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Hintergrund

Bevölkerungsdynamik: Herausforderung und Chance für arme Länder


Mutter mit Kind im Dorf Kabunyata, Uganda.

Zurzeit leben mehr als sieben Milliarden Menschen auf der Erde. Bis zum Jahr 2050 wird die Welt­bevölkerung voraus­sicht­lich auf 9,6 Milliarden Menschen anwachsen. Zwar wächst sie damit prozentual nicht mehr so stark wie noch in den 1970er und 1980er Jahren. Dennoch steigt die Zahl der Menschen jedes Jahr um etwa 81 Millionen.

Kinder und Jugendliche unter 25 Jahren stellen 43 Prozent der Welt­bevölkerung. Gleich­zeitig altert die Mensch­heit zunehmend: Die Zahl der über 60-Jährigen wird welt­weit von heute 840 Millionen auf über zwei Milliarden im Jahr 2050 ansteigen. Betrachtet man eine Region oder ein Land für sich, zeigen sich hinter den großen globalen Trends aller­dings sehr unter­schied­liche Entwicklungen der Geburten­raten, Sterb­lich­keit, Alters­struktur und Wanderungs­bewegungen.

Die Bevölkerungs­dynamik, also Veränderungen in der Größe, Struktur und Verteilung der Bevölkerung, hat bereits heute einen großen Einfluss auf Ent­wick­lungs­prozesse. Diesen demo­gra­phischen Realitäten in den einzelnen Ländern und Regionen Rechnung zu tragen, ist eine große Heraus­forde­rung. Zugleich bieten sich aber auch Chancen für eine nach­haltige Entwicklung in den kommenden Jahr­zehnten.

Besonders arme Länder weisen nach wie vor ein besonders hohes Bevölkerungs­wachstum auf. Dies kann ihre Ent­wick­lung hemmen, denn ihre Regierungen stehen vor der schwierigen Aufgabe, den wachsenden Bedarf an Schulen, Gesundheits­einrichtungen und anderer Infra­struk­tur zu decken, die Armut der Menschen zu bekämpfen und Nahrungs­mittel für alle zu Verfügung zu stellen. Dazu kommt ein höherer Verbrauch an natür­lichen Ressourcen wie Land, Wasser oder Holz.

Die Bevölkerungs­dynamik eines Landes – vor allem Veränderungen in der Alters­struktur bei sinkenden Geburten­raten – trägt aber auch Chancen in sich. Nämlich dann, wenn aus einer großen Zahl an Kindern und Jugendlichen einmal Erwerbs­fähige werden, die weniger Kinder bekommen als ihre Eltern. So kann eine gut ausgebildete und gesunde junge Bevölkerung schließlich einer der Schlüssel­faktoren für wirt­schaft­liches Wachstum und Wohl­stand sein.

Bevölkerungsdynamik und Demografie – eine Begriffsbestimmung

Lexikon der Entwicklungspolitik

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