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Internationale Politik

Energiepolitik der G7/G8 und der G20


Die G7/G8-Staaten befassen sich seit Jahren intensiv mit Fragen der Energieversorgung. Der Klimawandel gehörte zu den Hauptthemen des Gipfels 2005 in Gleneagles. Die G8-Staaten forderten die Weltbank auf, Vorschläge für den verstärkten Einsatz von sauberen Energieformen in Entwicklungs- und Schwellenländern vorzulegen. Der St. Petersburger Gipfel ein Jahr später widmete sich dem Thema Energiesicherheit und die Industriestaaten bekannten sich ausdrücklich zum Ausbau der erneuerbaren Energien.

Im Juni 2007 in Heiligendamm standen die erneuerbaren Energien unter deutschem G8-Vorsitz erneut auf der Tages­ordnung. In einer gemeinsamen Erklärung mit den Schwellen­ländern Brasilien, China, Indien, Mexiko und Südafrika bekräftigten die G8-Staaten ihre Verpflichtung, die Energie­effizienz zu fördern und erneuer­bare Energie­quellen verstärkt zu nutzen.

Beim Gipfel 2008 im japanischen Toyako verständigten sich die G8-Staaten – und erstmals auch die USA – darauf, die weltweiten Kohlendioxid-Emissionen bis 2050 um mindestens 50 Prozent zu reduzieren. Die G8-Staaten wollen gemeinsam darauf hin­arbeiten, dass dieses langfristige Ziel, unter Einschluss aller Vertragsparteien der Klimarahmenkonvention (UNFCCC), verbindliche Grundlage der künftigen weltweiten Klimapolitik ab 2012 wird.

Bei ihrem Gipfeltreffen in L’Aquila 2009 einigten sich die G8-Partner auf das Ziel, die globale Temperaturerhöhung auf höchstens zwei Grad Celsius gegenüber vorindustriellem Niveau zu beschränken. Als besonderer Erfolg ist zu werten, dass auch die wichtigen Schwellenländer im Rahmen des "Major Economies Forums" zum ersten Mal das Zwei-Grad-Ziel anerkannten. Das globale Langfristziel einer Treibhausgas-Reduktion von mindestens 50 Prozent bis 2050 wurde von den G8 bestätigt und gestärkt.

Darüber hinaus beschlossen die G8-Staaten eine Arbeitsgruppe zu Energiearmut einzurichten. Sie soll konkrete Schritte formulieren, um Energiearmut zu reduzieren. Die G8-Staaten hoben dabei insbesondere die Bedeutung des Zugangs zu erneuerbaren, dezentralen Energiequellen hervor, um die Energieversorgung in Entwicklungsländern zu sichern und ihnen eine nachhaltige Entwicklung zu ermöglichen.

In der Abschlusserklärung zum G8-Gipfel 2010 im kanadischen Muskoka wird das Ziel bekräftigt, bis 2050 die Kohlendioxid-Emissionen weltweit um 50 Prozent zu senken. Die Anstrengung der Industrieländer, ihren Treibhausgasausstoß um 80 Prozent im Vergleich zu 1990 zu verringern, wird ausdrücklich unterstützt. Zugleich werden die Schwellenländer aufgefordert, ebenfalls messbare Maßnahmen vorzunehmen, um ihre Emissionen zu senken.

Eine wichtige Rolle spielen auch die Subventionen fossiler Energieträger, die den Staatshaushalt vieler Länder belasten und zu einem erhöhten Verbrauch umweltschädlicher Energieträger führen. Durch den Subventionsabbau könnten die Wettbewerbs­fähigkeit nachhaltigerer Versorgungslösungen gesteigert und dringend benötigte Mittel für die Bekämpfung der Energiearmut in Entwicklungsländern und Schwellenländern freigesetzt werden. Im G20-Kontext gibt es bereits entsprechende Bestrebungen, sich international auf eine Abschaffung schädlicher Subventionen für fossile Treibstoffe zu verständigen.

Lexikon der Entwicklungspolitik

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