Hintergrund
Agrarsubventionen und Agrarprotektionismus
Agrarsubventionen der Industriestaaten machen es den Menschen in den Entwicklungsländern schwer, ihre Produkte wettbewerbsfähig auf dem Weltmarkt abzusetzen: Die USA und die EU subventionieren zum Beispiel ihre Baumwollproduktion jährlich mit Milliardenbeträgen. Afrikanische Bauern, die hochwertige und eigentlich konkurrenzfähige Baumwolle produzieren, müssen ihre Preise deshalb immer weiter senken, oder sie können ihre Produkte nicht mehr auf dem Weltmarkt anbieten. In Benin, Burkina Faso, Mali und im Tschad leben rund 10 Millionen Menschen von Anbau und Ausfuhr der Baumwolle. Durch die Preisverzerrung gehen ihnen jährlich 250 Millionen US-Dollar an Einnahmen verloren. mehr
Subventionsabbau
Chancen der Entwicklungsländer auf dem Weltmarkt verbessern
Im April 2004 hat die EU die sogenannte "EU-Afrika-Partnerschaft zur Förderung der Entwicklung des Baumwollsektors" beschlossen. Deutschland war einer der Initiatoren dieser Partnerschaft. Sie soll gerechte Handelsbedingungen auf den internationalen Baumwollmärkten schaffen und die Erzeugerländer durch technische Innovationen und Beratung unterstützen. Zuvor hatte sich der Agrarrat der EU auf die Reform der EU-Baumwollmarktordnung geeinigt. 65 Prozent der Produktionsmenge werden von der Baumwollsubvention entkoppelt. mehr
Marktzugang
Öffnung der Märkte der Industrieländer
Ein weiterer wichtiger Schritt zur Verbesserung der Handelschancen ist die Öffnung der Märkte der Industrieländer für Produkte aus den Entwicklungsländern. Ein Beispiel dafür ist die "Everything-but-arms-Initiative" (EBA-Initiative) der EU. Den ärmsten Entwicklungsländern wurde für ihre Erzeugnisse der freie Marktzugang in die EU eingeräumt, lediglich für zwei Produkte – Reis und Zucker – gibt es noch Übergangsregelungen bis 2009. mehr
Stärkung der Märkte
Fairen Handel fördern
Fairer Handel kann dazu beitragen, die Märkte in Entwicklungsländern zu stärken. Die Erzeuger erhalten dabei für ihre Produkte garantierte Mindestpreise die ihnen ermöglichen, ihre Kosten zu decken und noch genug Geld für den Lebensunterhalt zu verdienen. So wird es für viele Bäuerinnen und Bauern möglich, trotz sinkender Weltmarktpreise weiter zu produzieren. Zurzeit sind rund 1,6 Millionen Bauern und Plantagenarbeiter in fast 60 Ländern Asiens, Afrikas und Lateinamerikas am Fairen Handel beteiligt, insgesamt profitieren mehr als 5 Millionen Menschen vom fairen Geschäft. mehr
Informationen
Siehe auch
Externe Links
- The State of Food and Agriculture 2008:
Biofuels – prospects, risks
and opportunities
Eine Publikation der FAO
(PDF 1,3 MB, englisch) - Ernährungssicherheit
und Welthandel
Eine Publikation des DED
(1,2 MB) - Rethinking Protection for Agricultural Markets in Subsaharan Africa
Eine Publikation des DIE
(PDF 784 KB, englisch)


