Hintergrund
Ländliche Regionen fördern, Eigenverantwortung stärken
Rund 75 Prozent der Menschen, die auf dem Land leben, sind extrem arm. Sie haben kein oder nur ein geringes Einkommen und nur wenig Möglichkeiten, diese Situation zu verbessern. Starkes Bevölkerungswachstum, mangelnde Bildung und fehlende soziale Versorgung erschweren ihre Situation. Viele dieser Menschen sind unterernährt und krank. Von gesellschaftlichen und politischen Entscheidungsprozessen sind sie weitgehend ausgeschlossen. Der Klimawandel und seine Auswirkungen auf die Nahrungsmittelversorgung kann die Lage der Armen in Zukunft weiter verschlechtern. mehr
Wirtschaftsförderung
Produktivität des Agrarsektors erhöhen
In einkommensschwachen Ländern ist die Landwirtschaft häufig der entwicklungsfähigste Sektor. Ein großer Teil der Bevölkerung in den Entwicklungsländern ist direkt von der Landwirtschaft abhängig. Die Förderung der landwirtschaftlichen Produktion und Vermarktung sowie der Verarbeitung von Rohstoffen ist daher ein wesentlicher Bestandteil der deutschen Entwicklungszusammenarbeit im Bereich der ländlichen Entwicklung. mehr
Dezentralisierung
Effizienz von Verwaltungen steigern
Die Erfahrung der Bundesrepublik Deutschland zeigt, dass eine Dezentralisierung der Verwaltungen nach dem Subsidiaritätsprinzip eine notwendige Bedingung für erfolgreiche Regionalentwicklung ist. Durch Dezentralisierung kann die Effizienz von Verwaltungen gesteigert werden. Der Einsatz von öffentlichen Mitteln kann zum Beispiel besser an den Bedarf der jeweiligen Region angepasst werden und die politische Teilhabe der Bevölkerung auf dem Land kann verbessert werden. Effiziente regionale und lokale Institutionen der öffentlichen Verwaltung im Rechts-, Bildungs-, Gesundheits- und Beratungsbereich sind Schlüsselakteure der ländlichen Entwicklung. mehr
Land- und Agrarreformen
Zugang zu Produktionsmitteln sichern
In vielen Entwicklungsländern haben die Kleinbauern keinen gesicherten Zugang zu Produktionsmitteln wie Boden, Wasser oder Saatgut. Das Land ist oft ungleich verteilt; es gibt häufig wenige Großgrundbesitzer und viele Kleinbauern, die nur sehr kleine Flächen bewirtschaften. Die kleinen Flächen bringen nur wenige Erträge. Ein weiteres Problem sind oft ungeklärte Bodenrechtsverhältnisse. Wenn nicht klar ist, wer das Land nutzen darf, entstehen Konflikte. Und wenn langfristig keine eindeutigen Eigentums- und Nutzungsrechte vorliegen, lohnen sich Investitionen nicht. mehr
Natürliche Ressourcen schützen
Raubbau verhindern
Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft können die wirtschaftliche Grundlage in ländlichen Gebieten nur so lange sichern, wie sie nachhaltig betrieben werden. Dazu ist ein schonender Umgang mit den natürlichen Ressourcen erforderlich: Boden und Wasser müssen geschützt, die biologische Vielfalt erhalten und das Gleichgewicht der Ökosysteme muss gesichert werden. mehr
Gleichberechtigung
Frauen in in ländliche Entwicklungsmaßnahmen einbinden
Traditionell leisten Frauen in den meisten Entwicklungsländern die Hauptarbeit im Bereich Ernährung – von der Produktion über die Verarbeitung bis zur Vermarktung und Zubereitung der Lebensmittel. In ländlichen Gebieten sind sie dabei meistens auf sich allein gestellt, weil die Männer in den Städten nach Arbeit suchen. Nach Angaben der Welternährungsorganisation (FAO) produzieren Frauen weltweit mehr als die Hälfte aller Nahrungsmittel, in Afrika sogar bis zu 80 Prozent. mehr
Drogenpolitik
Alternativen zum Drogenanbau fördern
Armut, gewaltsame Konflikte sowie fehlende Alternativen veranlassen viele Kleinbäuerinnen und -bauern, Drogenpflanzen wie Schlafmohn, Koka und Cannabis anzubauen. Drogen- und Entwicklungsprobleme begünstigen den Drogenhandel und erhöhen das Risiko für späteren Drogenkonsum. Mit einem breiten Spektrum an Aktivitäten unterstützt die Bundesregierung kleinbäuerliche Familien dabei, als Alternative zum Drogenanbau neue Einkommensmöglichkeiten im landwirtschaftlichen und außerlandwirtschaftlichen Bereich zu schaffen. mehr
Informationen
Siehe auch
- Thema: Biodiversität
- Thema: Frauenrechte
- Thema: Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung
- Thema: Umwelt
- Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO)
Externe Links
Publikationen
-

Nachhaltigkeit
braucht Vielfalt
Alle Menschen leben
in Abhängigkeit
(PDF 1,4 MB, barrierefrei) -

Dezentralisierung und
lokale Selbstverwaltung
Faltblatt
(PDF 347 KB, barrierefrei) -

Gleichberechtigung – Schlüssel zur Umsetzung
der Millenniumserklärung
der Vereinten Nationen
(PDF 298 KB, barrierefrei) -

Bekämpfung der Desertifikation
Faltblatt
(PDF 820 KB, barrierefrei)


