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Ländliche Entwicklung

Produktivität der Landwirtschaft fördern, Infrastruktur verbessern und alternative Einkommensmöglichkeiten schaffen


Marktszene in Beira, Mosambik

Hunger und Armut sind wichtige Gründe, warum Menschen ihre Heimat verlassen. Städte versprechen Arbeit, höhere Löhne und eine bessere medizinische Versorgung. Auf dem Land sind die Bildungs- und Aufstiegschancen oft schlechter, soziale Leistungen gibt es kaum. Übernutzte natürliche Ressourcen, Landmangel, Naturkatastrophen oder die Folgen des Klimawandels können ebenfalls dazu beitragen, dass Menschen abwandern.

Die Veränderungen auf dem Land zeigen sich am deutlichsten in der Landwirtschaft. Viele Bäuerinnen und Bauern erwirtschaften auf ihren Flächen kein ausreichendes Einkommen. Gleichzeitig haben viele bäuerliche Betriebe das Potenzial, Innovationen aufzugreifen und produktiver zu werden. Und eine steigende Produktivität ist dringend notwendig, denn bis zum Jahr 2050 müssen weltweit 60 Prozent mehr Lebensmittel verfügbar sein. Nur so kann die wachsende Weltbevölkerung ernährt werden.

Das Land lebenswert machen

Erfolgreiche, in den Markt integrierte landwirtschaftliche Betriebe und deren Zusammenschlüsse können ganze Regionen beflügeln. Sie sind die Grundlage für Beschäftigungsmöglichkeiten in und außerhalb der Landwirtschaft – zum Beispiel in der Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte, im Handwerk, Transport und Handel.

Um Menschen auf dem Land zu halten, muss jedoch noch mehr geschehen. Das Land muss auch durch bessere Infrastruktur und Dienstleistungen wie Wasser, Energie, Mobilität, Kommunikation, Gesundheit und Bildung attraktiver werden. Arbeitsplätze auch außerhalb der Landwirtschaft sind wichtig.

Doch der ländliche Strukturwandel bringt auch Herausforderungen mit sich: Menschen brauchen soziale Unterstützungsangebote, niemand darf abgehängt werden. Lebensgrundlagen müssen langfristig erhalten werden, natürliche Ressourcen brauchen Schutz.


Strukturwandel vielschichtig begleiten

Deutschland unterstützt mit der Sonderinitiative "EINEWELT ohne Hunger" Partnerländer weltweit dabei, Entwicklungschancen für den landwirtschaftlichen Sektor und ländliche Räume zu gestalten. Die Weichen sollen so gestellt werden, dass Strukturwandel sozial verträglich und ökologisch nachhaltig verlaufen kann. Das BMZ stärkt deshalb eine nachhaltige Agrarpolitik und ländliche Wirtschaftsentwicklung, fördert Investitionen in den ländlichen Raum und setzt sich für dezentrale Strukturen ein. Die Hauptziele sind eine produktivere Landwirtschaft und die Förderung von Beschäftigungsmöglichkeiten in und außerhalb der Landwirtschaft.

Nachhaltiger Strukturwandel kann nur als gemeinsame Anstrengung funktionieren – die Menschen müssen den Wandel mitgestalten. Fach- und themenübergreifende Ansätze, die von öffentlichen, gesellschaftlichen und privaten Gruppen gemeinsam getragen und umgesetzt werden, sind deshalb der Schlüssel für zukunftsfähige ländliche Räume.


Lexikon der Entwicklungspolitik

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