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HIPC-Initiative

Schritt 2: PRSP – Strategie zur Armutsbekämpfung


Ein Ziegelhersteller in Antananarivo, Madagaskar.

Um eine weitere Entschuldung zu erreichen, müssen die Länder, die sich für die HIPC-Initiative qualifiziert haben, nach dem Decision Point (Entscheidungs­punkt) ein umfassendes Programm zur Armuts­bekämpfung vorlegen und seine Umsetzung nach­weisen.

Dieses Programm wird als Poverty Reduction Strategy Paper (PRSP) bezeichnet, auf Deutsch Strategie­papier zur Armuts­min­de­rung. Das Prinzip der PRSPs basiert darauf, dass die ärmeren Länder eigen­ver­ant­wort­lich die wichtigen Schritte für die Ent­wick­lung ihrer Wirt­schaft und ihres Sozial­systems fest­legen und umsetzen. Die Weltbank, der In­ter­na­ti­o­nale Währungsfonds (IWF) und die Gläubiger unter­stützen diese Strategien.

Jedes PRSP soll in einem partizipativen Prozess entstehen, das heißt, die Zivil­gesell­schaft soll an der Erarbeitung der Strategie beteiligt werden: Parteien und Parlamente, Gewerk­schaften, Unter­nehmer­verbände, Kirchen, Nicht­re­gierungs­or­ga­ni­sa­tio­nen, Genossen­schaften und Basisgruppen. Die PRSPs umfassen wirt­schafts­politische, finanzielle und soziale Aspekte und orientieren sich an den Millenniumsentwicklungszielen.

Das PRSP eines Landes ist Bestands­aufnahme und Handlungs­anweisung zugleich. Im Mittel­punkt der Wirtschafts-, Sozial- und Gesundheits­politik soll die Bekämpfung der Armut stehen. Dabei geht es nicht nur darum, dass die finanziellen Mittel, die durch die Entschuldung frei werden, jetzt zur Armuts­bekämpfung ein­ge­setzt werden. Vielmehr soll durch eine Neu­orientierung der gesamten Haushalts- und Finanz­politik eine lang­fristige Ver­än­de­rung erreicht werden. Das ist vor allem für die Zeit nach dem Vollzug der Entschuldung wichtig. Um eine erneute Verschuldung zu vermeiden, muss eine tragfähige Wirtschafts­politik verfolgt werden, die die struk­turellen Ursachen der Armut beseitigen hilft. Das PRSP definiert Prioritäten und enthält konkrete Arbeits­schritte für die einzelnen Politikfelder.

Lexikon der Entwicklungspolitik

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