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Hochschulbildung und Wissenschaft

Akteure, Kooperationen und Instrumente

Team von Wissenschaftlern im Internationalen Institut für Insektenforschung in Nairobi, das von Deutschland unterstützt wird

Neben den klassischen entwicklungspolitischen Verfahren und Instrumenten der finanziellen und technischen Zusammenarbeit arbeitet das Bundesentwicklungsministerium (BMZ) mit Partnern zusammen, die seit Jahrzehnten den internationalen Austausch von Studierenden und Wissenschaftlern erfolgreich organisieren und fördern. Dazu zählen insbesondere der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) und die Alexander von Humboldt-Stiftung (AvH). Ihre Aktivitäten sollen möglichst eng mit der Arbeit der staatlichen Durchführungsorganisationen verzahnt werden.

Darüber hinaus fördert das BMZ Stipendienprogramme der evangelischen und katholischen Kirche. Auch stellt das Ministerium Mittel für Kooperationsprogramme und Netzwerkaktivitäten der politischen Stiftungen zur Verfügung.

Deutscher Akademischer Austauschdienst (DAAD)

Der DAAD vermittelt unter anderem Stipendien an Studierende und Wissenschaftler aus Entwicklungsländern, er unterstützt den Aufbau fachbezogener Hochschulpartnerschaften und den fachlichen Austausch über Studierenden- und Absolventennetzwerke. Auch bietet er Trainingskurse im Bereich Hochschulmanagement an und engagiert sich dafür, dass Lehre und Forschung in entwicklungspolitischen Themenfeldern ausgebaut werden.

Das BMZ unterstützt derzeit 18 Programme des DAAD durch jährliche Zuwendungen. Unter anderem werden mehr als 200 Kooperationen zwischen deutschen Hochschulen und Hochschulen aus BMZ-Partnerländern gefördert. Darunter sind mehr als 100 Hochschulkooperationen mit Einrichtungen in Afrika.

Anlässlich der Verabschiedung der globalen Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, SDG) im September 2015 haben das BMZ und der DAAD ein neues Programm aufgelegt: Über den DAAD werden sieben bilaterale SDG-Graduiertenkollegs zu thematischen Schwerpunkten der Agenda 2030 aufgebaut. Interdisziplinär ausgerichtete Studiengänge auf Master-, Promotions- und Postdoktoranden-Level sollen den wissenschaftlichen Nachwuchs fördern. Über eine systematische Vernetzung mit Akteuren außerhalb der Hochschulen soll die Forschung besser an gesellschaftlich relevanten Fragestellungen ausgerichtet werden.


Alexander von Humboldt-Stiftung

Die Alexander von Humboldt-Stiftung vergibt unter anderem die Georg-Forster-Forschungsstipendien, die aus Mitteln des BMZ finanziert werden. Das Programm wendet sich an überdurchschnittlich qualifizierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aller Fachgebiete aus Entwicklungs- und Schwellenländern, die entwicklungsrelevante Forschungsvorhaben in Deutschland durchführen. Von 1997 bis 2016 wurden insgesamt 1.022 Postdoktoranden und erfahrene Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Entwicklungsländern durch Stipendien gefördert. Bis zum Jahr 2020 soll die Zahl der Stipendien von durchschnittlich 70 auf 100 pro Jahr steigen.

Seit 2012 wird zudem der ebenfalls aus BMZ-Mitteln finanzierte Georg-Forster-Forschungspreis verliehen, mit dem exzellente Wissenschaftler aus Entwicklungsländern für ihr bisheriges Lebenswerk ausgezeichnet werden.


Multilaterale Zusammenarbeit

Maiskörner in einem Reagenzglas

Zahlreiche internationale Organisationen haben die Bedeutung von Wissenschaft und Forschung für Entwicklung erkannt und engagieren sich in der Hochschulförderung. So dient der sogenannte Bologna-Prozess der Europäischen Union, der einen gemeinsamen europäischen Hochschulraum schafft, als Vorbild für entsprechende Initiativen in Afrika.

Auf Ebene der Vereinten Nationen setzen sich die Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) und die Weltbank für die Hochschulförderung ein, regional sind die Asiatische und die Afrikanische Entwicklungsbank in diesem Bereich aktiv. Zu den internationalen Kooperationspartnern zählen außerdem private Stiftungen wie die Agha Khan-, die Ford-, die Rockefeller- und die Carnegie-Foundation.


Neue Partnerschaften und Allianzen fördern

Eine Mitarbeiterin des Instituts für angewandte Agrarforschung und Ausbildung in Katibougou (Mali) seziert im Labor Kartoffelpflanzen.

Um Lösungen für die komplexen gesellschaftlichen Herausforderungen auf globaler und lokaler Ebene zu finden, ist es notwendig, Wissen gemeinsam zu erarbeiten und bereitzustellen (joint knowledge creation). Benötigt werden interdisziplinäre Ansätze und eine engere Zusammenarbeit zwischen Wissenschaftlern und Experten aus Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Politik aus dem globalen Süden und Norden.

Das BMZ fördert deshalb verstärkt Kooperationsansätze, in denen die Zusammenarbeit zwischen Hochschulen oder wissenschaftlichen Einrichtungen und außeruniversitären Akteuren verbessert werden soll. Solche Initiativen zeigen, dass durch die Kombination von Instrumenten der Wissenschaftsförderung und der technischen Zusammenarbeit die gemeinsame Forschung von Universitäten im Norden und Süden gewinnbringend in die Entwicklungszusammenarbeit integriert werden kann. Die enge Kooperation mit Partnern aus Politik und Privatwirtschaft schon im Planungsprozess gewährleistet eine hohe Praxisrelevanz der Forschungsergebnisse. Ein Beispiel ist das deutsch-brasilianische Programm "Innovationen für eine nachhaltige Entwicklung – Neue Partnerschaften (NoPa)". Mehr Informationen dazu finden Sie ​hier.

Dass Hochschulabsolventen einen angemessenen beruflichen Einstieg finden, ist von großer wirtschaftlicher und sozialer Bedeutung. In vielen Entwicklungs- und Schwellenländern gelingt dies nur unzureichend, obwohl der Bedarf an Fachkräften in bestimmten Sektoren sehr hoch ist. Um die Beschäftigungsfähigkeit von Hochschulabsolventen zu verbessern, unterstützt das BMZ die Beratung von Ministerien und Hochschulen in Entwicklungs- und Schwellenländern, um die universitäre Ausbildung praxisrelevanter und arbeitsmarktorientierter zu gestalten.

Der Aufbau von Kooperationsstrukturen mit der Wirtschaft und die Einbindung von Praxiselementen in die Lehre sind hierbei zentrale Ansätze. Außerdem werden Angebote zu Themen wie Karriereplanung, Berufsberatung und Beratung für Unternehmensgründer entwickelt und verbessert. An der Al-Quds-Universität in Jerusalem in den Palästinensischen Gebieten wurden beispielsweise mit Unterstützung des BMZ die ersten drei dualen Studiengänge in der Region Nordafrika/Nahost aufgebaut (Elektrotechnik, Internettechnologie und Betriebswirtschaftslehre).

In Äthiopien unterstützt das BMZ die Partner bei der Reform des ingenieurwissenschaftlichen Studiums. Informationen dazu finden Sie ​hier.


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