Hauptinhalt

Sonderinitiative EINEWELT ohne Hunger

Boden schützen, Ackerflächen wieder nutzbar machen

Kleinbäuerliche Siedlung in Mali

Das Programm "Bodenschutz und Bodenrehabilitierung für Ernährungssicherheit" der Sonderinitiative "EINEWELT ohne Hunger" trägt dazu bei, Ackerflächen von Kleinbauern und Weideland von Wanderviehwirten zu schützen und wieder nutzbar zu machen. In Äthiopien, Benin, Burkina Faso, Kenia und Indien werden seit 2015 bewährte Techniken eingeführt und neue Ansätze für bessere Bodenfruchtbarkeit erprobt.

Dabei werden den Landwirten Anbaumethoden und Schutzmaßnahmen vermittelt, die an den Klimawandel angepasst sind und möglichst zum Erhalt der Biodiversität beitragen. Wo möglich, wird das Produktionssystem so umgestellt, dass weniger Treibhausgase ausgestoßen werden und Boden und Pflanzen mehr Kohlenstoff speichern.

Durch Erfahrungsaustausch und gemeinsames Lernen werden Erkenntnisse aus verschiedenen Regionen geteilt, zum Beispiel zum Management von Bodenfruchtbarkeit und -bearbeitung, zu Weidemanagement bis hin zum Bau von Talschwellen. Politikberatung trägt dazu bei, günstige Rahmenbedingungen und Anreize zu schaffen, so dass Boden verantwortungsvoll genutzt werden kann.

Die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern sollen von diesem nachhaltigen Landmanagement unmittelbar profitieren: Ihre Erträge sollen steigen und ihr Zugang zu fruchtbarem Land soll sich verbessern. Bis 2021 stellt Deutschland für das Programm 93 Millionen Euro zur Verfügung. Mehr als 200.000 Hektar Boden sollen wieder nutzbar gemacht werden.

Aktive Teilhabe, vor allem von Frauen

Integriertes Entwicklungsprojekt in Ostäthiopien, bei dem insbesondere Frauen in den Bereichen Bildung und Landwirtschaft gefördert werden.

Das Programm fördert die aktive Teilnahme und Teilhabe von Kleinbäuerinnen und Kleinbauern und weiterer Akteure aus der Zivilgesellschaft, den Gebietskörperschaften sowie von staatlichen Stellen auf allen Ebenen. Die Maßnahmen werden partizipativ geplant und umgesetzt.

Ziel ist, die Fähigkeit zur Selbsthilfe der Kleinbäuerinnen und -bauern unmittelbar zu stärken, so dass sie nachhaltigen Bodenschutz eigenständig umsetzen und den Folgen des Klimawandels besser begegnen können. Dabei soll auch ein Beitrag zu größerer Arten- und Sortenvielfalt auf Acker und Weide (Agrobiodiversität) geleistet werden.

Bei der Auswahl der teilnehmenden Betriebe wird besonders darauf geachtet, dass überdurchschnittlich viele Frauen erreicht werden. Unter anderem werden gezielt Tätigkeiten gefördert, die in erster Linie von Frauen oder Jugendlichen verrichtet werden. Ihnen fehlt in der Regel der Zugang zu Land, Beratung und Produktionsmitteln. In Entscheidungen, die die landwirtschaftliche Produktion anbelangen, werden sie normalerweise nicht miteinbezogen. Hier setzt das Programm an. So stellen Jugendgruppen beispielsweise Kompost her und verkaufen diesen anschließend. Frauen nehmen an Planungsprozessen teil, von denen sie sonst ausgeschlossen wären.


Praxisbeispiel 1: Eine neue Bodennutzungspolitik für Kenia

Feldarbeit in Nordkenia

Im Westen Kenias liegt eine der am dichtesten besiedelten Regionen des Landes. Infolge des hohen Bevölkerungsdrucks, unsachgemäßer Düngung und nicht nachhaltiger Anbaumethoden verliert der Boden dort massiv an Fruchtbarkeit. Das macht sich durch deutlich geringere Ernten bemerkbar.

Die Sonderinitiative "EINEWELT ohne Hunger" bringt mit dem Programm "Bodenschutz und Bodenrehabilitierung" Experten aus verschiedenen Fachrichtungen (Landwirtschaft, Umwelt, Wasser und andere) in einer Arbeitsgruppe zusammen. Gemeinsam suchen sie nach Antworten auf vorhandene Herausforderungen, etwa das Nährstoffmanagement für den Boden. Das Ziel ist klar definiert: die Entwicklung einer nachhaltigen Politik zur Nutzung der Ressource Boden. In partnerschaftlicher Zusammenarbeit schaffen sie Rahmenbedingungen und Anreize, damit die Anbaupraktiken an die jeweiligen Standorte angepasst werden und die Landdegradierung, also der Verlust wichtiger Bodenfunktionen, aufgehalten wird.

Im Rahmen des Programms wird die Politik auf allen Regierungsebenen beraten, um den kenianischen Dezentralisierungsprozess zu unterstützen. Die Empfehlungen werden auf regionaler Ebene über landwirtschaftliche Beratungsdienste, Nichtregierungsorganisationen und Bauerngruppen umgesetzt. Politischer Träger des Programms ist das kenianische Landwirtschaftsministerium.


Praxisbeispiel 2: Nachhaltiges Landmanagement in Benin

In Benin sind zwei Drittel der landwirtschaftlichen Flächen von Degradierung betroffen. Dadurch ist die Ernährungs- und Einkommensgrundlage der überwiegend als Kleinbauern lebenden Bevölkerung bedroht. Um dem entgegenzuwirken, fördert die beninische Regierung unter anderem bewährte Praktiken zum nachhaltigen Landmanagement auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene.

Die Sonderinitiative "EINEWELT ohne Hunger" unterstützt diese Bemühungen durch das Programm "Bodenschutz und Bodenrehabilitierung". Gefördert werden zum Beispiel pflanzliche und bauliche Maßnahmen, die die Fruchtbarkeit des Bodens wieder erhöhen, und eine angepasste, vorwiegend organische Düngung. Es werden Lehrpläne für Beratungsdienste ausgearbeitet und ihre Mitarbeiter fortgebildet.

Auf nationaler Ebene fördert das Programm den Austausch zwischen Umwelt- und Landwirtschaftsministerium sowie mit internationalen Wissensnetzwerken, um das Thema Bodenschutz in nationale Strategien einzubetten.


Lexikon der Entwicklungspolitik

Fenster schließen

 

Seite teilen