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Boden erhalten – Existenz sichern

Bodenschutz in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit

Setzling auf einem Acker im Norden Kenias

Die natürlichen Lebensgrundlagen zu erhalten, ist eine Voraussetzung für nachhaltige Entwicklung. Bodenschutz ist ein Schlüsselbereich im weltweiten Kampf gegen Armut und Hunger, beim Schutz des Klimas und der Biodiversität. Darum engagiert sich die Bundesrepublik bei der Zusammenarbeit mit ihren Partnerländern und mit internationalen Organisationen seit vielen Jahren dafür. Dabei werden die meisten deutschen Maßnahmen nicht als Einzelprojekte durchgeführt, sondern der Bodenschutz ist ein übergreifendes Anliegen ("Querschnittsthema") nahezu aller Projekte und Programme in den Bereichen ländliche Entwicklung, Schutz von Wassereinzugsgebieten, Schutz der Biodiversität und Klimaschutz.

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) hat darüber hinaus Anfang 2014 die Sonderinitiative "EINEWELT ohne Hunger" ins Leben gerufen. Für ihr zentrales Ziel – Kampf gegen Hunger und Mangelernährung – bündelt die Initiative Maßnahmen aus den Bereichen Ernährungssicherung, ländliche Entwicklung und Landwirtschaftsförderung. Im Rahmen dieser Sonderinitiative wurde unter anderem das Vorhaben "Bodenschutz und Bodenrehabilitierung für Ernährungssicherheit" gestartet. Zentrales Anliegen des Vorhabens ist es, weltweit Ackerflächen von kleinbäuerlichen Betrieben wieder fruchtbar zu machen oder zu schützen.

Deutschland ist einer der größten Geber im Bereich Bodenschutz und fördert rund 800 Projekte. Allein in den Jahren 2012 und 2013 hat die Bundesregierung dafür rund 425 Millionen Euro bereitgestellt. Die geförderten Vorhaben werden sowohl von staatlichen Durchführungsorganisationen als auch von Nichtregierungsorganisation umgesetzt. Sie leisten einen wichtigen und erfolgreichen Beitrag zur dauerhaften Verbesserung der Lebensbedingungen von Millionen von Menschen.

Die Förderung konzentriert sich auf vier Dimensionen:

  • Die ökologische Dimension:
    Es gilt, die Umweltbedingungen, in denen die Menschen leben, zu verbessern, zum Beispiel mit Hilfe von angepassten Bewässerungstechniken und Maßnahmen zum Schutz vor Bodenerosion.
  • Die wirtschaftliche Dimension:
    Bauern und Viehzüchter müssen dabei unterstützt werden, ihr Land effektiv zu nutzen, ohne es zu stark zu belasten. Wirtschaftsförderungsprogramme können ihnen helfen, neue Einkommensquellen zu erschließen, indem sie ihre Produkte weiterverarbeiten und auch außerhalb der Heimatregion vermarkten. Dazu muss der Besitz von Grund und Boden rechtlich abgesichert sein.
  • Die soziale Dimension:
    An den Maßnahmen müssen alle relevanten Akteure der Zivilgesellschaft beteiligt werden. Gleiches gilt für die Programme zur Armutsbekämpfung.
  • Die politische Dimension:
    Um die politische Teilhabe der Menschen zu erhöhen, müssen ihnen Möglichkeiten eröffnet werden, auf politische und gesellschaftliche Entscheidungen Einfluss zu nehmen, die ihr Leben direkt betreffen. Dazu müssen dezentrale Verwaltungsstrukturen aufgebaut werden.

Entsprechend wird die deutsche Entwicklungszusammenarbeit auf allen politischen Ebenen tätig: lokal bei den Betroffenen vor Ort, national und überregional auf Ebene der Regierungen der betroffenen Staaten sowie international, zum Beispiel im Rahmen der Europäischen Union, der Weltbank und der Vereinten Nationen.

Die Schlüsselrolle der Frauen

Teepflückerinnen in Nuwara Eliya, Sri Lanka

In den ländlichen Gebieten der Entwicklungsländer haben Frauen eine Schlüsselrolle bei der Nutzung der natürlichen Ressourcen: Sie produzieren den Hauptteil der Nahrungsmittel und sammeln Holz zum Kochen und Heizen. Meistens sind auch sie es, die den gesamten Haushalt mit Wasser versorgen. In den von Bodendegradierung betroffenen Regionen wird ihre Arbeitsbelastung noch erhöht, denn Erosion, abnehmende Bodenfruchtbarkeit und versiegende Wasserquellen machen die Grundversorgung der Familien immer aufwändiger. Wandern die Männer auf der Suche nach Einkommensmöglichkeiten in die Städte ab, bleiben die Frauen häufig als Alleinversorgerinnen in den Dörfern zurück.

Doch trotz ihrer vielfältigen Aufgaben und besonderen Leistungen haben die Frauen nur stark eingeschränkte Mitspracherechte und Entscheidungsbefugnisse bei der Verteilung und Nutzung von Ressourcen. Die Entwicklungszusammenarbeit muss deshalb der besonderen Rolle und den speziellen Bedürfnissen der Frauen Rechnung tragen. Die Vertragsparteien der Konvention der Vereinten Nationen zur Bekämpfung der Desertifikation (UNCCD) haben sich daher verpflichtet, Frauen umfassend in lokale Maßnahmen zur Desertifikationsbekämpfung einzubeziehen.


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