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Zusammenarbeit konkret

Agrobiodiversität in Timor-Leste – Schutz durch Nutzung


Eine Frau in Timor-Leste füllt frisch geernteten Mais in einen Korb.

Timor-Leste gehört zu einem der sogenannten Biodiversitäts-Hotspots dieser Welt. Die Ökosysteme des Landes stehen unter Druck: Insbesondere in der Landwirtschaft bedrohen Bevölkerungswachstum, nicht nachhaltige landwirtschaftliche Anbaupraktiken, Abholzung, Monokulturen, invasive Pflanzen und der Trend zur Ausrichtung auf wenige ertragsreiche Sorten die Biodiversität.

Feliciano Sarmento gehört zu einer der 26 Bauerngruppen, die die landwirtschaftliche Vielfalt in Timor-Leste erhalten möchten. Sie werden dabei von einem Pilotvorhaben des timoresischen Landwirtschaftsministeriums unterstützt, das im Rahmen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit durchgeführt wird. "Schutz durch Nutzung" lautet das Motto des Vorhabens, das auf nachhaltiges Management der Agrobiodiversität in Timor-Leste abzielt.

Gemeinsam mit 30 weiteren Familien, die in einem der Dörfer im Nationalpark Nino Konis Santana leben, baut Feliciano Sarmento unter anderem lokale Sorten von Reis, Mais, Cassava und Bohnen an. Durch verbesserte Anbaupraktiken erzielt er höhere Erträge und sorgt zugleich für den Erhalt von Ökosystemdienstleistungen wie Bodenfruchtbarkeit. Mit großem Arbeitseinsatz haben Sarmento und seine Kollegen zum Beispiel einen steinigen Hang in einen produzierenden Gemüsegarten verwandelt.

Vorteile traditioneller Sorten

Für den Erhalt der landwirtschaftlichen Artenvielfalt gibt es viele Gründe. Bäuerinnen und Bauern wissen, dass sie durch die Vielfalt der angebauten Feldfrüchte extreme Wetterereignissen besser überstehen können, da sie das Risiko von kompletten Ernteverlusten deutlich verringern. Lokale Sorten können außerdem auch auf degradierten Flächen, wo neue anspruchsvollere Sorten versagen, Erträge erzielen. Eine bessere Lagerungsfähigkeit und der bevorzugte Geschmack kommen hinzu. Außerdem gibt es kulturelle Gründe dafür, bestimmte Arten und Sorten (roter und schwarzer Reis, Hirse, Yams) zu erhalten. Sie spielen zum Beispiel eine wichtige Rolle in traditionellen Zeremonien.

Damit Bäuerinnen und Bauern aus dem Erhalt der landwirtschaftlichen Vielfalt auch finanzielle Vorteile ziehen können, wird die Entwicklung von Wertschöpfungsketten unterstützt. So verkaufen Feliciano Sarmento und seine Kollegen Chilischoten einer mehrjährigen lokalen Sorte, die zu Chilipulver verarbeitet werden. Bauerngruppen aus der Nachbarregion haben damit begonnen, zusätzlich zum lokalen Reis auch wildwachsende Minze zu verkaufen, die in den Reisfeldern gedeiht. Da der lokale Reis ohne Spritz- und Düngemittel angebaut wird, kommt die getrocknete Minze als biologisch angebauter Tee in den Handel.

Deutscher Beitrag: 3,6 Millionen Euro
Geplante Laufzeit: 2012 bis 2016

Lexikon der Entwicklungspolitik

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