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Sonderinitiative EINEWELT ohne Hunger

Grünes Innovationszentrum Mosambik

Baobab – die Frucht des Affenbrotbaums – eignet sich unter anderem zur Zubereitung von Säften und Saucen. Als Öl findet es sich immer öfter in Kosmetikprodukten wieder. In Mosambik organisieren meistens Frauen die Ernte.

Mosambik zählt zu den am wenigsten entwickelten Ländern der Erde und belegt auf dem Index der menschlichen Entwicklung (HDI) Platz 181 von 188. Auch das Wirtschaftswachstum der vergangenen Jahre konnte die Situation der verarmten Bevölkerung nicht wesentlich verbessern. Dabei ist das Entwicklungspotenzial besonders in der Landwirtschaft enorm: Nur etwa 15 Prozent der für den Ackerbau geeigneten Flächen werden landwirtschaftlich genutzt und die Hektarerträge sind meist gering. Dennoch leben rund 70 Prozent der Menschen von der Landwirtschaft, die meisten von ihnen betreiben Subsistenzwirtschaft, produzieren also nur für den Eigenbedarf.

Durch innovative Techniken und eine effizientere Vernetzung der Akteure sollen die Wertschöpfungsketten Reis, Straucherbse und Baobab gefördert und damit deren Erträge verbessert werden. Um dieses Ziel zu erreichen, wird derzeit in Mosambik ein Grünes Innovationszentrum aufgebaut.

Was ist innovativ?

  • Verbesserter und ökologischer Reisanbau: Als Innovationen sollen die Reisintensivierungsmethode (SRI) und der ökologische Anbau von Reis für neue Märkte eingeführt werden.
  • Neuer Ansatz für die Straucherbse: Der vermehrte Anbau der Straucherbse in der Fruchtfolge von Grundnahrungsmitteln trägt zum Schutz der Böden bei und macht die für den Export gut geeignete Nutzpflanze für die Bauern attraktiver.
  • Baobab: Als sogenanntes "Superfood" ist das Pulver des Baobab – auch bekannt als Affenbrotbaum – weltweit wegen seines Vitamingehalts und seiner verjüngenden Wirkung auf die Haut beliebt. Das Sammeln der Früchte und die Erstverarbeitung werden vorwiegend von Frauen organisiert. Im Rahmen des Vorhabens sollen sie schonende Methoden des Sammelns, Lagerns und Schälens erlernen und in erfolgreicher Vermarktung geschult werden.

Unsere Ziele

Durch Innovationen im Agrarsektor werden in den ausgewählten Projektregionen die Einkommen kleinbäuerlicher Unternehmen erhöht und Arbeitsplätze geschaffen. Außerdem wird die Ernährungssicherheit verbessert.

Wir wollen:

  • das Einkommen von 30.000 kleinbäuerlichen Betrieben aus dem Verkauf von Straucherbsen, Reis und Baobab erhöhen und
  • den Anteil der moderat oder stark ernährungsgefährdeten Haushalte senken.

Wege zum Erfolg

Straucherbse, Reis und die Frucht des Baobab haben in Mosambik Tradition und ein erhebliches Potenzial, internationale Märkte zu erschließen. Gleichzeitig kann die lokale Vermarktung zur Ernährungssicherung beitragen. Das Grüne Innovationszentrum wird in allen drei Wertschöpfungsketten auf eine stärkere Vernetzung von Zulieferern, landwirtschaftlichen Produzenten, weiterverarbeitenden Betrieben und dem öffentlichen Sektor sowie Forschungseinrichtungen setzen. So können alle Akteure ihre Interessen besser vertreten.

Das Innovationszentrum fördert außerdem die Einrichtung von Demonstrationsfeldern. Sogenannte "Lead Farmer" bekommen praktische und betriebswirtschaftliche Schulungen zu Innovationen, die sie dann innerhalb ihrer Organisationen weitervermitteln. Ein "Training of trainer"-Ansatz, bei dem Ausbilder und Multiplikatoren weitergebildet werden, stellt sicher, dass die Innovationen mehr Menschen erreichen. Über inklusive Geschäftsmodelle mit bestehenden Unternehmen werden Kleinbauern und ihre Organisationen nachhaltig in Lieferketten eingebunden.


Lexikon der Entwicklungspolitik

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