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Biodiversität

Die biologische Vielfalt erhalten – eine Aufgabe der Entwicklungszusammenarbeit

Verschiedene Bohnensorten aus Ecuador

Der Großteil der weltweiten genetischen und biologischen Vielfalt ist in den Tropen und Subtropen zu finden. Für viele der dort lebenden Menschen sind diese natürlichen Ressourcen unmittelbare Lebensgrundlage. Sie brauchen sie für ihre Ernährung, für den Bau von Häusern und die Herstellung von Bekleidung oder für die medizinische Versorgung. Die Nutzung von Naturressourcen ist oft ihre einzige Verdienstmöglichkeit. Der Erhalt der natürlichen Reichtümer ist daher eine entscheidende Voraussetzung für die erfolgreiche Reduzierung der weltweiten Armut.

Das deutsche Engagement

Der Schutz der Biodiversität, ihre nachhaltige Nutzung und die gerechte Aufteilung der Nutzungsgewinne ist ein Querschnittsthema der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Als solches wird es übergreifend bei allen Vorhaben berücksichtigt – also auch bei Maßnahmen, deren Schwerpunkt in anderen Themenbereichen wie zum Beispiel der Wasserversorgung oder Ernährungssicherheit liegt.

Darüber hinaus ist der Erhalt der biologischen Vielfalt ein eigener Arbeitsbereich der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. In Übereinstimmung mit den Zielen der Biodiversitätskonvention fördert die Bundesregierung in mehr als 30 Partnerländern Programme und Projekte zum Erhalt der biologischen Vielfalt.

Zum einen werden Partnerländer darin unterstützt, günstigere politische Rahmenbedingungen zum Erhalt der Biodiversität zu gestalten. Hierzu zählen der Aufbau und die Stärkung staatlicher Institutionen und die gerechte Regelung von Landeigentumsverhältnissen. Zudem sollen lokale und indigene Organisationen mit ihrem traditionellen Wissen aktiv in Planungs- und Entscheidungsprozesse einbezogen werden, um zur verantwortungsvollen Nutzung der Naturressourcen beizutragen. Auch der Zugang zu Land und natürlichen Ressourcen sollte klar, verbindlich und einvernehmlich geregelt werden. Im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit werden die verantwortlichen Institutionen bei der Entwicklung von entsprechenden Bestimmungen und Gesetzen beraten.

Zum anderen fördert das BMZ konkrete Maßnahmen zum Management von Schutzgebieten, zur nachhaltigen Bewirtschaftung von Wäldern und anderen Ökosystemen, zur Verbesserung der Agrobiodiversität sowie zur Bekämpfung des illegalen Holzeinschlags, der Wilderei und des illegalen Handels mit Wildtierprodukten.

Ein wirksamer Schutz der Biodiversität ist ohne ausreichendes Wissen über die Vielfalt der Arten und Ökosysteme und ohne ein breites zivilgesellschaftliches Engagement nicht möglich. Daher ist neben der politischen Arbeit auch die Information der Bevölkerung ein wichtiges Ziel der deutschen Entwicklungszusammenarbeit – sowohl in den Partnerländern als auch in Deutschland.

Seit 2008 hat die Bundesrepublik ihr Engagement kontinuierlich ausgebaut. Seit 2013 stellt die Bundesregierung jährlich 500 Millionen Euro für den weltweiten Erhalt von Wäldern und anderen Ökosystemen zur Verfügung.



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Allein in Afrika wurden 2016 über 1.000 Nashörner und 20.000 Elefanten durch Wilderer getötet. Deutschland engagiert sich im Kampf gegen die Wilderei, zum Beispiel in Tansania.

Lexikon der Entwicklungspolitik

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