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Im Fokus

Hunger in ländlichen Regionen


Frauen bei der Feldarbeit in Burkina Faso

Hunger ist vor allem ein ländliches Phänomen: Rund 70 Prozent der hungernden Menschen leben auf dem Land, dort wo Nahrungsmittel angebaut werden. Sie sind zu arm, um Essen zu kaufen oder in ihrer Region mangelt es an bezahlbaren Lebensmitteln.

Millionen Kleinbauernfamilien, Hirten, Fischer und Tagelöhner erwirtschaften häufig kaum das, was sie zum Überleben benötigen. Noch weniger erwirtschaften sie, wenn Naturkatastrophen, Epidemien und politische Krisen sie treffen oder wenn die Übernutzung natürlicher Ressourcen oder gewaltsame Konflikte ihre Lebensgrundlagen zerstören. Auch die Folgen des Klimawandels wie extreme Wetterereignisse oder austrocknende Böden können Menschen in Armut und Hunger zwingen.

Der Druck auf ländliche Räume steigt

Häufig haben Hunger und Armut auf dem Land strukturelle Gründe. Jahrelang wurde zu wenig in die Entwicklung ländlicher Räume investiert. Die afrikanischen Regierungen haben dies erkannt und sich 2014 in der Erklärung von Malabo dazu verpflichtet, jährlich mindestens 10 Prozent der öffentlichen Mittel in die Landwirtschaft zu investieren.

Neben einer nachhaltigen, produktiven Landwirtschaft sind für die Entwicklung ländlicher Räume auch die Förderung von Bildung und Gesundheit, der Bau von Straßen und Lagerhäusern, die Versorgung mit Energie, Wasser und Internet und die Förderung von Handwerk, Handel und Unternehmen notwendig. Es ist wichtig, die Agrarprodukte bereits in den Entwicklungsländern weiterzuverarbeiten, damit dort Arbeitsplätze und Einkommen geschaffen werden. Eine Vielzahl von Maßnahmen ist möglich und nötig – von einer Anpassung politischer Rahmenbedingungen bis hin zur Vermittlung von Know-how, das Bäuerinnen und Bauern für nachhaltigen Anbau anwenden können.

Denn der Druck auf die ländlichen Räume und insbesondere die kleinbäuerliche Landwirtschaft steigt. Im Jahr 2050 werden voraussichtlich mehr als neun Milliarden Menschen auf der Erde leben, die meisten davon in Entwicklungs- und Schwellenländern. Um ihre Ernährung zu sichern, muss die landwirtschaftliche Produktion bis 2050 nach Expertenschätzungen um mindestens 60 Prozent erhöht werden.


Lexikon der Entwicklungspolitik

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