Hauptinhalt

Zusammenarbeit konkret

Verknüpfung von entwicklungspolitischer Zusammenarbeit und Forschung in Brasilien


Solaranlage in Brasilien

Brasilien ist einer der bevölkerungsreichsten Staaten und die siebtgrößte Volkswirtschaft der Welt. Doch im globalen Innovationsindex 2016 hat das Land nur Rang 69 von 142 erreicht – und das trotz exzellenter Forschungseinrichtungen und Universitäten. Gründe dafür sind unter anderem die geringe internationale Vernetzung und ein unzureichender Wissensaustausch zwischen Wissenschaft und Praxis. Die Förderung von Forschung, deren Praxisrelevanz durch die Zusammenarbeit mit Partnern aus Politik und Privatwirtschaft gewährleistet wird, bietet ein hohes Innovationspotenzial.

Der deutsche Beitrag

Mit Brasilien wurde das Projekt "Innovationen für nachhaltige Entwicklung – Neue Partnerschaften (NoPa)" ins Leben gerufen. Das BMZ hat die GIZ beauftragt, es gemeinsam mit der Abteilung für Wissenschaft und Technologie des brasilianischen Außenministeriums umzusetzen. Damit soll der Aufbau und die Begleitung von Forschungspartnerschaften bis hin zum Transfer der Ergebnisse in die Praxis gefördert werden.

Die brasilianische Forschungsförderungseinrichtung CAPES, der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) und die GIZ setzen das deutsch-brasilianische Forschungsvorhaben in den Bereichen "Schutz und nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen" sowie "Erneuerbare Energien und Energieeffizienz" um. So wird der deutsch-brasilianische Forschungsaustausch unterstützt und langfristig ein Beitrag zur Verringerung klimaschädlicher Treibhausgasemissionen und zum Schutz globaler öffentlicher Güter in Brasilien geleistet.

Die Partnerschaft strebt folgendes an:

  • Nachfrageorientierte Ausschreibung der Forschungsmittel
    Forschungsprojekte werden ausgeschrieben und orientieren sich dabei an gemeinsam identifizierten vorrangigen Forschungsthemen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft.
  • Forschung und Praxis werden eng verbunden
    Vernetzungsveranstaltungen im Vorfeld der Ausschreibungen fördern den Austausch zwischen Hochschulen, Forschungsinstituten und Vertretern aus Politik, Privatwirtschaft und Zivilgesellschaft. Nutzer von Forschungswissen und Forscher stehen so frühzeitig in Kontakt. CAPES und DAAD unterstützen durch wissenschaftliche und fachliche Beratung sowie Monitoring.
  • Gemeinsame Erarbeitung neuen Wissens (Joint knowledge creation)
    Stipendien ermöglichen die Entwicklung gemeinsamer Forschungsprojekte von deutschen und brasilianischen Wissenschaftlern und fördern den länderübergreifenden Austausch und die Mobilität von Lehrkräften, Forschern, Doktoranden und Studierenden. Durch die Forschung erschließen sich neue Anwendungsfelder mit hoher gesellschaftlicher Bedeutung für beide Länder.
  • Inwertsetzung für die Projekte der Entwicklungszusammenarbeit
    Die Ergebnisse der Forschung fließen in die von Deutschland finanzierten Projekte mit Brasilien ein. Innovative Technologien und Konzepte werden so in die Programme der deutsch-brasilianischen Zusammenarbeit für nachhaltige Entwicklung eingespeist.

Wirkungen

  • Zwischen 2010 und 2018 werden im Rahmen des NoPa-Programms 20 praxisbezogene Forschungsprojekte durchgeführt, davon fünf im Bereich Tropenwaldschutz und 15 zu erneuerbaren Energien und Energieeffizienz.
  • Die Universität Stuttgart und die Bundesuniversität Rio de Janeiro haben unter anderem eine Planungsmethode für die Integration von solarthermischer Energie (Concentrating Solar Power, CSP) in den Energiemix Brasiliens entwickelt und praxisrelevante Empfehlungen für Politik und Industrie erarbeitet. Das brasilianische Institut für Energieforschung, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt sowie die Stromregulierungsbehörde ANEEL und der Energieversorger CHESF wenden die CSP-Instrumente in der Praxis an und entwickeln sie weiter.

Lexikon der Entwicklungspolitik

Fenster schließen

 

Seite teilen