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Zusammenarbeit konkret

Mangrovenwälder sichern Existenzen im Mekong-Delta


Boote auf dem Mekong.

Das Mekong-Delta hat als "Reiskammer" eine herausragende volkswirtschaftliche Bedeutung für ganz Vietnam. Die intensive Reisproduktion, die damit verbundene großflächige Infrastruktur zur Wasserkontrolle sowie der schnelle Ausbau der gewinnbringenden Aquakultur (Shrimp-Farmen) haben zu wirtschaftlichem Wachstum geführt. So wurde auch ein Beitrag zur Verminderung der Armut geleistet. Zugleich sind jedoch negative ökologische und soziale Auswirkungen zu verzeichnen. Das Mekong-Delta ist außerdem besonders stark von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen: Die Stürme werden häufiger und stärker, der Meeresspiegel steigt.

Die Provinz Soc Trang ist eine von 13 Provinzen im Mekong-Delta. Ihre Bevölkerung lebt hauptsächlich vom Reisanbau und von der Aquakultur. Die Konzentration auf eine schnelle Wirtschaftsentwicklung führte dazu, dass die küstennahen Feuchtgebiete großflächig in Shrimp-Farmen umgewandelt wurden. Die dort ansässige Bevölkerung wurde zunehmend verdrängt und verlor ihre Einkommensmöglichkeiten. Gleichzeitig wurde die Schutzfunktion der Mangrovenwälder beeinträchtigt: Mangroven bewahren die Küste vor Erosion und das hinter dem Deich liegende Land vor Stürmen, Überflutung und Versalzung. Die negativen Auswirkungen der nicht nachhaltigen Ressourcennutzung werden durch den Klimawandel noch verstärkt.

Die Bundesrepublik unterstützt die Provinzregierung von Soc Trang deshalb in einem Pilotvorhaben dabei, die Interessenskonflikte zu lösen und gleichzeitig Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel zu testen.

Küstenschutz sichern, Einkommen schaffen

Im Rahmen des Projekts wurde ein ganzheitlicher Ansatz zum Management der Küstenzonen entwickelt. Dafür wurden zunächst Erfahrungen mit Mangrovenpflanzungen und historische Veränderungen der Mangrovenwälder und der Küstenlinie analysiert. Ziel des Projekts ist der effektive Schutz und das nachhaltige Management der Mangrovenwälder bei gleichzeitiger Schaffung von Einkommen für die lokale Bevölkerung. Dies Ziel soll erreicht werden durch:

  • ​Mangrovenpflanzungen mit Schwerpunkt auf Widerstandsfähigkeit gegen den Klimawandel
  • ​Einbeziehung der lokalen Bevölkerung in das Management, die nachhaltige Nutzung und den Schutz der Mangrovenwälder, Abschluss eines Partnerschaftsvertrags zwischen der Bevölkerung und den örtlichen Behörden
  • ​Küstenschutz durch den Bau von Wellenbrechern aus Bambus, die die Erosion mindern und die Sandablagerung fördern; in den wiederhergestellten Wattgebieten können dann weitere Mangroven angepflanzt werden

Zusätzlich wird mit deutscher Unterstützung ein Konzept für die Finanzierung der von Küstenfeuchtgebieten erbrachten Ökosystemdienstleistungen erprobt. Es sieht zum Beispiel vor, dass eine Muschelzucht-Kooperative Abgaben dafür leisten muss, dass sie die Mangrovenwälder bewirtschaften darf.

Zum Vorhaben gehören außerdem Maßnahmen, die das Umweltbewusstsein der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Behörden und der lokalen Bevölkerung stärken. Partnerschaften mit der Privatwirtschaft werden vertieft, um Arbeits- und Einkommensmöglichkeiten zu schaffen, die nicht von den überstrapazierten Ressourcen der Küstengebiete abhängig sind.


Wirkungen erkennbar

Erste Auswertungen zeigen, dass es gelingt, die Mangrovenwälder an den ausgewählten Standorten wieder aufzuforsten: Sechs Monate nach dem Aufbau der Wellenbrecher konnten neue Setzlinge gepflanzt werden.

Durch das Konzept der gemeinsamen Bewirtschaftung wird ein effektiver Schutz der vorhandenen Mangrovenwälder erreicht. Die regulierte Nutzung der Wälder hat den Lebensstandard der Menschen in den Küstengebieten verbessert. Angesichts der positiven Ergebnisse haben die örtlichen Behörden darum gebeten, die Schutzmaßnahmen auf weitere erosionsgefährdete Gebiete auszudehnen.

Deutscher Beitrag: 8,72 Millionen Euro
Geplante Laufzeit: 2011 bis 2017


Lexikon der Entwicklungspolitik

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