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Der deutsche Beitrag

Biodiversität als Lebensgrundlage erhalten

Honigbienen

Die Vielfalt der Natur ist Basis der menschlichen Ernährung. Sie liefert die Grundstoffe für viele Arzneimittel, sorgt für die Bodenbildung und Trinkwasserfilterung und hilft bei der Bindung von Treibhausgasen sowie bei der Anpassung an die Folgen des Klimawandels. Sie inspiriert zu Innovationen in Architektur, Medizin und Technik. Zusätzlich bietet sie Raum für Erholung und künstlerische Anreize und hat in vielen Religionen eine spirituelle Bedeutung.

Ökosystemdienstleistungen

Diese vielfältigen Funktionen, die wir tagtäglich ganz selbstverständlich nutzen, lassen sich unter dem Begriff "Ökosystemdienstleistungen" zusammenfassen. Die globale Initiative "Ökonomie von Ökosystemen und Biodiversität" (The Economics of Ecosystems and Biodiversity, TEEB) soll durch wissenschaftliche Analysen Entscheidungsträger dabei unterstützen, den Wert von Biodiversität zu erkennen und besser zu berücksichtigen. Deutschland rief die Initiative im Rahmen seiner G8-Präsidentschaft im Jahr 2007 gemeinsam mit der EU-Kommission ins Leben. Durchgeführt wird sie von zahlreichen Institutionen unter der Schirmherrschaft des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP).


Riff mit verschiedenen Weich- und Hornkorallen sowie einigen kleinen Fischen

Einige Beispiele:

  • ​Korallenriffe bedecken nur 1,2 Prozent der Festlandsockel weltweit, bieten jedoch Lebensraum für schätzungsweise bis zu drei Millionen Arten, darunter über ein Viertel aller Meeresfischarten. Außerdem hängen Ernährung und Einkommen von rund 30 Millionen Küsten- und Inselbewohnern vollständig von Riff-Ökosystemen ab.
  • ​Berechnungen in der Schweiz ergaben, dass Bienenvölker durch ihre Bestäubungsleistung dort jährlich eine Agrarproduktion im Wert von mehr als 200 Millionen Euro sicherstellen. Das ist fast fünfmal mehr als durch die Honigproduktion erwirtschaftet wird. Der ökonomische Gesamtwert der Bestäubung durch Insekten weltweit wird von Forschern des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung, der Technischen Universität Dresden und der Universität Freiburg auf etwa 265 Milliarden Euro geschätzt (Zahlen von 2009).
  • ​Im australischen Canberra wurden 400.000 Bäume gepflanzt, um das Mikroklima zu regulieren, die Luftqualität zu verbessern, den Energieverbrauch der Klimaanlagen zu reduzieren und Kohlenstoffdioxid zu speichern. Der damit verbundene Gewinn für die Stadt – durch zusätzlichen Nutzen oder eingesparte Kosten – wird für den Zeitraum 2008 bis 2012 auf 13,5 bis 45 Millionen Euro geschätzt.

Diese Beispiele zeigen, auf welch vielfältige Weise der Mensch von gesunden Ökosystemen profitiert. Es ist daher eine wichtige Aufgabe der Politik, Ökosystemdienstleistungen stärker zu berücksichtigen und den Erhalt der biologischen Vielfalt sektorübergreifend zu fördern.


Lexikon der Entwicklungspolitik

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