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Internationales Engagement

Rio+20: Eine Welt ohne weiteren Bodenverlust

Logo der Rio-2012-Konferenz

Bei den auf dem Umweltgipfel in Rio de Janeiro 1992 erreichten Vereinbarungen für den Themenbereich Boden stand die Bekämpfung der Desertifikation im Vordergrund. Für Landdegradierung außerhalb der Trockengebiete gibt es bis heute keine internationale Vereinbarung.

20 Jahre nach der Rio-Konferenz, bei der UN-Konferenz für nachhaltige Entwicklung (Rio+20) im Jahr 2012, mussten die Teilnehmer jedoch erkennen, dass Landdegradierung ein globales, grenzüberschreitendes Problem ist, das sich nicht auf die Trockengebiete der Erde beschränkt. Sie vereinbarten, weitere Maßnahmen zu ergreifen, um sämtliche Formen der Landdegradierung einzudämmen. Diese sollen in engem Zusammenhang mit den globalen Zielen Ernährungssicherheit, Klima- und Artenschutz stehen.

Der Bodenschutz wurde deshalb in die Abschlusserklärung von Rio+20 aufgenommen und das Ziel einer "Land Degradation Neutral World" formuliert: Durch nachhaltiges Management sollen bestehende intakte Bodenressourcen erhalten und gleichzeitig bereits geschädigte Flächen wieder nutzbar gemacht werden. So soll der fortschreitende Bodenverlust weltweit "netto" gestoppt werden.

Unter dem Dach der Internationalen Konvention zur Bekämpfung der Desertifikation (UNCCD) wurde daraufhin eine zwischenstaatliche Arbeitsgruppe eingerichtet, die konkrete Vorschläge zur Umsetzung dieser Zielsetzung entwickelte. Auf dieser Grundlage definieren die Unterzeichnerstaaten der UNCCD "Landdegradierungsneutralität" wie folgt: Sie ist erreicht, wenn die Menge und Qualität von Landressourcen, die für die Ernährungssicherung und weitere Ökosystemfunktionen und -dienstleistungen wichtig sind, erhalten und erhöht wird. Die Weltgemeinschaft – jedes Land, jede Kommune oder andere räumliche Einheit – sollte diesen Status mittels Raumplanung, nachhaltiger Bewirtschaftungsmethoden und Rehabilitierungsmaßnahmen anstreben. Ebenfalls einigten sich die Länder auf Indikatoren für Landdegradierungstrends, um den Fortschritt der Umsetzung messbar zu machen.

Durch ihre Grundsatzarbeit und den Entwurf von Pilotprojekten spielt die UNCCD eine prägende Rolle bei der Verwirklichung von Landdegradierungsneutralität. Sie hat damit an Bedeutung und politischem Gewicht gewonnen.

Lexikon der Entwicklungspolitik

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