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Der deutsche Beitrag

Teilhabe an Leistungen und Zugang zu Ressourcen gerecht gestalten

Eine kommunale Saatgutbank in Äthiopien

Die Regelung des Zugangs zu genetischen Ressourcen und die gerechte Aufteilung der Gewinne aus ihrer Nutzung (Access and Benefit Sharing, ABS) sind zentrale Anliegen der Biodiversitätskonvention von 1992. Der Auftrag zum Aufbau eines globalen ABS-Systems wurde 2002 beim Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung in Johannesburg formuliert. Ein rechtsverbindlicher Rahmen wurde allerdings erst mit dem sogenannten Nagoya-Protokoll geschaffen, das bei der 10. Vertragsstaatenkonferenz im Oktober 2010 im japanischen Nagoya verabschiedet wurde.

Von diesem Abkommen sollen sowohl Entwicklungsländer als auch Industrieländer profitieren: Die Entwicklungsländer, die häufig Bereitsteller genetischer Ressourcen sind, erhalten eine gerechte Gegenleistung für ihre biologischen Schätze – in Form von Geld oder Leistungen wie Technologietransfer. So können sie in den Schutz ihrer natürlichen Ressourcen investieren und ihre inländischen Forschungskapazitäten verbessern. Die Industrieländer, die in der Mehrzahl Nutzer genetischer Ressourcen sind, erhalten auf Basis eines gültigen Handelsvertrags einen verlässlichen Zugang zu den Ressourcen und sind nicht mehr dem Vorwurf der Biopiraterie ausgesetzt.

Durch das Nagoya-Abkommen hat die Privatwirtschaft mehr Rechts- und Investitionssicherheit. Klare Vereinbarungen über den Zugang zu Naturgütern und einen gerechten Vorteilsausgleich tragen dazu bei, Qualität und Verfügbarkeit natürlicher Produktionsgrundlagen dauerhaft zu sichern.

Mitte 2014 hatten mehr als 50 Staaten das Nagoya-Protokoll ratifiziert. Es ist dadurch am 12. Oktober 2014 in Kraft getreten. Im nächsten Schritt müssen die Vertragsparteien die nötigen Maßnahmen zur konkreten Umsetzung entwickeln und umsetzen.

Um die Position der Entwicklungsländer bei den Verhandlungen zu stärken, gründeten die niederländische und die deutsche Regierung 2006 die "ABS Capacity Development Initiative for Africa". Seit 2009 haben sich weitere Geber angeschlossen. Die ABS-Initiative bietet Beratung, Workshops und Trainings an, um die personellen, institutionellen und politischen Kapazitäten in den Partnerländern auszubauen.

Eine finanzielle Förderung durch die Europäische Union ermöglichte die geographische Ausdehnung der ABS-Initiative auf die Karibik und den pazifischen Raum. Die Initiative unterstützt nun die Partnerländer dabei, die nötigen Rahmenbedingungen für die Umsetzung des Abkommens zu schaffen. Außerdem vermittelt sie Kontakte und fördert den Wissensaustausch zwischen den Akteuren auf verschiedenen Ebenen (Vereinte Nationen, Regionen, Nationalstaaten, Gemeinden).

Lexikon der Entwicklungspolitik

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