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Zusammenarbeit konkret

Grund- und Berufsbildung in Mosambik verbessern

Mädchen in einer Volksschule in Chimoio, Mosambik

Die Chancen auf Grundbildung haben sich für viele Mädchen und Jungen in Mosambik in den vergangenen Jahren stark verbessert. Während im Jahr 2000 landesweit nur rund 55 Prozent der sechsjährigen Kinder eingeschult wurden, waren es 2015 nach Angaben der Weltbank schon mehr als 89 Prozent.

Die Zahl derjenigen, die die Schule abbrechen, ist allerdings groß. Nur knapp 48 Prozent aller Schülerinnen und Schüler beenden die 7. Klasse und erreichen damit einen Primarschulabschluss. Auch die Qualität der Bildung ist noch unzureichend. Unter anderem ist die Zahl der ausgebildeten Lehrerinnen und Lehrer zu gering. Für 55 Schülerinnen und Schüler steht im Durchschnitt nur eine Lehrkraft zur Verfügung. Das führt zu erheblichen Mängeln bei der Grundbildung.

Ähnliche Probleme gibt es auch im Bereich der Berufsausbildung. Weil sie nur wenig praxisorientiert ist, finden drei Viertel der Berufsschulabgänger keine Arbeitsstelle in ihrem Berufsfeld.

Gute Grund- und Berufsbildung

Ziel eines vom BMZ in Auftrag gegebenen Programms der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in Mosambik ist, Kindern und Jugendlichen, besonders Mädchen und jungen Frauen, eine lebensweltorientierte Grundbildung und eine beschäftigungsorientierte Berufsbildung zu bieten.

Das Programm ist in die Bildungsstrategie und die Berufsbildungsreform der mosambikanischen Regierung integriert. Es konzentriert sich auf die Beratung der für Bildung verantwortlichen Institutionen und auf umfassende Qualitätsverbesserungen im Grund- und Berufsbildungssystem.


Das wurde schon erreicht

Schülerinnen in Beira, Mosambik

Grundbildung

Inzwischen kann ein großer Teil der mosambikanischen Kinder eine Grundschule besuchen. Ein besonderer Erfolg ist es, dass mittlerweile beinahe gleich viele Mädchen wie Jungen eingeschult werden.

Auch die Bildungsplanung und das Bildungsmanagement sind effektiver geworden. Alle Ebenen der Verwaltung erstellen Jahrespläne, deren Umsetzung beobachtet und bei Bedarf korrigiert wird. Dabei werden Schulbeiräte intensiv einbezogen. So konnten die Lernbedingungen in mehr als zwei Drittel der Schulen in den Schwerpunktprovinzen (Inhambane, Sofala und Manica) der deutschen Entwicklungszusammenarbeit verbessert werden.

Durch eine reformierte Lehrerbildung stehen mehr ausgebildete Lehrkräfte zur Verfügung. Dadurch steigt die Qualität des Unterrichts und der Unterrichtsinhalte. Gleichzeitig ist der Unterricht stärker am Bedarf der Gesellschaft und des Arbeitsmarktes orientiert. Die Lehrkräfte integrieren zunehmend HIV- und Aids-bezogene Inhalte in den Unterricht – ein wichtiges Thema in einem Land, in dem rund zwölf Prozent der Erwachsenen mit HIV infiziert sind.

Der abwechslungsreichere Unterricht, der die Schülerinnen und Schüler einbezieht und fordert, wirkt sich positiv auf die Schulabschlussraten aus. Sie haben sich in den Schwerpunktprovinzen stark erhöht und liegen deutlich über dem nationalen Mittelwert.

Berufliche Bildung

Gemeinsam mit der Privatwirtschaft wurden Lehrpläne entwickelt, in denen Standards und Kompetenzen definiert sind, über die die Berufsanfänger am Ende der Ausbildung verfügen sollen. Sie ermöglichen jetzt eine am Arbeitsmarkt orientierte Ausbildung.

Mit deutscher Unterstützung wurden Berufsschulen instandgesetzt und mit Mitteln der Weltbank wurden neue Maschinen und Materialien angeschafft. So kann nun praktischer Unterricht erteilt werden, der den Anforderungen der zukünftigen Arbeitgeber entspricht.

Durch die Kooperation des Programms mit einem deutschen Internetdienstanbieter konnte die Ausbildung von IT-Technikern in Mosambik verbessert werden.

Auch ein Lehrprogramm zur Ausbildung von Technikern für erneuerbare Energien wurde entwickelt und eingeführt.


Lexikon der Entwicklungspolitik

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