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Deutsches Engagement

Die Qualität von Bildung steigern

Angehende Lehrer bei einer Fortbildung zum Thema Aids-Prävention in Chimoio, Mosambik

Allen Kindern und Jugendlichen Zugang zu Bildung zu verschaffen, stellt die Entwicklungsländer vor enorme Herausforderungen. Bei ihren Bemühungen, dieses Ziel schnellstmöglich und flächendeckend zu erreichen, fällt es den Ländern schwer, auf die vielfältigen Lernbedürfnisse der Kinder einzugehen. Darunter leidet die Qualität der Bildung. Ein Schwerpunkt der deutschen Entwicklungszusammenarbeit ist deshalb, die Unterrichtsqualität zu verbessern, damit Kinder und Jugendliche nicht nur am Unterricht teilnehmen können, sondern auch konkrete Lernfortschritte erzielen.

Aus- und Fortbildung von Lehrerinnen und Lehrern

Viele Entwicklungsländer sehen sich – unter anderem aus Mangel an finanziellen Möglichkeiten – gezwungen, schlecht oder gar nicht ausgebildete Lehrkräfte einzustellen. Das wirkt sich negativ auf die Qualität des Unterrichts aus. Die Bundesrepublik fördert deshalb die Ausbildung und bedarfsgerechte Weiterbildung von pädagogischem Personal. Dabei geht es in erster Linie darum, moderne Lehr- und Lernmethoden zu vermitteln.

Außerdem müssen die Lehrkräfte in der Ausbildung für Geschlechterfragen sensibilisiert werden. Es ist allgemein anerkannt, dass weibliche Lehrkräfte als Vorbilder dienen und zur Förderung der Gleichberechtigung beitragen. Dennoch ist die Zahl der Lehrerinnen in vielen Ländern insbesondere in abgelegenen Regionen sehr niedrig.


Entwicklung von Lehrplänen und Lernmaterialien

Um den Unterricht besser an die Bedürfnisse der Schüler anzupassen, ist die Erstellung und Überarbeitung von Lehrplänen Teil der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Die Förderung demokratischen Verhaltens und friedlichen Zusammenlebens, Umwelt- und Gesundheitserziehung, gendersensibles Verhalten, HIV/Aids-Prävention und Berufsvorbereitung sind Themen, die in die Lehrpläne integriert werden.

Um die Pläne im Unterricht umsetzen zu können, werden mit deutscher Unterstützung entsprechende didaktisch gut aufbereitete Lehr- und Lernmaterialien entwickelt.


Schulmanagement

In vielen Bildungsvorhaben spielt auch das Schulmanagement eine wichtige Rolle. Unter anderem setzt sich Deutschland für eine engere Zusammenarbeit der Schulen mit der Schulaufsicht ein. Über Unterrichtsbesuche können Lehrkräfte Anregungen für die Gestaltung ihrer Kurse erhalten, Schulleitungen können motiviert werden, Qualifizierungsangebote wahrzunehmen.


Beteiligung der Eltern

Die Bundesrepublik unterstützt die Partizipation von Eltern und Gemeinden in der Primar- und Sekundarschulbildung. Erfahrungen zeigen, dass die Beteiligung der Eltern, etwa über Elternräte, dazu führen kann, dass sie ihre Kinder – und besonders die Mädchen – auch dann in die Schule schicken, wenn sie selbst keine Schulbildung genießen konnten.

Ein weiterer möglicher Weg ist die Gründung von Erziehungskomitees, wie sie zum Beispiel in Guatemala erfolgreich eingeführt wurden: Zusammen mit den Lehrerinnen und Lehrern sind die Eltern verantwortlich für den Unterricht und die Verwaltung der Schulen. Die Erziehungskomitees stellen die Lehrkräfte ein und kontrollieren deren Anwesenheit und Unterrichtsleistung.

Auch an baulichen Maßnahmen in Schulen werden die Eltern in vielen Ländern aktiv beteiligt – etwa in Form von Arbeitsleistungen, Materiallieferungen oder durch Bargeld. Auf diese Weise identifizieren sie sich stärker mit der Schule und fühlen sich für ihre Instandhaltung verantwortlich.


Qualitätskontrolle

Qualität von Bildung ist in hohem Maße von einer guten Bildungsplanung und der regelmäßigen Kontrolle ihrer Wirkung abhängig. Deutschland unterstützt daher seine Kooperationsländer nicht nur dabei, Bildungsinhalte und -methoden zu entwickeln, sondern fördert auch die konsequente Evaluierung von Bildungsangeboten.

International gibt es bereits verschiedene Verfahren und Instrumente, um Lehr- und Lernleistungen zu messen und national, regional oder global zu vergleichen. Im Mittelpunkt des deutschen Engagements steht die Stärkung nationaler Systeme der Qualitätskontrolle, die den kulturellen Kontext, die Ausgangslage und die spezielle Zielsetzung in einem Land berücksichtigen.


Lexikon der Entwicklungspolitik

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