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Im Fokus

Bevölkerungsdynamik und Demografie – eine Begriffsbestimmung


Straßenszene mit Menschen verschiedener Generationen in Weimar

Bevölkerungs­dynamik und Demo­grafie sind zwei eng mit­einander verbundene Begriffe, die in ver­gleich­baren inhalt­lichen und sprach­lichen Zusammen­hängen verwendet werden. Die Definitionen sind entsprechend ähnlich: Demo­grafie ist eine Wissen­schaft, die die Bevölke­rungs­struktur und -entwicklung im Wesent­lichen anhand von Geburten­zahlen, Ab- und Zuwanderung und Alterung unter­sucht. Bevölkerungs­dynamik beschreibt, wie sich Bevölkerungen in der Größe, Zusammen­setzung und räum­lichen Verteilung im Zeit­verlauf verändern.

Im deutschen Sprach­raum ist der Begriff Demo­grafie häufiger vertreten, etwa wenn von „demo­grafischer Ent­wick­lung“ die Rede ist. Im inter­natio­nalen Politik­dialog ist hingegen der Begriff Bevölkerungs­dynamik üblich, er wird daher auch in der deutschen Ent­wick­lungs­zusam­men­ar­beit verwendet.

Demografischer Übergang (Transition)

Länder durch­laufen im Zuge ihrer wirt­schaft­lichen und gesell­schaft­lichen Ent­wick­lung vier demo­gra­fische Phasen: In der ersten Phase führen hohe Sterblichkeits- und Geburten­raten zu gleich­bleibenden Bevölkerungs­zahlen. Nahezu alle Länder welt­weit haben diese Phase bereits über­wunden.

In der zweiten Phase nimmt die Sterb­lich­keit vor allem bei Kindern ab, während die Geburten­zahlen weiterhin hoch bleiben. Dadurch wächst die Bevölkerung und es entsteht ein hoher Anteil an Kindern und Jugend­lichen, die von einer vergleichs­weise geringen Zahl von Erwachsenen versorgt werden müssen.

In der dritten Phase sinken die Geburten­raten durch Bildung, Gesundheits­versorgung (einschließlich Familien­planung) und wirt­schaft­liche Ent­wick­lung. Das Bevölkerungs­wachstum verlangsamt sich.

Phase vier ist gekennzeichnet durch ein weiteres Absinken der Geburten­raten und eine Alterung der Bevölkerung. Dies führt zu stabilen bis hin zu ab­neh­men­den Bevölkerungs­zahlen und tendenziell wieder zu einer Situation, in der wenige erwerbs­tätige Erwachsene zusätzlich zu den jungen auch viele alte Menschen versorgen müssen.

Lexikon der Entwicklungspolitik

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