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En­gage­ment des BMZ

Leitlinien der deutschen Entwicklungspolitik im Bildungsbereich

Ein Kind in Nairobi geht unter einer Reihe mit Haken für Schuhe vorbei.

Deutsch­land unterstützt seine Ko­ope­ra­tions­länder auf verschiedensten Wegen dabei, die Bildungssituation zu verbessern. Ziel ist der Aufbau qualitativ hoch­wertiger Bildungssysteme, die allen Bevölkerungsgruppen offen stehen.

Bildungssysteme stärken

Grundlage dafür ist eine gute Bildungspolitik. Deutsch­land berät die Re­gie­rungen seiner Ko­ope­ra­tions­länder daher dabei, Re­form­pro­zesse anzustoßen und ihre politischen Steuerungs­möglichkeiten zu verbessern.

Dazu gehört auch ein Monitoring des Bildungssystems, also die regelmäßige Überprüfung, ob die politischen Vorgaben korrekt umgesetzt werden und in der geplanten Form wirksam sind. So fördert das BMZ zum Beispiel den Aufbau und die Anwendung von Informationssystemen für das Bildungsmanagement sowie den regionalen und in­ter­na­ti­o­nalen Erfahrungsaustausch. Unterstützt werden auch Verfahren, mit denen – ähnlich wie mit den PISA-Studien der OECD – Lehr- und Lernleistungen gemessen und regional verglichen werden können.

Bildung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Das BMZ fördert darum den intensiven Austausch zwischen staatlichen und nichtstaatlichen Akteuren im Bildungsbereich. Um die Zivilgesellschaft in Ent­wick­lungs­ländern stärker am Aufbau von Bildungssystemen zu beteiligen, wird die Zu­sam­men­ar­beit mit Nichtregierungsorganisationen, politischen Stiftungen und deren Netzwerken vor Ort ausgebaut.

Ver­bes­se­rung der Infra­struk­tur

Bau einer Schule im Rahmen eines Projektes der Malteser und der Welthungerhilfe in Myanmar. Urheberrecht: Thomas Imo/photothekEin wesentlicher Teil der deutschen Bildungsförderung in Ent­wick­lungs­ländern besteht darin, Schulen zu bauen, zu renovieren und zu erweitern. Vor allem Mädchen profitieren von einem dichteren Schulnetz, da viele von ihnen aus Sicherheitsgründen keine weit entfernten Schulen besuchen dürfen. Darüber hinaus wird auch die Ausstattung der Schulen durch sanitäre Anlagen, Möbel, Bücher, Tafeln und andere Unterrichtsmaterialien verbessert.

Um den Anreiz zu erhöhen, eine Schule zu besuchen und möglichst auch ab­zu­schließen, werden vielerorts zusätzliche Serviceleistungen angeboten. Dazu zählen zum Beispiel ärztliche Betreuung oder Schulspeisungen. Solche An­ge­bote können vor allem in benachteiligten Bevölkerungsgruppen ent­scheidend zur Motivation der Eltern beitragen, ihre Kinder in die Schule zu schicken.

Lokale Kapazitäten entwickeln

Schüler in einem Ausbildungszentrum in Bandung in Indonesien, wo mit Hilfe deutscher Unterstützung junge Menschen technische Berufe erlernen. Urheberrecht: Ute Grabowsky/photothekWenn sich das Bildungssystem in einem Ent­wick­lungs­land langfristig bessern soll, muss die Leistungsfähigkeit der heimischen Fach- und Führungskräfte gesteigert werden. Nur so lassen sich politische Reformpläne in konkrete, wirksame Maßnahmen umsetzen und Finanzmittel effizient nutzen. Die Bun­des­re­gie­rung legt großen Wert darauf, die Eigenverantwortung ihrer Partner zu stärken und fördert deshalb die Personal- und Organisationsentwicklung auf allen Ebenen des Bildungssektors.

Dabei unterstützt das BMZ nicht nur die Aus- und Fortbildung des pä­da­go­gischen Personals. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Qualifizierung von Verwaltungsfachkräften in Schulen und Behörden auf Gemeinde-, Distrikt- oder Landesebene.

Um das ehrgeizige Ziel "Bildung für alle" zu erreichen, erprobt Deutsch­land auch innovative Ansätze der Bildungsförderung. So wurde die Gründung einer "Global Leadership Academy" finanziert. Diese soll Bildungsexperten und politischen Entscheidungsträgern aus Schwellen- und Ent­wick­lungs­ländern zusätzliche Innovations- und Führungskompetenzen vermitteln.

Kampf gegen Kinderarbeit

Ein Junge in Dhaka in Bangladesch bei der Herstellung von Backsteinen. Urheberrecht: Manoocher Deghati/IRINDie In­ter­natio­nale Arbeitsorganisation (ILO) setzt sich dafür ein, dass der Schul­besuch die Haupttätigkeit von Kindern ist. Die Bun­des­re­pu­blik unterstützt die ILO im Kampf gegen die Kinderarbeit. Unter anderem fördert die deutsche Ent­wick­lungs­zusam­men­ar­beit seit Anfang der 1990er Jahre das in­ter­natio­nale Programm zur Beseitigung der Kinderarbeit (IPEC). Es ist zurzeit in 88 Ländern aktiv und hilft den Regierungen dabei, Strategien zur Bekämpfung der Kinder­arbeit umzusetzen. Dazu gehören rechtliche Regelungen, Ausbildung, der Einsatz von Arbeits­inspektoren, Öffentlichkeitsarbeit und Hilfe für die betroffenen Kinder und ihre Familien.

Gesetzliche Verbote von Kinderarbeit erfassen jedoch nicht die große Zahl der Kinder, die für ihre Eltern oder mit ihnen zusammen arbeiten, etwa in der Land­wirt­schaft. Finanzielle Zuschüsse zum Ausgleich des Lohnverlustes ermöglichen vielen dieser Kinder den Schulbesuch. Zum Beispiel in Brasilien: Dort werden Familien mit Kindern durch ein landesweites Programm Einkommenshilfen gewährt, wenn jedes Kind mindestens 90 Prozent des Unterrichts besuchen kann.

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