Hauptinhalt

Fakten zum Hunger

Wenn Kalorien und Nährstoffe fehlen

Ein Mann auf dem Markt von Sokode in Togo hält eine leere Schale in seinen Händen.

Täglich sterben rund 8.500 Kinder an den Folgen von Hunger und Mangelernährung – jeder zweite Sterbefall von Kindern weltweit geht darauf zurück. Hunger ist nicht nur das größte Gesundheitsrisiko, sondern auch eines der größten Entwicklungshemmnisse. Er trägt zu Flucht und Vertreibung bei, fördert Perspektivlosigkeit und Gewalt. Wo Hunger herrscht, sinken Produktivität und Wirtschaftskraft, wird es für Menschen immer schwieriger, sich aus eigener Kraft aus dieser Situation zu befreien.

Was ist Hunger?

Infografik: Wann spricht man von Hunger?
Bild vergrößerngallery2_28227242

Infografik: Wann spricht man von Hunger?

Laut Definition der Vereinten Nationen hungert ein Mensch, wenn er nicht genug zu essen hat, um sein Körpergewicht zu erhalten und zugleich leichte Arbeit zu verrichten. Wie viel Nahrung ein Mensch benötigt, hängt von Größe, Alter, Geschlecht, Tätigkeit und den klimatischen Bedingungen ab. Das Welternährungsprogramm schätzt den Tagesbedarf auf durchschnittlich etwa 2.100 Kilokalorien. Bei weniger als 1.400 Kilokalorien spricht man von extremer Unterernährung und chronischem Hunger.


Mangelernährung: Der "versteckte" Hunger

Eine Frau zeigt das Ergebnis nach dem Hirse stampfen auf einer kleinen Bauernfarm in Ishiara, Kenia.

Bei vielen Menschen in Entwicklungsländern steht Tag für Tag kaum mehr auf dem Speiseplan als Reis, Mais oder Weizen. Diese einseitige Ernährung liefert zwar Energie, doch es fehlen Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, essenzielle Fettsäuren und Eiweiße. Eine solche Mangelernährung wird als "versteckter Hunger" bezeichnet. Ein Drittel der Weltbevölkerung ist Schätzungen zufolge davon betroffen.

Auf Dauer ist auch versteckter Hunger gefährlich: Die Betroffenen werden geschwächt und anfälliger für Krankheiten. Umgekehrt brauchen gerade Kinder und kranke Menschen, zum Beispiel mit dem HI-Virus Infizierte, eine ausgewogene Ernährung, um ihr Immunsystem zu stärken. Ein Mangel an Nährstoffen während der Schwangerschaft schädigt Kinder bereits im Mutterleib. Der Mangel an Jod während der Schwangerschaft ist zum Beispiel eine der häufigsten Ursachen für geistige Behinderungen bei Kindern.

Die ersten 1.000 Tage nach der Empfängnis sind entscheidend für die körperliche und geistige Entwicklung eines Kindes. Bei Erwachsenen mindern Hunger und Mangelernährung die Arbeitskraft und können die Abwehrkräfte so sehr schwächen, dass an sich harmlose Krankheiten tödlich verlaufen können. Täglich sterben Tausende an den Folgen von Unter- und Mangelernährung, mehr als die Hälfte von ihnen sind Kinder.


Hunger ist ungleich verteilt

Fachleute sind überzeugt, dass derzeit weltweit genügend Nahrungsmittel produziert werden, um alle Menschen auf der Erde zu ernähren. Doch Nahrung ist extrem ungleich verteilt – und damit auch der Hunger. Die meisten Betroffenen leben in Süd- und Südostasien. Der Anteil der Hungernden an der Bevölkerung ist in Afrika südlich der Sahara am größten: Dort hungert fast jeder vierte Mensch.

Die Hauptursache von Hunger und Mangelernährung ist nicht die mangelnde Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln auf der Welt – es ist vor allem die Armut. Den Menschen fehlt das Geld für gesunde Nahrung.


Lexikon der Entwicklungspolitik

Fenster schließen

 

Seite teilen