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Deutsches Engagement

Benachteiligte Gruppen fördern

Hand eines Jungen am Greifreifen eines Rollstuhls

Ethnische Minderheiten, Einwohner städtischer oder ländlicher Armutsgebiete, Menschen mit Behinderungen und HIV-Infizierte sind häufig vom Schulbesuch ausgeschlossen. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit legt daher ein besonderes Augenmerk auf die Förderung dieser benachteiligten Bevölkerungsgruppen. Da Herkunft, Sprache und Bildungsstand der Eltern einen erheblichen Einfluss auf die Lernerfolge von Kindern haben, ist es wichtig, möglichst frühzeitig Chancengerechtigkeit im Bildungswesen herzustellen. Dies erreicht man durch ein qualitativ hochwertiges und analog wie digital frei zugängliches Unterrichts- und Lernangebot im Rahmen formaler und non-formaler Bildung.

Inklusive Bildung

Das Menschenrecht auf Bildung ist ein Menschenrecht auf inklusive Bildung. Inklusive Bildung bedeutet, dass alle Menschen gleichberechtigt und ihren Lernbedürfnissen entsprechend an Bildung teilhaben können. Alle Menschen sollten ihre Potenziale entwickeln können, unabhängig von besonderen Lernbedürfnissen, einer Behinderung, Herkunft, Geschlecht, sozialen oder ökonomischen Voraussetzungen. Es soll erreicht werden, dass das Bildungssystem die Bedürfnisse aller Mitglieder berücksichtigt. Es geht also um die Frage, wie eine Gesellschaft das Verhältnis zu allen Menschen definiert und gleichberechtigte Teilhabe einräumt.

Wissenschaftliche Studien haben den pädagogischen, sozialen und ökonomischen Mehrwert inklusiver Bildung belegt. Sie kommt nicht nur benachteiligten Bevölkerungsgruppen zugute, sondern stellt eine Bereicherung für alle Lernenden dar: Durch gemeinsamen Unterricht erleben Menschen Vielfalt als normal. Ein friedliches Miteinander wird frühzeitig eingeübt, Sozialkompetenzen werden gestärkt.

Neben der Gleichberechtigung von Geschlechtern ist ein Hauptfeld inklusiver Bildung der Einbezug von Menschen mit Behinderung. Weltweit leben 15 Prozent​ der Menschheit, nach Schätzungen zwischen 93 und 150 Millionen Kinder, mit einer Behinderung. Oft gehören diese Kinder zu den ärmsten Bevölkerungsgruppen. Außerdem wird geschätzt, dass 80 Prozent ​der Menschen mit Behinderungen in Entwicklungsländern leben und 90 Prozent der Kinder mit Behinderungen in Entwicklungsländern nicht zur Schule gehen. Die Kinder müssen nicht nur mit ihren körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen leben, sondern häufig werden sie auch noch gesellschaftlich ausgegrenzt.

Die Chancen von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung auf eine weiterführende Bildung sind dadurch geringer als bei anderen Kindern und viele von ihnen finden später keine angemessene Arbeit. Ähnliches gilt für ethnische Minderheiten und Personen, die seltene Sprachen sprechen, in Armut lebende Menschen, arbeitende Kinder und HIV-infizierte Menschen.


Lexikon der Entwicklungspolitik

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