. Wenn eine Vielzahl von stärkenden Maßnahmen ineinander greift, können stabile Systeme entstehen, die die Ernährungssituation langfristig sichern.


Lexikon der Entwicklungspolitik

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