HINTERGRUND
Entwicklung braucht nachhaltige Energie
Energie ist Voraussetzung dafür, dass Betriebe produzieren können und Arbeitsplätze entstehen. Sie wird benötigt, um Lebensmittel anzubauen, Nahrung zuzubereiten, Wohnungen und Schulen zu heizen, Kranken-
häuser zu betreiben und um sauberes Trinkwasser bereitzustellen. Energie ermöglicht weltweite Kommunikation und Mobilität. Ohne Energie ist Entwicklung nicht möglich. Die Weltgemeinschaft steht vor einer großen Herausforderung: Der Auf- und Ausbau der Energieversorgung in den Entwicklungsländern ist eine wichtige Voraussetzung für Erfolge bei der Bekämpfung der Armut und für die Verwirklichung der Millenniums-
entwicklungsziele (MDGs). Zugleich müssen entschlossene Maßnahmen ergriffen werden, um den weltweiten Energieverbrauch zu senken und den Klimawandel aufzuhalten. mehr
Internationale Energiepolitik
Entwicklungspolitisches Engagement in internationalen Initiativen
Verschiedene internationale Prozesse und das große Engagement multilateraler Entwicklungsorganisationen belegen eindrucksvoll die zunehmende Bedeutung, die die Menschheit der Herausforderung nachhaltiger Energieversorgung beimisst. Als Vorreiter beim Einsatz innovativer erneuerbarer Energietechnologie wirkt die Bundesregierung maßgeblich bei der Festlegung internationaler Ziele und der Verwirklichung konkreter Maßnahmen mit. Kooperationsansätze werden auf Ebene der EU, innerhalb der G8 und gemeinsam mit der Weltbank und den regionalen Entwicklungsbanken verfolgt. Die Deutsche Entwicklungspolitik setzt außerdem auf globale Netzwerke und öffentlich-private Partnerschaften. mehr
Deutsches Engagement
Energiepolitik – Schlüssel für Armutsbekämpfung und Klimaschutz
Weltweit leben heute etwa zwei Milliarden Menschen ohne Zugang zu einer modernen Energieversorgung: Sie haben dadurch keine Chance, aus eigener Kraft ihre Armut zu überwinden und ihre Lebensbedingungen zu verbessern. Die nachhaltige Versorgung dieser Menschen mit Energie ist der Schlüssel für die Bekämpfung der weltweiten Armut. Sie ist darum Ziel der deutschen Entwicklungspolitik. mehr
ERNEUERBARE ENERGIEN
Vom Gasherd bis zum Wasserkraftwerk
Das Potenzial der erneuerbaren Energien ist riesig. Rein rechnerisch liefern Sonne, Wind, Wasser, Erde und Biomasse tausendfach mehr Energie, als die Weltbevölkerung benötigt. Bisher hat die Menschheit jedoch nur einen Bruchteil dieses Potenzials technisch nutzbar gemacht. Erneuerbare Energien haben darum für die weltweite Energieversorgung noch immer eine untergeordnete Bedeutung. Das liegt unter anderem daran, dass die Mittel für erforderliche Investitionen fehlen und dass fossile Energieträger in vielen Ländern subventioniert werden. mehr
ENERGIEEFFIZIENZ
Energie klüger nutzen
Die effiziente Nutzung von Energie ist – neben der Nutzung erneuerbarer Energien – eine wichtige Voraussetzung für die Entwicklung einer nachhaltigen Energieversorgung. Weit mehr als die Hälfte der weltweit eingesetzten Primärenergie geht heute noch immer bei der Produktion, bei der Weiterleitung und beim Verbrauch der Energie verloren. In diesen teilweise unnötigen Verlusten liegt ein riesiges Einsparpotenzial. Ohne eine deutliche Steigerung der Energieeffizienz kann keine nachhaltige Energiewirtschaft aufgebaut werden. Sie ist außerdem eine der wichtigsten Bedingungen für Erfolge beim Klimaschutz. mehr
DOKUMENTE UND LINKS
Weiterführende Informationen zum Thema Energie
Hier finden Sie eine Auswahl von Links auf Dokumente und Internetseiten mit weiterführenden Informationen zum Thema Energie in der Entwicklungszusammenarbeit. mehr
Beispiele
220 Windräder drehen sich am Roten Meer
Die Stromversorgung in Ägypten funktioniert nahezu flächendeckend. Rund 97 Prozent der Haushalte sind ans Stromnetz angeschlossen. Doch Ägyptens Strom wird zu 84 Prozent in thermischen Kraftwerken erzeugt, die vor allem mit Gas, aber auch mit Schweröl betrieben werden. Durch die Verfeuerung fossiler Brennstoffe wird die Umwelt stark belastet.

