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Biomasse

Nepal: Rinder liefern Bauern Energie


Menschen an Biogasanlage.

In Nepal ist Brennholz noch immer der wichtigste Energieträger. Drei Viertel des gesamten Energieverbrauchs entfallen auf diese traditionelle Energiequelle. Vor allem auf dem Land wird mit Holz gekocht und geheizt. Dadurch geht der Waldbestand stark zurück, Erosion ist die Folge. In bäuerlichen Haushalten wird auch Kuhdung als Brennstoff zum Kochen genutzt. Dadurch fehlt dieser Dünger in der Landwirtschaft, und der Rauch verursacht bei den Menschen Atemwegs- und Augenerkrankungen.

Die Regierung von Nepal fördert seit 1975 den Bau von Anlagen, die auf der Basis von Kuhdung Biogas produzieren. So sollen die Energiesituation verbessert, die Wälder geschont und der Kohlendioxid-Ausstoß reduziert werden. Seit 1997 wird sie dabei von der KfW Entwicklungsbank unterstützt. Die finanziellen Mittel werden über das Alternative Energy Promotion Center (AEPC) vergeben, das in Nepal die Förderpolitik zugunsten alternativer Energien koordiniert. Ein Teil der Mittel wird für Baukostenzuschüsse verwendet, der andere Teil speist einen Fonds, der die Vergabe von Krediten für den Biogasanlagenbau ermöglicht.

Die Biogasanlagen werden von nepalesischen Firmen gebaut. Sie bestehen aus einem unterirdischen Behälter (Reaktor) und einem Leitungssystem, das das produzierte Gas zu den Brennstellen führt. Mit dem Gas werden Kocher und Lampen betrieben. Der Reaktor wird mit organischen Stoffen gefüllt. Besonders geeignet ist der Dung von Haustieren, aber auch die Toilettenanlagen der Bauern werden angeschlossen. Durch Gärung und Fäulnis entsteht im Reaktor das Biogas. Schon zwei bis drei Rinder liefern genügend Dung, um eine kleine Anlage zu betreiben. Der vergorene Faulschlamm wird nach der Verwertung kompostiert und kann dann als Dünger verwendet werden.

Die Bauern sind Auftraggeber und Betreiber der Anlagen. Sie müssen sich mit 75 Prozent an der Finanzierung der Anlagen beteiligen: in Form von Bargeld, Krediten oder Eigenleistungen.

Bisher konnten im Rahmen des Programms rund 200.000 Biogasanlagen installiert werden, bis 2011 sollen weitere 50.000 folgen. Das Gesamtpotenzial für Biogas in Nepal wird auf mehr als zwei Millionen Anlagen geschätzt.

Darüber hinaus hat der KfW-Klimaschutzfonds mit der nepalesischen Regierung für die Kreditierungsperiode 2010 bis 2017 Vereinbarungen über den Kauf von Kohlendioxid-Zertifikaten, die von dem Programm generiert werden, getroffen. Dadurch entstehen zusätzliche Einnahmen, die für die Förderung von Biogasanlagen eingesetzt werden sollen.

Deutscher Beitrag: 22 Millionen Euro

Geplante Laufzeit: 1997 bis 2011

Lexikon der Entwicklungspolitik

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