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Wasserkraft

Indonesien: Kleine Kraftwerke mit großer Wirkung


Poster in englischer Sprache mit dem Schriftzug: Kleinwasserkraftwerke für die produktive Nutzung. Urheberrecht: GIZIn Indonesien haben etwa 55 Prozent der Menschen, die außer­halb der städtischen Ballungs­zentren leben, keinen Zugang zu einem Stromnetz. Sie müssen einen großen Teil ihres Einkommens für Diesel­kraftstoffe für Generatoren, Batterien und Kerosin ausgeben – Energiequellen, die die Umwelt stark belasten. Der Energiemangel hemmt die Entwicklung der Wirtschaft und der sozialen Infrastruktur. Doch das Land ist sehr reich an Möglichkeiten, Energie aus Wasserkraft zu gewinnen, ein Potenzial das bisher nur zu etwa zehn Prozent ausge­schöpft wird.

Um die umweltschonende und kostengünstige Nutzung der Wasserkraft in Indonesien auf Gemeindeebene zu unterstützen, betreut die GIZ im Auftrag des BMZ und in Kooperation mit den Niederlanden das Vorhaben "Kleinwasserkraft zur nachhaltigen Wirtschaftsentwicklung". Ziel des Projekts ist, die Grund­versorgung mit Energie in ausgewählten ländlichen Gebieten zu verbessern und so die lokale Wirtschaft zu fördern.

Außerdem soll eine Reihe weiterer Ziele erreicht werden – beispielsweise die Verminderung der Luftverschmutzung in Wohnräumen oder mehr Sicherheit auf den Straßen durch elektrische Beleuchtung.

Dafür werden Planer, Konstrukteure, Ausrüstungshersteller und Betreiber von Kleinwasserkraftwerken ausgebildet und bei der Anschaffung von Sachgütern unterstützt. Begleitend werden Akteure aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung über die nachhaltige Nutzung der Wasserkraft beraten und die Zivilgesellschaft über den Nutzen der Kleinwasserkraft informiert. Um das Fachwissen im Land zu verbessern, sind auch Universitäten und Nichtregierungsorganisationen in die Projektaktivitäten eingebunden.

Phase I des Projektes ist im Juni 2009 mit großem Erfolg zu Ende gegangen. Insgesamt wurden während der Projektlaufzeit 94 Kleinwasserkraftwerke in Betrieb genommen, vier weitere befinden sich noch im Bau. Damit können mehr als 116.000 Menschen mit Strom versorgt werden.

Besonders beliebt ist der neue Zugang zu Strom, weil er Kindern ermöglicht, abends bei besserer Beleuchtung noch für die Schule lernen zu können. Auch die Möglichkeit, sich über Radio und Fernsehen zu informieren, wird als wichtige Verbesserung angesehen.

Abgesehen davon sorgen die installierten Wasserkraftwerke im Vergleich zur Nutzung von Dieselgeneratoren für eine Einsparung von jährlich rund 6.000 Tonnen Kohlendioxid.

Phase II des Projektes ist im Mai 2009 gestartet. Das Grundkonzept ähnelt dem der Phase I, allerdings wird das Projekt nun massiv ausgeweitet: 250 bis 350 neue Kleinwasser­kraftwerke sollen bis 2012 neu in Betrieb genommen werden.

Der Fokus liegt nun nicht mehr nur auf dem Transfer von Technologie und der Unterstützung des Baus von Kraftwerken wie es noch in Phase I der Fall war. Vielmehr soll nun durch die breite Zusammenarbeit mit verschiedenen Ministerien und anderen lokalen Akteuren für die Nachhaltigkeit des Projektes gesorgt werden. Ziel ist es, das nötige Know-how lokal zu entwickeln und in Institutionen und festen Strukturen zu verankern. Dadurch wird der Bau von neuen Kleinwasser­kraft­werken in Zukunft ohne externe Hilfe möglich sein.

Deutsch-niederländischer Beitrag:
8 Millionen Euro (Phase II; das Vorhaben ist Teil der deutsch-niederländischen Energiepartnerschaft "Energizing Development")

Geplante Laufzeit:
Phase I: 2005 bis 2009, Phase II: 2009 bis 2012

Lexikon der Entwicklungspolitik

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