Projektname: Windpark Zafarana und Windpark Golf von el Zayt
Ziel: Umweltschonende Erzeugung von Energie durch Nutzung von Windkraft
Strategie: Bau von Windparks am Roten Meer mit einer Gesamtleistung von mehr als 360 Megawatt
Deutscher Beitrag:
149 Millionen Euro (Standort Zafarana), 192 Millionen Euro (Standort Golf von el Zayt)
Geplante Laufzeit:
1999 bis 2008 (Zafarana),
2009 bis 2014 (Golf von el Zayt)
Beispiele
Kleine Kraftwerke mit großer Wirkung
In Indonesien haben etwa 55 Prozent der Menschen, die außerhalb der städtischen Ballungszentren leben, keinen Zugang zu einem Stromnetz. Sie müssen einen großen Teil ihres Einkommens für Dieselkraftstoffe für Generatoren, Batterien und Kerosin ausgeben – Energiequellen, die die Umwelt stark belasten. Der Energiemangel hemmt die Entwicklung der Wirtschaft und der sozialen Infrastruktur. Doch das Land ist sehr reich an Möglichkeiten, Energie aus Wasserkraft zu gewinnen, ein Potenzial das bisher nur zu etwa zehn Prozent ausgeschöpft wird.

Projektname: Kleinwasserkraft zur nachhaltigen Wirtschaftsentwicklung
Ziel: Verbesserung der Energieversorgung in ausgewählten ländlichen Gebieten, Förderung der lokalen Wirtschaft
Strategie: Entwicklung eines eigen-
ständigen Marktes für Energiedienst-
leistungen im Kleinwasserkraftsektor, Ausbildung von lokalen Fachkräften, Beratung von Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft, Verankerung des gesamten Know-hows für den Bau und den Betrieb von Kleinwasserkraft vor Ort.
Deutsch-niederländischer Beitrag:
8 Millionen Euro (Phase II; Vorhaben ist Teil der deutsch-niederländischen Energiepartnerschaft "Energizing Development")
Geplante Laufzeit: Phase I: 2005 bis 2009, Phase II: 2009 bis 2012
Beispiele
Rinder liefern Bauern Energie
In Nepal ist Brennholz noch immer der wichtigste Energieträger. Dreiviertel des gesamten Energieverbrauchs entfallen auf diese traditionelle Energiequelle. Vor allem auf dem Land wird mit Holz gekocht und geheizt. Dadurch geht der Waldbestand stark zurück, Erosion ist die Folge. In bäuerlichen Haushalten wird auch Kuhdung als Brennstoff zum Kochen genutzt. Dadurch fehlt dieser Dünger in der Landwirtschaft, und der Rauch verursacht bei den Menschen Atemwegs- und Augenerkrankungen.

Projektname: Förderung von Biogasanlagen
Ziel: Nutzung von Biogas, Schutz der Wälder
Strategie: Förderung von häuslichen Biogasanlagen in bäuerlichen Haushalten
Deutscher Beitrag: 22 Millionen Euro
Geplante Laufzeit: 1997 bis 2011
Beispiele
Heißer Dampf aus der Tiefe
Ostafrika leidet unter einer Energiekrise: Der Energiebedarf ist durch ein deutliches Wachstum der Wirtschaft gestiegen. Der kenianische Energiemix basiert zu 60 Prozent auf Wasserkraft. Wiederkehrende Trockenperioden führen zu einer unzureichenden und unsicheren Stromversorgung aus dieser Energiequelle – ein großes Problem für die kenianische Wirtschaft. Doch die Region verfügt über ein enormes, bisher weitgehend ungenutztes Potenzial an Geothermie.

Projektname: Erdwärmekraftwerk Olkaria IV, Erdwärmekraftwerk Olkaria II und Erdwärmekraftwerk Olkaria III
Ziel: Ausbau der umweltfreundlichen Stromerzeugung aus Erdwärme
Strategie: Technologietransfer, Bohrungen von Erdwärmebrunnen als Vorbereitung zum Bau des Erdwärmekraftwerks Olkaria IV
Deutscher Beitrag: 12,8 Millionen Euro (Olkaria II); 14 Millionen Euro (Olkaria III); 8,6 Millionen Euro (Olkaria IV)
Geplante Laufzeit: bis 2009


