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Der deutsche Beitrag

Bekämpfung von Wilderei und illegalem Handel mit Wildtierprodukten

Elefant an einem Wasserloch im Khaudum-Nationalpark in Namibia

In den vergangenen Jahren hat die Wilderei und damit der organisierte illegale Handel mit Wildtierprodukten stark zugenommen. Insbesondere Elefanten und Nashörner in Afrika sind betroffen. Deutschland arbeitet mit zahlreichen Partnern länder-, regionen- und sektorübergreifend zusammen, um den Schutz der bedrohten Arten und ihrer Lebensräume zu verbessern. Dazu wird zum Beispiel das Management von Schutzgebieten verbessert, und es werden Projekte unterstützt, die die Nachfrage nach Wildtierprodukten verringern sollen.

Dimension der Wilderei

Allein 2014 wurden in Südafrika mehr als 1.200 Nashörner gewildert. Außerdem fielen Zehntausende Elefanten der Wilderei zum Opfer, vor allem in afrikanischen Ländern südlich der Sahara. Diese Entwicklung wird durch die vor allem in Asien steigende Nachfrage nach Wildtierprodukten wie Elfenbein und dem Horn von Nashörnern befeuert. Der Handel mit diesen Erzeugnissen wird inzwischen größtenteils von internationalen kriminellen Organisationen kontrolliert. Dadurch sind nicht nur viele bereits vom Aussterben bedrohte Tierarten gefährdet. In zunehmendem Maße werden auch die Lebensgrundlagen und die Sicherheit der Menschen beeinträchtigt.

Zwar haben die Regierungen der betroffenen Länder und die internationale Gemeinschaft auf diese Herausforderungen reagiert. Doch die Anstrengungen und Ressourcen reichen in vielen Fällen nicht aus, um das Problem dauerhaft in den Griff zu bekommen. Im Kampf gegen die Wilderei und den illegalen Handel mit Wildtierprodukten ersuchen die afrikanischen Partnerländer die internationale Gemeinschaft verstärkt um politische, technische und finanzielle Unterstützung. Außerdem arbeiten die betroffenen Staaten enger mit jenen Ländern zusammen, in denen illegale Wildtiererzeugnisse wie Elfenbein oder Horn von Nashörnern nachgefragt und verkauft werden.


Deutsches Engagement in der Wildereibekämpfung

Angesichts der globalen Dimension dieser Herausforderungen hat die deutsche Regierung den Kampf gegen Wilderei und den illegalen Handel mit Wildtierprodukten weit oben auf die politische Agenda gesetzt. In der Folge wurden die internationalen Bemühungen zur Lösung dieses ernsten Problems verstärkt. Es soll verhindert werden, dass frühere und aktuelle Entwicklungserfolge durch Wilderei zunichte gemacht werden.

Die Ursachen für Wilderei und den damit zusammenhängenden illegalen internationalen Handel mit Wildtierprodukten sind komplex. Um sie zu beseitigen, bedarf es einer sektorübergreifenden, grenzüberschreitenden und transkontinentalen Herangehensweise. Im Auftrag des BMZ unterstützen die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) Partnerländer in Afrika und Asien sowie verschiedene Regionalorganisationen und spezialisierte Nichtregierungsorganisationen wie den World Wide Fund For Nature (WWF) oder das Wildlife Trade Monitoring Network (TRAFFIC). Gefördert werden Maßnahmen, die dazu geeignet sind, sowohl den Schutz in Herkunftsländern zu verbessern als auch die Nachfrage zu beeinflussen.


Lokale Bevölkerung beteiligen

Im Kampf gegen die Wilderei kommt den Schutzgebieten und der lokalen Bevölkerung eine entscheidende Rolle zu. Deutschland unterstützt den Aufbau und die Verbesserung des Managements von Schutzgebieten und grenzüberschreitenden Reservaten. Die Kapazitäten vor Ort sollen gestärkt und Maßnahmen zur Wildereibekämpfung in laufende und neue Projekte eingebunden werden. Die Unterstützung umfasst beispielsweise die Schulung von Wildhütern in sogenannten Wildlife Colleges und die Lieferung von Überwachungsausrüstungen.

Diese Maßnahmen können jedoch nur dann erfolgreich sein, wenn die innerhalb und in der Nähe der Schutzgebiete lebende Bevölkerung den Nutzen erkennt, den sie aus der Erhaltung und nachhaltigen Nutzung des Wildtierbestands ziehen kann. Dazu muss sie aktiv in die Bewirtschaftung der Schutzgebiete einbezogen werden.

Die Bundesregierung unterstützt die Regierungen der Partnerländer dabei, gemeinsam mit der Anrainerbevölkerung Mechanismen für einen gerechten Vorteilsausgleich zu entwickeln. Darüber hinaus spielen die Gemeinden eine entscheidende Rolle bei der Zusammenarbeit mit den Ordnungskräften. Sie können wesentliche Informationen weitergeben, um Wilderei und den Schmuggel von Wildtierprodukten zu unterbinden.


Nachfrage senken

Zur Bewältigung der Wildereikrise ist es auch wichtig, die wachsende Nachfrage in den Verbraucherländern entsprechend zu beeinflussen. Die deutsche Regierung unterstützt eine Reihe von Maßnahmen, die darauf abzielen, die Nachfrage nach Elfenbein und Horn von Nashörnern in Asien zu senken und die Kooperation zwischen afrikanischen und asiatischen Ländern zu verbessern.

Zu diesen Initiativen zählen unter anderem die Überwachung der (Online-) Märkte für illegale Wildtierprodukte, der Austausch zwischen afrikanischen und asiatischen Journalisten zur Intensivierung der Medienberichterstattung über die derzeitige Krise sowie gezielte Sensibilisierungskampagnen zur Beeinflussung des Konsumentenverhaltens.


Weitere Informationen

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Allein in Afrika wurden 2016 über 1.000 Nashörner und 20.000 Elefanten durch Wilderer getötet. Deutschland engagiert sich im Kampf gegen die Wilderei, zum Beispiel in Tansania.

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Externe Links

Lexikon der Entwicklungspolitik

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