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Der Beitrag Deutschlands

Zusammenarbeit über Grenzen hinweg

Tröpfchenbewässerung auf einem Feld in Äthiopien

Probleme wie der Klimawandel, der Verlust der Artenvielfalt und der Verlust von intakten Böden machen nicht an Landesgrenzen halt. Um einen grenzüberschreitenden Erfahrungsaustausch zu fördern, unterstützt Deutschland länderübergreifende Ansätze der Desertifikationsbekämpfung und für nachhaltiges Landmanagement.

Im Auftrag des BMZ führt die GIZ mit den Ländern Äthiopien, Benin, Burkina Faso, Indien und Kenia das Programm "Bodenschutz und -rehabilitierung für Ernährungssicherung" durch. Es ist Teil der Sonderinitiative "EINEWELT ohne Hunger". Das Programm fördert Maßnahmen, die zu nachhaltigem Land- und Bodenfruchtbarkeitsmanagement beitragen.

Der Erhalt der biologischen Vielfalt soll dabei ebenso berücksichtigt werden wie die Fähigkeit der Menschen, ihre Landnutzung an den Klimawandel anzupassen. So soll langfristig die Lebenssituation der ländlichen Bevölkerung verbessert werden.

Im Auftrag des BMZ berät die GIZ zum einen Kleinbäuerinnen und -bauern, wie sie ihre Techniken der Landbewirtschaftung verbessern können. Zum anderen arbeitet sie mit Regierungsvertretern an günstigen Rahmenbedingungen für den Bodenschutz. Der Wissensaustausch zwischen den beteiligten Ländern und mit der Wissenschaft wird dabei besonders gefördert. Bewährte Praktiken und Umsetzungserfahrungen werden so durch länderübergreifendes Lernen geteilt und in internationalen Foren vorgestellt, damit dieses Wissen auch über das Programm hinaus zur Verfügung steht.

Beispiel: Eine neue Bodennutzungspolitik für Kenia

Im Westen Kenias liegt eine der am dichtesten besiedelten ländlichen Regionen des Landes. Die hohe Bevölkerungsdichte hat eine Übernutzung der Böden zur Folge. Mangelnder Erosionsschutz, unsachgemäße Düngung und nicht nachhaltige Anbaumethoden führen in der Region zu massiven Bodendegradierungen. Dies macht sich durch Ernteeinbußen bemerkbar.

Um ein nachhaltiges Landmanagement zu erreichen, müssen viele Akteure miteinbezogen werden. Neben dem kenianischen Landwirtschaftsministerium zählen auch das nationale Umwelt- und das Wasserministerium dazu. Die landwirtschaftliche Forschungseinrichtung Kenias (KALRO) bringt Ergebnisse aus jahrelanger Forschung mit ein.

In einem partnerschaftlichen Ansatz werden Experten aus den verschiedenen Fachrichtungen in einer Arbeitsgruppe zusammengebracht, um gemeinsam Lösungen für Probleme wie Erosion, Versickerung von Grundwasser oder Nährstoffmangel im Boden zu erarbeiten. Ziel ist die Entwicklung einer nachhaltigen Politik zur Nutzung der Ressource Boden. Es werden zum Beispiel Anreize dafür geschaffen, dass Dünger effizienter eingesetzt wird und Anbaupraktiken besser an die jeweiligen Standorte angepasst werden.

Die Empfehlungen aus der Politik werden auf regionaler Ebene durch landwirtschaftliche Beratungsdienste, Nichtregierungsorganisationen und Bauerngruppen umgesetzt. Dabei werden sie von technischen Experten der GIZ unterstützt, die dann die Erfahrungen aus der Praxis zurück an die Arbeitsgruppe auf nationaler Ebene leiten. Auf diesem Weg werden die Böden von 6.000 Hektar Land direkt und viele weitere indirekt wieder verbessert.


Beispiel: Bodenschutz und Bodenrecht in Burkina Faso

Burkina Faso gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Nahezu 80 Prozent der Erwerbstätigen sind in der Landwirtschaft tätig. Langjährige nicht angepasste Nutzungsformen haben dazu geführt, dass etwa ein Drittel der landwirtschaftlich nutzbaren Flächen bereits schwer degradiert ist. Zwar wurde eine nachhaltige Ressourcennutzung in den vergangenen Jahren vereinzelt gefördert. Die kleinbäuerlichen Betriebe sind jedoch damit überfordert, eigenständig Maßnahmen zum Bodenschutz zu ergreifen. Hierzu bedarf es integrierter Ansätze, die Bodenschutz mit dem Zugang zu Landrechten verbinden.

Burkina Fasos Landrechtspolitik entspricht internationalen Standards. Leider bleibt die Umsetzung im ländlichen Raum hinter dem Anspruch der Politik zurück. Kommunale Behörden haben keine Erfahrung mit der Vergabe von Landtiteln. Hier setzt ein Programm der deutschen Entwicklungszusammenarbeit an: In einem Pilotprojekt testet die GIZ, wie sich Erosionsschutz- und Agroforstmaßnahmen in Wassereinzugsgebiete mit der Umsetzung der Bodenrechtspolitik kombinieren lassen.

So werden Kleinbauern und -bäuerinnen beispielsweise motiviert, auf ihren Feldern Steinreihen zu legen, die verhindern sollen, dass der Boden durch Wind und Wasser abgetragen wird. Im Gegenzug werden ihre Landrechte auf diesen Flächen abgesichert. Die GIZ unterstützt nicht nur die technische Umsetzung der Rehabilitationsmaßnahmen, sondern auch die Bearbeitung von Landtitel-Anträgen durch die Kommunalbehörden.


Lexikon der Entwicklungspolitik

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