Hauptinhalt

Sonderinitiative EINEWELT ohne Hunger

Grünes Innovationszentrum Burkina Faso

Reisfelder in Dano, Burkina Faso

Schon heute ist gut ein Drittel der Ackerböden in Burkina Faso so ausgelaugt, dass die Landwirte sie nicht mehr bewirtschaften können – und jedes Jahr gehen weitere 2.500 Quadratkilometer verloren. Zu den Gründen für den Verlust der Ackerflächen gehören Dürren, Überflutungen und auch der ständige Anbau der immer gleichen Feldfrüchte. Folge: Ein Fünftel der Menschen des Landes ist unterernährt.

Obwohl 85 Prozent der Bevölkerung in der Landwirtschaft arbeiten, gibt es so gut wie keine Ausbildungsberufe in diesem Bereich. Das Grüne Innovationszentrum in Burkina Faso fördert den abwechselnden Anbau von Reis und Gemüse sowie die Produktion des Exportprodukts Sesam. Dadurch wird sich sowohl die Ernährungssituation als auch das Einkommen der Menschen verbessern.

Was ist innovativ?

Auf internationalem Niveau: Für den weltweiten Export muss bei Sesam nicht nur die produzierbare Menge stimmen, sondern in erster Linie die Qualität. Eine neue Reinigungsanlage ermöglicht es künftig 18.000 Bauern im Vertragsanbau, ihre Sesamernte in festgelegten Mengen und zu höheren Preisen zu vermarkten.

Verzehrfertig aufbereitet: Wenn Reis direkt vom Feld kommt, ist er noch nicht essbar, er muss zunächst geschält werden. In Zukunft können 9.000 Bauern ihren Reis zu zwei neuen Reismühlen in ihrer Region bringen. Die Müller betreiben die Mühle und vermarkten den Reis. Dafür stellen sie 68 neue Mitarbeiter ein.

Praktische Ausbildung: 1.000 Auszubildende und Absolventen von Fortbildungskursen durchlaufen die Landwirtschaftsschule Centre Agricole Polyvalent de Matourkou pro Jahr. Auf zwölf Schulungsackerflächen erlernen sie die wichtigsten Methoden moderner Landwirtschaft. Dazu kommen circa 1.000 Reisproduzenten, die in Farmer-Field-Schools erlernen, wie sie durch intensivere Anbaumethoden zu höheren Erträgen auf den gleichen Flächen kommen.


Unsere Ziele

  • 30 Prozent Einkommenssteigerung bei 80.000 Kleinbauern
  • 1.000 neue Arbeitsplätze
  • Aus- und Fortbildungen für 100.000 Kleinbauern

Wege zum Erfolg

Ein Erfolgsfaktor für die Produktion von Sesam und Reis ist gereinigtes Saatgut. Bislang gab es nur eine einzige stationäre Reinigungsanlage in Burkina Faso – Saatgutproduzenten mussten darum weite Wege in Kauf nehmen. Für 200 Saatgutproduzenten steht eine mobile Anlage bereit. Dadurch können mehr Bauern Saatgut in hoher Reinheitsqualität erwerben.

Nicht nur Sesam selbst, sondern auch Sesamöl ist weltweit gefragt. Einfache und wartungsarme Ölpressen und Filteranlagen machen es möglich, dass mehr Verarbeitungsbetriebe in die Produktion von Sesamöl einsteigen. Die Ölproduzenten haben mit 2.500 Bauern feste Abnahmeverträge. Ihr Know-how, um qualitativ hochwertiges Öl für den internationalen Markt zu erzeugen, haben sie durch das Grüne Innovationszentrum erhalten.

Auf dem Gelände der Landwirtschaftsschule Centre Agricole Polyvalent de Matourkou sind mit Hilfe des Grünen Innovationszentrums bereits drei weiterverarbeitende Betriebe entstanden – einer zur Sesamreinigung, einer zur Herstellung von Sesamöl und eine Reismühle. Die Auszubildenden lernen hier aus erster Hand den Betrieb, die Pflege und Wartung der Maschinen kennen sowie alle Qualitätsstandards, die es einzuhalten gilt.


Lexikon der Entwicklungspolitik

Fenster schließen

 

Seite teilen

BMZ-Adventskalender 2017

Gewinnen Sie 24 Einblicke in die deutsche Entwicklungszusammenarbeit und mit etwas Glück eine Überraschung!

Hier geht es zum BMZ-Adventskalender 2017!