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Erdwärme

Äthiopien:
Heißer Dampf aus der Tiefe


Das ostafrikanische Rift Valley bietet optimale geologische Voraussetzungen zur Nutzung geothermischer Energie. Im Auftrag des BMZ und gemeinsam mit der Kommission der Afrikanischen Union (AUC) bereitet die KfW Entwicklungsbank in Kooperation mit der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) derzeit ein regionales Programm zur Förderung der Geothermie vor. Der Schwerpunkt der Zusammenarbeit liegt zurzeit in Äthiopien.

Ziel des Programms ist es, die Investitionsrisiken in der Explorationsphase (Geothermie-Bohrungen) zu verringern. Die Entwicklung der Geothermie aus eigenen Mitteln scheitert in Äthiopien an den hohen Investitions- und Betriebskosten sowie dem mit Geothermie verbundenen Fündigkeitsrisiko. Die deutsche Seite verfügt mit der BGR und der langjährigen Erfahrung der KfW bei der Finanzierung von Geothermiekraftwerken in Kenia über hervorragendes Sektor-Know-how.

Aus der Fazilität können geeignete staatliche und private Projektentwickler Zuschüsse für die ersten Explorations­bohrungen in Äthiopien erhalten. Erfolgreiche Entwickler, die innerhalb von 18 Monaten die Finanzierung für weitere Phasen des Kraftwerksbaus sicherstellen, erhalten darüber hinaus eine Erfolgsprämie. Zudem verringert die Maßnahme die Risiken zukünftiger Bohrungen, indem sie relevante geologische Daten in einer regionalen Datenbank verfügbar macht.

Die Gesamtkosten des Vorhabens betragen zunächst 50 Millionen Euro. Es handelt sich um eine Gemeinschaftsfinanzierung, die mit 20 Millionen Euro aus Mitteln der Finanziellen Zusammenarbeit und weiteren Zuschussmitteln ausgestattet werden soll. Der EU-Africa Infrastructure Trust Fund prüft derzeit einen Finanzierungsbeitrag in Höhe von 30 Millionen Euro für die Geothermie-Fazilität.

Derzeit in Planung ist die Erweiterung des Programms zur Geothermie-Initiative. Dieses regionale Vorhaben soll den Ausbau der geothermischen Stromerzeugung in den ostafrikanischen Staaten Kenia, Äthiopien, Ruanda, Uganda und Tansania fördern.

Lexikon der Entwicklungspolitik

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