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Der deutsche Beitrag

Wälder nachhaltig bewirtschaften


Regenwald in Brasilien

Nach Angaben der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) bedecken Wälder heute noch fast ein Drittel der Landoberfläche der Erde. Sie beherbergen rund 90 Prozent der biologischen Vielfalt an Land und sind weltweit für etwa 1,6 Milliarden Menschen – oftmals aus den ärmsten Bevölkerungsschichten – eine wichtige Existenzgrundlage.

Doch jedes Jahr werden weltweit 13 Millionen Hektar Wald durch menschliche Eingriffe zerstört. Das entspricht einer Fläche von 35 Fußballfeldern pro Minute.

Waldzerstörung kann verschiedene Gründe haben. Häufig wird Wald gerodet, um Flächen für landwirtschaftliche Nutzung zu gewinnen – sie bringt zumindest kurzfristig mehr Gewinn als eine nachhaltige Forstwirtschaft. So wird in Südamerika viel Wald durch die Ausbreitung der Viehhaltung und des Sojaanbaus verdrängt, in Asien durch Palmölplantagen. Der Großteil der auf diesen Flächen produzierten Erzeugnisse wird in Industriestaaten und große Schwellenländer wie China und Indien exportiert.

Weitere Ursachen für Entwaldung sind illegaler Holzeinschlag und ungeklärte Landrechte, die weite Gebiete rechtlich schutzlos machen. In vielen Weltregionen drängt auch das starke Bevölkerungswachstum die Wälder zurück – zum Beispiel, weil Städte immer größer werden und mehr Straßen und andere Infrastruktureinrichtungen benötigt werden.

In mehr als 30 Ländern und Regionen engagiert sich Deutschland auf verschiedenen entwicklungspolitischen Ebenen für den Schutz und die nachhaltige Nutzung von Wäldern:

  • Deutschland hilft, in den Partnerländern politische und rechtliche Rahmenbedingungen zu verbessern und unterstützt eine gute Regierungsführung. Zum Beispiel beraten Expertinnen und Experten die Regierungen von Kamerun, Brasilien und der Demokratischen Republik Kongo mit dem Ziel, wichtige Politiksektoren wie Landwirtschaft, Bergbau und Infrastruktur besser mit dem Walderhalt in Übereinstimmung zu bringen. Die Teilhabe der betroffenen Bevölkerung und der Dialog zwischen wichtigen Interessensgruppen aus Staat, Industrie und Zivilgesellschaft werden dabei besonders gefördert.
  • ​Daneben unterstützt und finanziert Deutschland konkrete Konzepte zur nachhaltigen Waldwirtschaft. So werden zum Beispiel in Indonesien, Vietnam und Peru die Managementfähigkeiten der Partner gestärkt. In Brasilien werden staatliche Überwachungsmöglichkeiten ausgebaut und Kenntnisse über nachhaltige Waldbewirtschaftung verbessert. Die angemessene wirtschaftliche Bewertung von Rohstoffen und Ökosystemdienstleistungen, die der Wald bisher scheinbar kostenlos bereitstellt, spielt eine wichtige Rolle in der Zusammenarbeit mit Peru und Vietnam.

Im Jahr 2012 hat das BMZ Vorhaben der nachhaltigen Waldwirtschaft im Wert von mehr als 225 Millionen Euro begonnen.

Lexikon der Entwicklungspolitik

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