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Der deutsche Beitrag

Grenzübergreifende Ansätze fördern


Blick aus dem Flugzeug auf das KAZA-Schutzgebiet

Die Zerstörung natürlicher Lebensräume durch menschliche Eingriffe gilt als Hauptursache für den Verlust von Biodiversität. Ihre Folgen machen nicht an Landesgrenzen halt. Erforderlich sind darum grenzüberschreitende Ansätze, die Ökosysteme in ihrer Gesamtheit schützen und darauf hinwirken, die unterschiedlichen Schutz- und Nutzungsinteressen in Einklang zu bringen.

Häufig erschweren Krisen und Konflikte eine länderübergreifende Kooperation. Dennoch hat sich gezeigt, dass Naturschutz und nachhaltige Entwicklung Themen sind, die die Zusammenarbeit von Ländern auch in schwierigen Situationen fördern können. Sie machen einen Erfahrungsaustausch möglich und geben Raum für gemeinsame Lernprozesse.

Im Zentrum der grenzübergreifenden Schutzmaßnahmen stehen Ökosysteme mit einer besonders hohen biologischen Vielfalt. Zu solchen Biodiversitätsschwerpunkten zählen Waldökosysteme, die nach Schätzungen der FAO rund 90 Prozent der biologischen Vielfalt auf dem Festland beherbergen.

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit unterstützt deshalb die wichtigsten Regionalorganisationen, die für den Schutz von Tropenwäldern zuständig sind: die Organisation des Amazonaspaktes (Organização do Tratado de Cooperação Amazônica, OTCA) und die Zentralafrikanische Waldkommission (Commission des Forêts de l’Afrique Centrale, COMIFAC). Zudem werden weitere Programme zum Schutz grenzübergreifender Ökosysteme gefördert, etwa zum Management küstennaher Gebiete in der Karibik und zur Wüstenbekämpfung in Zentralasien.

Im südlichen Afrika sind seit den 1990er Jahren sogenannte "Peace Parks" gegründet worden – grenzüberschreitende Schutzgebiete, die die biologische und kulturelle Vielfalt bewahren und gleichzeitig Frieden und Zusammenarbeit zwischen den Ländern fördern sollen. In diesem Rahmen entsteht eines der größten Naturschutzgebiet der Welt: 36 einzelne Schutzzonen und Nationalparks in Angola, Sambia, Simbabwe, Botsuana und Namibia sollen zur Kavango Zambezi Transfrontier Conservation Area (KAZA TFCA) verbunden werden. Mit 440.000 Quadratkilometern Gesamtfläche ist das geplante Schutzgebiet so groß wie Deutschland und Österreich zusammen. Im Auftrag des BMZ unterstützt die KfW Entwicklungsbank den Aufbau von KAZA als einer der größten Geldgeber.

Lexikon der Entwicklungspolitik

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