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Windkraft

Ägypten: 220 Windräder drehen sich am Roten Meer


Windrad vor blauem Himmel. Urheberrecht: Bundespresseamt, FaßbenderDie Strom­ver­sorgung in Ägypten funktio­niert nahezu flächen­deckend. Mehr als 97 Prozent der Haushalte sind ans Strom­netz angeschlossen. Doch Ägyptens Strom wird zum größten Teil in thermischen Kraft­werken erzeugt, die vor allem mit Gas, aber auch mit Schweröl betrieben werden. Durch die Verfeuerung dieser fossilen Brennstoffe wird die Umwelt stark belastet.

Da die Erdöl- und Erdgasvorkommen abnehmen, ist in Zukunft mit Versorgungsengpässen zu rechnen. Die Bundesrepublik Deutschland begleitet die Strategie der ägyptischen Regierung, den Anteil der umweltfreundlichen Energiequellen zu erhöhen, aktiv mit: Bis 2020 sollen 20 Prozent des erzeugten Stroms in Ägypten aus erneuerbaren Quellen gewonnen werden. Dazu soll vor allem das enorme Windkraftpotenzial von bis zu 20.000 Megawatt (das entspricht in etwa der Leistung von 16 Atom­kraft­werken) genutzt werden.

So entsteht am Standort Golf von el Zayt, rund 400 Kilometer südlich von Kairo, unter deutscher Leitung der größte Windpark Afrikas. Als europäisches "Leuchtturmprojekt" gelang es erstmals, ein innovatives Finanzierungspaket unter Beteiligung der Europäischen Kommission, der Europäischen Investitionsbank und der KfW zu schnüren. Dabei wurde im Rahmen der Projektentwicklung bereits frühzeitig auf den Einklang zwischen Windkraftnutzung und Schutz der Zugvögel in dieser Region geachtet. So wird ein Gebiet von etwa 380 Quadratkilometern allein für den Vogelzug reserviert bleiben.

Durch die Nutzung der Windenergie soll der Kohlendioxidausstoß um jährlich 400.000 Tonnen gesenkt werden. Die Leistung des Windparks soll ausreichen, um fast 700.000 Ägypter mit sauberer Energie zu versorgen.

Projektübergreifend zielt die deutsche Zusammenarbeit darauf ab, strukturelle Veränderungen zu erreichen, zum Beispiel die zunehmende Einbeziehung des Privatsektors bei Betrieb und Entwicklung von Windparks, die Verankerung des Vogelschutzes in Planungsprozessen oder die strategische Nutzung erneuerbarer Energiequellen, inklusive der Nutzung der Sonnenenergie.

Deutscher Beitrag: 192 Millionen Euro

Geplante Laufzeit: 2009 bis 2014

Lexikon der Entwicklungspolitik

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