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Zusammenarbeit konkret

Verbesserung der Lehre an Äthiopiens Hochschulen

Forscher in einem Windenergie-Labor in Addis Abeba, Äthiopien

In Äthiopien kann etwa die Hälfte der Bevölkerung über 15 Jahre nicht lesen und schreiben. Für das ostafrikanische Land stellt es eine immense Herausforderung dar, Fach- und Führungskräfte für den heimischen Arbeitsmarkt auszubilden. Doch die äthiopische Regierung hat sich äußerst ehrgeizige Entwicklungsziele gesetzt. Sie hat das Bildungssystem reformiert und zahlreiche neue Universitäten und Berufsschulen eröffnet.

Doch noch mangelt es der Lehre und Forschung an den Hochschulen an Praxisbezug. Finanzielle Mittel fehlen ebenso wie kompetente Lehrkräfte und Verwaltungsfachleute. Die Betriebe selbst können es sich jedoch nicht leisten, neue Arbeitskräfte intern zu schulen oder teure ausländische Fachkräfte einzustellen.

Arbeitsmarktorientierte Studiengänge

Deutschland unterstützt Äthiopien dabei, die Hochschullehre und Berufsausbildung so zu gestalten, dass sie der Nachfrage der wachsenden Wirtschaft gerecht wird. Im Auftrag des BMZ hat die GIZ dazu das Programm "Kapazitätsaufbau im Bildungswesen" gestartet. Neben der Reform der Berufsbildung widmet es sich auch der ingenieurswissenschaftlichen Hochschulbildung.

Ziel ist, Lehrpersonal fachlich und didaktisch auszubilden, die anwendungsorientierte Forschung auszubauen und das Management der Bildungseinrichtungen zu verbessern. Die GIZ unterstützt ihre Partner auch dabei, Arbeitsmarktdaten zu erheben und in die Bildungsplanung einzubinden. Außerdem wird der Aufbau von Technologie- und Gründerzentren an Hochschulen gefördert.

Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem gleichberechtigten Zugang aller Bevölkerungsschichten zu den Bildungsangeboten. Junge Frauen werden gezielt in Studium und Ausbildung, in Lehrtätigkeiten und bei der Übernahme von Führungspositionen unterstützt.

Hierbei findet auch eine enge Kooperation mit der KfW Entwicklungsbank statt, die im Rahmen ihrer finanziellen Zusammenarbeit sowohl die berufliche Bildung als auch die Hochschulbildung unterstützt. Unter anderem wird die Ausstattung von Hochschulen finanziert. Außerdem werden Mittel für die Umsetzung von Lehr- und Forschungsprogrammen zur Verfügung gestellt.


Erste Ergebnisse

Im Rahmen ihres Vorgängerprogramms "Kapazitätsaufbau zur Wirtschaftsentwicklung" (Engineering Capacity Building Programme, ecbp) hatte die GIZ die äthiopische Regierung bereits bei der Reform der technischen Ausbildungsgänge an Hoch- und Berufsschulen beraten. An die Erfolge von ecbp knüpft das aktuelle Vorhaben nun nahtlos an. Folgende Ergebnisse wurden bislang verzeichnet:

  • ​Mehr als 80 praxis- und arbeitsmarktorientierte Hochschulstudiengänge wurden entwickelt und an den Technologieinstituten eingeführt. In die Lehrpläne wurden Praktika integriert, so dass mehr als 7.000 Studierende schon während ihres Studiums wichtige praktische Erfahrungen sammeln konnten.
  • ​Mehr als 500 Dozenten haben erfolgreich an Didaktikschulungen teilgenommen. Die Qualität der Lehre hat sich dadurch deutlich verbessert.
  • ​Fast 80.000 Studierende und fast 6.500 Postgraduierte haben ihre Ausbildung abgeschlossen, davon die Hälfte im Ingenieursbereich. Eine Verbleibstudie hat ergeben, dass 89 Prozent der Hochschulabsolventen ingenieurswissenschaftlicher Fachrichtungen nach ihrem Studium eine Arbeit gefunden haben. Bei 82 Prozent dieser Absolventen entsprach die Beschäftigung ihrer Qualifikation.
  • ​Mehr als 40 Berufsschulen sowie drei Universitäten und vier Prüfungszentren erhielten eine technische Ausstattung, die es ihnen ermöglicht, neue Aus- und Fortbildungsangebote und eine bessere praktische Ausbildung anzubieten.
  • ​Eine weitere vom Vorhaben durchgeführte Studie hat ergeben, dass 61 Prozent der Arbeitgeber mit den Fach- und Handlungskompetenzen der Berufsschul- und Hochschulabsolventen zufrieden sind.

Lexikon der Entwicklungspolitik

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