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Deutsches Engagement

Bildung in Krisenregionen und fragilen Staaten fördern

Mathematik-Unterricht an einer Oberschule in Kabul, Afghanistan

Bildung und Konflikte stehen in einem engen Zusammenhang. Studien haben gezeigt, dass es in Ländern mit hohem Bildungsniveau seltener zu gewalttätigen Konflikten kommt. Wenn dagegen große Teile der jungen Bevölkerung keinen Zugang zu Bildung haben und in der Folge unter Armut, Arbeitslosigkeit und Perspektivlosigkeit leiden, steigt das Risiko für gewalttätige Auseinandersetzungen.

Bewaffnete Konflikte beeinträchtigen wiederum die Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen deutlich. Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) sind mehr als die Hälfte aller Menschen auf der Flucht jünger als 18 Jahre. In Flüchtlingslagern erhalten Kinder und Jugendliche oft keine angemessenen Bildungsangebote. In vielen Aufnahmeländern sind sie vom Besuch öffentlicher Schulen ausgeschlossen.

Um diese Mädchen und Jungen zu erreichen, sind besondere Maßnahmen notwendig: Bildungseinrichtungen in Not- und Flüchtlingslagern sowie in Gemeinden, die viele Geflüchtete aufgenommen haben, Trauma- und Versöhnungsarbeit sowie Friedenspädagogik. Die Kinder sollen dabei ein friedliches und konstruktives Miteinander erlernen.

Mit Bildungsmaßnahmen in fragilen und von Gewalt geprägten Ländern trägt das BMZ dazu bei, Ursachen und Auswirkungen von Konflikten zu bearbeiten, sie gewaltfrei zu beenden und neuen Konflikten vorzubeugen. So werden zum Beispiel über die Sonderinitiative "Fluchtursachen bekämpfen – Flüchtlinge reintegrieren" Stipendien an Studierende aus Konfliktregionen vergeben. In Jordanien nehmen syrische Geflüchtete und Einheimische gemeinsam an Bildungsprogrammen teil, die sie in die Lage versetzen, sich mit eigenen Kräften eine Existenz aufzubauen. Im Libanon beteiligt sich das BMZ am UNICEF-Programm "Reaching all Children with Education" und ermöglicht damit syrischen, palästinensischen und libanesischen Kindern den Besuch einer Grundschule.

Zusammenarbeit mit nicht staatlichen Organisationen

Bildung ist nach Auffassung der Bundesregierung – und gemäß menschenrechtlicher Normen – eine öffentliche Aufgabe, für die der Staat zuständig ist. Er hat die Pflicht, für eine hochwertige Grundbildung zu sorgen, die für alle Menschen gleichermaßen zugänglich, verpflichtend und kostenlos ist.

In fragilen Ländern ist die Regierung jedoch oft nicht in der Lage, die soziale Grundversorgung der Bevölkerung sicherzustellen. Eine Entwicklungszusammenarbeit mit staatlichen Stellen ist hier häufig nicht möglich. Um das Bildungsangebot trotzdem zu verbessern, arbeitet das BMZ in solchen Fällen zum Beispiel mit kirchlichen Trägern und Nichtregierungsorganisationen zusammen, die eine wichtige Rolle bei der Versorgung der Bevölkerung spielen. Sie können oft auch da noch arbeiten, wo die bilaterale staatliche Zusammenarbeit wegen der politischen Rahmenbedingungen nicht mehr ansetzen kann. Mittel- bis langfristig bleibt aber immer das Ziel, dass der Staat – in Kooperation mit der Zivilgesellschaft – die Bildungsangebote bereitstellt.


Lexikon der Entwicklungspolitik

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