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Abfall- und Kreislaufwirtschaft

Abfall und Klimawandel

Biogasanlage

Nicht umweltgerecht entsorgte Abfälle tragen in erheblichem Maße zum globalen Klimawandel bei. Aus offenen Deponien oder illegalen Müllabladestellen entweicht in hohen Mengen das klimaschädliche Methangas. Bei der irregulären Verbrennung von Abfall entsteht Ruß, der nicht nur schlecht fürs Klima, sondern auch sehr gesundheitsschädlich ist. Laut Schätzungen des Weltklimarats (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC) sind Abfalldeponien und Abwasseranlagen für rund drei Prozent der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich.

Der potenzielle Beitrag der Abfall- und Kreislaufwirtschaft zum Klimaschutz ist jedoch deutlich größer: Laut Schätzungen können die globalen Treibhausgasemissionen durch eine verbesserte Abfallwirtschaft um etwa 10 bis 15 Prozent reduziert werden. Eingerechnet ist zum Beispiel die Möglichkeit, mehr Energie aus Abfällen statt aus fossilen Brennstoffen zu produzieren. Auch wenn die Industrie verstärkt recycelte Materialien verwendet, werden große Energiemengen eingespart und weniger Rohstoffe verbraucht. Auch Verbesserungen im Abfalltransport sind bei den Berechnungen berücksichtigt.

Pariser Klimaabkommen

Mit dem Pariser Klimaabkommen vom Dezember 2015 strebt die Weltgemeinschaft an, die globale Erwärmung im Vergleich zur vorindustriellen Zeit auf höchstens zwei, möglichst aber unter 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Im Rahmen ihrer nationalen Klimabeiträge (Nationally Determined Contributions, NDC) formulieren die Vertragsstaaten auch Ziele und Maßnahmen im Bereich der Abfall- und Kreislaufwirtschaft.


Deutsches Engagement

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit unterstützt Partnerländer dabei, ihr Abfallmanagement klimaverträglicher zu machen. Sie stellt Instrumente zur Berechnung von Treibhausgasemissionen im Abfallsektor zur Verfügung und berät bei der Umgestaltung des Abfallmanagements. Außerdem werden die Partnerländer dabei unterstützt, das Wertstoffrecycling auszubauen und Bioabfälle zu verwerten. Durch entsprechende Finanzinstrumente fördert Deutschland den Bau von Abfalldeponien mit Kontrollsystemen zur Erfassung des klimaschädlichen Deponiegases.

Im Bereich der Energieerzeugung aus Abfällen ("Waste-to-Energy") unterstützt das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) die Einführung angepasster Techniken. Angeboten wird außerdem Beratung zu Umwelt- und Sicherheitsstandards sowie zu nötigen institutionellen und finanziellen Voraussetzungen. Dies betrifft unter anderem die energetische Nutzung von Deponiegas, den Bau von Biogasanlagen und die Aufbereitung von Abfällen zu alternativen Brennstoffen für Zementwerke und Müllverbrennungsanlagen.


Lexikon der Entwicklungspolitik

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