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Deutsches Engagement

Gleichberechtigung der Geschlechter fördern

Schülerinnen in Chavakacheri, einer Stadt im Norden Sri Lankas

In­ves­ti­tio­nen in Bildung für Mädchen sind die wirk­samsten Einzel­in­vesti­tionen, die ein Ent­wick­lungs­land vor­nehmen kann. Die Aus­bildung von Mädchen wirkt auf alle Dimensionen der Ent­wick­lung: geringere Kinder- und Mütter­sterblich­keit, eine geringere Frucht­bar­keits­rate, höherer Bildungs­stand bei Töchtern und Söhnen, höhere Produktivität und besserer Um­gang mit der Umwelt.
aus einer Studie der Weltbank

Frühe Diskriminierung hat einen negativen Einfluss auf die gesamte Bildungsbiographie eines Menschen. Deutschland verfolgt mit seinen Programmen zur Bildungsförderung deshalb auch das Ziel, ungerechte Beziehungen zwischen den Geschlechtern zu vermeiden oder aufzuheben.

Globale Trends

Im Jahr 2015 hat sich die Weltgemeinschaft mit Verabschiedung der 17 Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030 erneut verpflichtet, die Ungleichbehandlung von Geschlechtern zu überwinden (Ziel 5). Zwar ist eine globale Tendenz zur Gleichstellung der Geschlechter deutlich festzustellen. Doch die Unterschiede zwischen einzelnen Ländern und Regionen sind erheblich. Laut Weltbildungsbericht 2017 hatten im Jahr 2015 erst 66 Prozent der ausgewerteten Staaten eine Gleichstellung der Geschlechter in der Grundschule erreicht. Bei der unteren Sekundarschulbildung lag der Wert bei 45 Prozent, bei der oberen Sekundarschulbildung bei lediglich 25 Prozent.


Jungen und Mädchen betroffen

Von den weltweit rund 61 Millionen Kindern im Grundschulalter, die nicht zur Schule gehen, lebt mehr als die Hälfte in Subsahara-Afrika. 55 Prozent von ihnen sind Mädchen. Noch stärker benachteiligt sind sie in Westasien (62 Prozent der nicht eingeschulten Kinder).

Doch nicht in allen Weltregionen und Bildungsbereichen sind die Mädchen benachteiligt: Vor allem in Lateinamerika und Ostasien stehen die Chancen für Jungen schlechter, eine weiterführende Schule zu besuchen und abzuschließen. Armut zwingt sie, früh eine bezahlte Arbeit aufzunehmen.


Deutschlands Engagement

Deutsche Programme zur Bildungsförderung zielen systematisch darauf ab, ungerechte Beziehungen zwischen den Geschlechtern aufzuheben. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) setzt sich dafür ein, dass Mädchen und Frauen einen gleichberechtigten Zugang zu allen Bildungsbereichen und -formen erhalten. Damit Mädchen ihre Schullaufbahn nicht vorzeitig abbrechen, ist es wichtig, ihre speziellen Bedürfnisse zu berücksichtigen. Dazu gehören zum Beispiel ein sicherer Schulweg, getrennte sanitäre Anlagen und auch ein größerer Anteil weiblicher Lehrkräfte in allen Bildungsbereichen.

Zudem muss der Übergang von der Grund- zur Sekundarbildung erleichtert werden. Faktoren wie Armut, Diskriminierung, Tradition, frühe Heirat oder Schwangerschaft sorgen in vielen Ländern dafür, dass Mädchen keine weiterführende Schule besuchen können oder häufig fehlen und die Schule schließlich vor dem Abschluss verlassen.

Deutschland berät seine Kooperationsländer unter anderem bei Rechts- und Politikreformen, die die Gleichberechtigung der Geschlechter in der Bildung gesetzlich verankern. Mit deutscher Unterstützung werden Gender-Strategien im Bildungsbereich formuliert und durchgesetzt sowie Finanzierungsmodelle entwickelt, um den Schulbesuch von Mädchen zu fördern. Die mädchengerechte Ausstattung von Schulen ist ebenso ein Aspekt der Entwicklungszusammenarbeit wie die Ausbildung von Lehrerinnen und Wissenschaftlerinnen, die als leistungsstarke Vorbilder dienen können. Durch Einbeziehung der Privatwirtschaft wirkt Deutschland darauf hin, dass Frauen beim Übergang in den Beruf gefördert werden und sich ihre Beschäftigungssituation verbessert.


Lexikon der Entwicklungspolitik

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