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Hintergrund

Menschenrechte – Grundvoraussetzung für Entwicklung


Frau auf einem Markt in Rangun, Myanmar.

Millionen Frauen, Männer und Kinder in Ent­wick­lungs­ländern können ihre Lebens­situation nicht aus eigener Kraft ändern, weil ihnen grund­legende politische, wirt­schaft­liche, soziale und kulturelle Men­schen­rech­te verweigert werden:

Etwa eine Milliarde Menschen welt­weit hungern. Ihnen wird das Recht auf Nahrung verwehrt.

Jedes Jahr werden etwa drei Millionen Mädchen und Frauen an ihren Genitalien verstümmelt – ein schwerer Ver­stoß gegen das Recht auf körper­liche Un­ver­sehrt­heit und andere Men­schen­rech­te.

67 Millionen Kinder – davon mehr als die Hälfte Mädchen – haben keinen Zugang zur Grund­schule, ihr Recht auf Bildung wird missachtet.

215 Millionen Kinder im Alter zwischen 5 und 17 Jahren müssen arbeiten – ein Verstoß gegen die Konventionen 182 und 138 der In­ter­na­ti­o­nalen Arbeits­organisation (ILO) sowie gegen zentrale Bestimmungen aus dem Über­ein­kom­men über die Rechte des Kindes.

In vielen Regionen der Welt wird Frauen ihr Recht auf Gleich­berechtigung verweigert.

In 78 Ländern und Territorien stehen gleich­geschlecht­liche sexuelle Be­zie­hun­gen zwischen Erwachsenen unter Strafe, in fünf Ländern kann dafür sogar die Todes­strafe verhängt werden.

Noch immer gibt es in 58 Staaten die Todes­strafe. 2012 wurden laut Angaben der Menschen­rechts­organisation Amnesty Inter­national mindestens 1.722 Per­sonen in 63 Staaten zum Tode ver­urteilt und mindestens 682 Menschen in 21 Ländern hin­gerichtet (ohne Angaben zu China).

Mikrofone vor Beginn eines Pressestatements in Gaza-Stadt, Palästinensische Gebiete. Urheberrecht: Thomas Köhler/photothek.netAuch Meinungs­freiheit und Presse­freiheit werden häufig ein­geschränkt. In vielen Ländern hat die Bevölkerung keinen Zu­gang zu un­ab­hän­gi­gen Medien und Infor­ma­tionen. Wer sich für das Recht auf freie Meinungs­äußerung und freien Zugang zu In­for­ma­tion einsetzt, muss mit Gefahr für Leib und Leben rechnen. Mindestens 89 Jour­nalistinnen und Jour­nalisten sind im Jahr 2012 während oder wegen ihrer Arbeit getötet worden. 879 Jour­nalistinnen und Jour­nalisten wurden nach Angaben der Nicht­regie­rungs­orga­ni­sa­tion Reporter ohne Grenzen fest­ge­nom­men, 1.993 wurden körper­lich angegriffen oder bedroht. Dabei waren mehr als ein Drittel der Opfer keine klassischen Jour­nalistinnen oder Jour­nalisten, son­dern publizierten in Bürger­radios, Blogs und den sozialen Medien wie Facebook und Twitter.

Die Aufzählung könnte fortgesetzt werden…

Men­schen­rech­te stärken – Ent­wick­lung fördern

Men­schen­rech­te bilden die universelle Grund­lage für ein Leben in Freiheit, Würde und Gleich­berechtigung. Sie gewähr­leisten, dass jeder Mensch am politischen, wirt­schaft­lichen und sozialen Leben teil­nehmen und seinen Lebens­stil, seine Kultur und Religion frei wählen kann.

Analysiert man Erfolge und Miss­erfolge bei der Umsetzung der Millenniums­entwicklungs­ziele, zeigt sich, dass Ent­wick­lungs­fort­schritte besonders dort erzielt werden, wo Men­schen­rech­te eingehalten, die Regierungs­führung ver­bessert und die Effizienz staat­licher In­sti­tu­tionen gestärkt wurden. Wenn Staaten diese Anforderungen jedoch nicht erfüllen wollen oder können oder wenn Staaten auf­grund gewalt­samer Konflikte zerfallen, wird nach­haltige Entwicklung unmöglich.

Wer Ent­wick­lung fördern will, muss Men­schen­rech­te stärken. Wer Men­schen­rech­te stärkt, fördert Ent­wick­lung.

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Publikationen

Lexikon der Entwicklungspolitik

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